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Wiederholte Geschichte
Ketziner Bürgermeister Bernd Lück mit 3. Amtszeit

Bernd Lück geht in seine dritte Amtszeit als Ketzins Bürgermeister. Vor rund 100 Jahren gab es schon einmal einen Ketziner Bürgermeister mit drei Amtsperioden.
Bernd Lück geht in seine dritte Amtszeit als Ketzins Bürgermeister. Vor rund 100 Jahren gab es schon einmal einen Ketziner Bürgermeister mit drei Amtsperioden. © Foto: privat
Helmut Augustiniak / 07.10.2019, 11:54 Uhr
Ketzin/Havel Der Satz "Geschichte wiederholt sich" ist umstritten. In Ketzin/Havel hat er sich bewahrheitet: Der derzeitige Bürgermeister Bernd Lück (FDP) ist Anfang September für eine dritte Wahlperiode wiedergewählt worden - mit rund 80 Prozent der Stimmen. Derselbe Vorgang fand in der Fischerstadt vor circa 100 Jahren schon einmal statt - damals hieß der Bürgermeister Otto Zesch.

Otto Zesch gilt als einer der erfolgreichsten Stadtregenten Ketzins. Während seiner Amtszeit gab es große Veränderungen, sowohl in der Wirtschaftsstruktur und damit verbunden, auch in der Bevölkerungsstruktur des Ortes. Die Stadt war damals zu einem der größten Standorte der Ziegelproduktion im Havelland herangewachsen. Nachdem über Jahrhunderte der Fischfang das tägliche Brot der Ketziner war.

Das Sterben der Ziegeleien durch den dramatischen Rückgang des Bedarfs an gebrannten Tonziegeln veränderte das Leben in der Stadt radikal. Gleichzeitig siedelten sich aber andere Betriebe an. Die damalige Stadtverwaltung mit Bürgermeister Zesch hatte die Aufgabe, die Voraussetzungen für diese Entwicklung zu schaffen. Sie war dabei erfolgreich. Es entstanden unter anderem die Zuckerfabrik, die Späthschen Baumschulen und der Bahnhof mit angegliederten Werkstätten.

Andere Lebensveränderungen gab es in der jüngsten Vergangenheit für die Stadt nach der Wende. Die profilbestimmenden Produktionsbetriebe wurden abgewickelt, es mussten neue Wege gefunden werden, damit das Leben im Ort weiter und wenn möglich, besser funktioniert. Dieser Herausforderung stellte sich der nun wiedergewählte Ketziner Bernd Lück.

Lück ist in Ketzin/Havel geboren, aufgewachsen und hat hier seinen Lebensmittelpunkt. Bereits seit 1994 hatte er sich ehrenamtlich in verschiedenen Gremien als gewählter Abgeordneter engagiert. Dabei ist sein Entschluss gewachsen, die Geschicke der Stadt aktiv zu lenken. 2003 wurde er von den Ketzinern zum ersten Mal zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt, 2011 wurde ihm von über 88 Prozent der Wähler erneut das Vertrauen geschenkt. Diesmal erreichte er wieder mehr als 80 Prozent. Gegenkandidat Rainer Demmin erhielt 19,91 Prozent.

Nicht alle Ergebnisse Lücks Arbeit sind sofort zu bemerken. Besonders auffällig sind die umfangreichen Verbesserungen beim Straßen- und Gehwegbelag und die Neugestaltung der Häuser in der Altstadt. Die Versorgung der Bevölkerung und die der stetig steigenden Anzahl der Touristen mit den Waren des täglichen Bedarfs sind durch drei große Einkaufsmärkte gesichert.

Kaum eine andere Kleinstadt im Havelland kann auf so ein funktionierendes Gesundheitswesen verweisen, wie Ketzin/Havel: drei Allgemeinmediziner, vier Zahnärzte, vier Praxen für Physiotherapie, eine für Osteoporose, eine Logopädin, ein Rettungsdienst und seit drei Monaten ein Sanitätshaus haben sich im Ort etabliert.

Besonders der Bau der sogenannten "neuen Ketziner Mitte" hat das Stadtbild im Zentrum verändert. Nach vielen Jahren des Bemühens der Stadtverordneten und der Verwaltung endlich den Schandfleck im Zentrum des Ortes zwischen Rathausstraße und Feldstraße verschwinden zu lassen, ist ein modernes Gebäudeensemble mit Einkaufsmarkt, Gastronomie, Hotel und Sparkasse entstanden. Auch die Ruine der Mietskaserne "Rotes Schloss" in der Rudolf-Breitscheid-Straße 2 wurde abgerissen und ein komfortables Mietshaus gebaut.

Bernd Lück wurde mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Heimatverein 2012, in seiner zweiten Amtszeit, die erste Amtskette eines Ketziner Bürgermeisters überreicht. Ohne auf alle vielfältigen Aufgaben und Probleme einzugehen, die Lück in seiner dritten Amtsperiode zu lösen haben wird, zwei Riesenaufgaben warten auf ihn: Das sind die Bebauungen der sogenannten Baumschulwiesen und des Geländes der ehemaligen Zuckerfabrik. Beide Vorhaben werden die Stadt auf allen Gebieten so verändern, dass die Bezeichnung "Fischerstädtchen" wohl nur noch in der Historie existiert.

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