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Wahl
Bewerber für den Bürgermeister-Posten im Rededuell

Brigitte Römer (2.v.l.) fühlt den Kandidaten, Karl-Heinz Kordt, Bodo Oehme und Michael Rhein (v.l.), die sich zur Wahl um den Bürgermeister-Posten in Schönwalde/Glien bemühen, auf den Zahn.
Brigitte Römer (2.v.l.) fühlt den Kandidaten, Karl-Heinz Kordt, Bodo Oehme und Michael Rhein (v.l.), die sich zur Wahl um den Bürgermeister-Posten in Schönwalde/Glien bemühen, auf den Zahn. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 13.08.2019, 15:37 Uhr
Schönwalde/Glien Am 1. September können die Schönwalder, neben der Landtagswahl, mit ihrem Kreuzchen für einen Bürgermeister abstimmen. Der amtierende Verwaltungschef, Bodo Oehme (CDU) stellt sich erneut zur Wahl. Karl-Heinz Kordt (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied der Gemeindevertretung, wirft ebenfalls seinen Hut ins Rennen. Und der politisch noch weitgehend unbekannte Michael Rhein (AfD) kandidiert für den Bürgermeisterposten. Warum die drei Herren Bürgermeister werden möchten, dass wollten die Senioren der Gemeinde wissen. Wofür stehen die Namen Oehme, Kordt und Rhein?

Brigitte Römer, Seniorenbeauftragte der Gemeinde Schönwalde-Glien, moderierte die Herrenrunde. Rhein macht den Anfang, stellt sich vor, und gleich darauf seine Ideen für Schönwalde. Er möchte, sagt er, die Gemeinschaft im Ort stärken. Mit traditionellen Handarbeiten und Handwerk möchte er Jung und Alt verbinden. Seiner Ansicht nach braucht es mehr Transparenz in der Gemeindeverwaltung, an der Stelle wird er nicht genauer. Dafür beim Straßenbau. "Wer zahlt soll bestimmen, wie die Straße gebaut wird", sagt der 50-jährige Rhein. Er nennt einige Beispiele aus Schönwalde, Straßen die er für zu teuer und überdimensioniert hält.

Was die einzelnen Straßenbaumaßnahmen angeht, kann Oehme gleich vor Ort aufklären. Pflasterung statt Asphalt, weil darunter Medien verlaufen, an welche man auf die Art, im Falle eines Falles, besser herankomme. Oehme ist seit 2003 hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde. Auch er kann ein Lied über die Bürokratie singen und über Zuständigkeiten. Oehme klagt über lange Bauzeiten, nennt hier exemplarisch den Radweg zwischen Schönwalde und Bötzow. Oehme wird auch weiter an seinem erklärten Lieblingsthema, den Gräben und Kanälen in der Region widmen. Das Thema Wasserwirtschaft dürfte zukünftig noch mehr Beachtung finden. Oehme wirbt für bezahlbaren Wohnraum für die Jugend, plädiert für das Strandbad, verspricht den Vereinen seine Unterstützung. Oehme bedauert, dass es in Schönwalde keine weiterführende Schule gibt. Mit dem Mangel gehe der Gemeinde ihre Jugend verloren. Die jungen Menschen gehen in Nauen, Falkensee oder Dallgow zur Schule, haben dort ihre Freunde, verbringen dort ihre Freizeit. Oehme hält an der Notwendigkeit eines Bahnhofes für die Gemeinde fest, sagt er möchte Radwege und Gehwege ordentlich ausgebaut sehen, mit Blick auf jene, die sich nur mit einem Hilfsmittel wie Rollstuhl oder Rollator bewegen können. "Die Lebensqualität für alle stärken", sagt Oehme.

Kordt, der verspätet eintrifft, wirbt ebenfalls für ein gesellschaftliches Miteinander, nennt dies sogar seine "oberste Maxime". Er spricht sich gleich mehrfach für eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs aus.

Widersprüchlich wird die Diskussion zum Strandbad. Oehme steht zu seinen Plänen für das Strandbad mit Bistro. Rhein hat sich auf seinen Wahlplakaten gegen das Strandbad ausgesprochen und sagt jetzt. "Würde ich so nicht noch einmal machen."

Rhein wird gefragt, wie er denn zu einem Integrationsprogramm für Flüchtlinge stehe. Es gibt in der Gemeinde kein Förderprogramm sagt Rhein. Oehme bestätigt, die Gemeinde hat kein Förderprogramm, weil es nicht ihre Aufgabe sei. Rhein sagt, es sei wichtig, dass die Neubürger deutsch können, sich an die Regeln halten und schnell in Arbeit kämen. Arbeit ist wichtig, sagt Oehme, aber auch hier gibt es Vorgaben, sagt er weiter. Und er findet lobende Worte für die Initiative "Neue Nachbarn". Kordt, der selbst auch Geflüchtete betreut hat, wie er sagt, verweist auf die Schwierigkeit eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Ist die Arbeit dann gefunden, stehen jener, wie vielleicht alle Arbeitnehmer, egal wo sie geboren wurden, vor dem gleichen Problem. Kordt erzählt von einem jungen Mann aus Schönwalde, der nun in drei Schichten in Wustermark arbeitet. Wie kommt der wohl nach Hause, nach Schönwalde, wenn er Samstag früh aus der Nachtschicht kommt und kein Auto zur Verfügung steht? Denn der öffentliche Nahverkehr berücksichtigt Schicht- und Wochenendarbeiter oft gar nicht.

Zum Schluss versucht sich Moderatorin Römer als Günther Jauch und stellt die 10 Millionen Euro Frage: "Sagen wir, ich würde jeden von Ihnen 10 Millionen Euro für die Gemeinde zur Verfügung stellen. Wofür würden sie das Geld ausgeben?"

Rhein sagt, er würde die Bürger bei der Entscheidung beteiligen. Ein Gemeindezentrum könne er sich gut vorstellen und einen Marktplatz.

Oehme würde die Vereine unterstützen wollen, Geld in einen Sportplatz investieren, Schule, Schulsport und etwas in die Infrastruktur stecken. Die freiwilligen Feuerwehren würde er noch bedenken. "Und ganz wichtig, gerecht zwischen allen Ortsteilen aufteilen", sagt er.

Kordt sagt, er würde in Wohnraum investieren. Für junge Leute und Wohnprojekte für die junge und die ältere Generation.

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