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Baumrettung
Kampf um 200-jährige Eiche

Anwohner des Niederneuendorfer Weg in Falkensee setzen sich für den Erhalt einer 200-jährigen Eiche ein, die dem Straßenbau weichen soll.
Anwohner des Niederneuendorfer Weg in Falkensee setzen sich für den Erhalt einer 200-jährigen Eiche ein, die dem Straßenbau weichen soll. © Foto: Manuela Bohm
Manuela Bohm / 12.08.2019, 11:45 Uhr - Aktualisiert 15.08.2019, 18:09
Falkensee (MOZ) Der Niederneuendorfer Weg wird neu gebaut. Um Bäume am Verkehrsraum zu erhalten sei der neue Straßenkörper so nah wie möglich an die Grundstücke geplant, wie es von Seiten der Stadt Falkensee heißt. Dennoch sind bereits Bäume gefällt worden. Aktuell soll eine 200 Jahre alte Eiche weggenommen werden. Die Anwohner wehren sich.

"Über den Ticker der Stadt haben wir von der geplanten Fällung der Eiche an der Kreuzung zur Mozartallee am Donnerstag erfahren", sagt Petra Patzek. Sie und weitere Anwohner setzen sich nun vehement für den Erhalt des Baums mit der Nummer 78 ein. Dazu haben sie auch im Grün- und Tiefbauamt der Stadt nach Alternativen nachgefragt. Erfahren haben sie dort eine wichtige Information. Am 8. August wurde nicht nur die Fällung des Baum genehmigt, sondern sogar erst deren Notwendigkeit festgestellt. "Es gibt keine Transparenz. Die Entscheidung ist ad hoc getroffen worden", bemängelt Platzek das Vorgehen. Eigentlich sollten die Fällarbeiten bereits am Ende der vergangenen Woche erfolgen. Die Suche nach einer Alternativlösung können die Anwohner nicht erkennen.

Informiert allein über den Stadtticker, hat sich an der Eiche eine Gruppe von Anwohnern zusammengefunden, die sich für den Erhalt des Baumes stark machen. Sie haben sich vernetzt. Stühle am Baum zeugen davon. "Die Eiche ist ein Treffpunkt für uns. Die Stühle sind jetzt immer besetzt", sagt die Falkenseerin. Kommen die Baumfäller werden alle mobilisiert.

Der Plan zum Neubau des Niederneuendorfer Weges besteht seit eineinhalb Jahren und wurde auch von verschiedenen Untersuchungen begleitet, wie die Einwohner durch Einsicht in die Planungsunterlagen erkennen konnten. Dabei war die Fällung des genannten Baums nicht vorgesehen. Suchschachtungen gaben Aufschluss darüber, wie die Wurzeln verlaufen. Doch: durch die "Auskofferung des Straßenkörpers im gesamten Kreuzungsbereich des Niederneuendorfer Weges und der Mozartallee wurde erst der genaue Wurzelverlauf soweit erkennbar, dass eine abschließende Beurteilung möglich war", heißt es auf Nachfrage von der Stadt. Die standsicherheitsrelevanten Wurzeln würde soweit in den geplanten Straßenkörper reichen, dass trotz Einengung die Wurzel entfernt werden muss - die Standsicherheit sieht die Stadt somit gefährdet.

"Wir glauben an die Findung einer gemeinsamen Lösung", sagt Petra Platzek. Bereits 2018 haben die Anwohner der Straße um jeden Baum gekämpft, die nicht verstehen können, dass alte, gesunde Bäume gefällt werden sollen.

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