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Wohnen im Getreidesilo
Ketzin: Erstes Bürgerforum zum Wohngebiet "Zuckerfabrik"

Wolfgang Balzer / 06.11.2019, 16:15 Uhr
Ketzin/Havel Wie muss sich die Infrastruktur und das gesamte soziale Umfeld von Ketzin/Havel entwickeln und was ist von den Beteiligten zu tun, wenn die Stadt mit dem neuen Stadtteil "Zuckerfabrik" in den nächsten Jahren von derzeitig 6.600 Einwohner auf fast 8.000 wächst? Diese Frage soll ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, kurz INSEK, beantworten, das von der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BBSM) erarbeitet wird. Zu einem ersten Bürgerdialog zu diesem Thema hatte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) am Montag eingeladen.

In einer Präsentation informierten Stadtplaner über bisherige Vorstellungen zur Entwicklung des 18 Hektar großen Gebietes der ehemaligen Ketziner Zuckerfabrik am Havelufer. Demnach sollen etwa 500 Wohnungen, auch Sozialwohnungen, in Wohngebäuden mit unterschiedlicher Geschossanzahl gebaut werden. Das weithin sichtbare Getreidesilo wird einen Teil davon als so genannte kleinteilige Wohnungen beherbergen. Einer der beiden Häfen könnte weit in das Gelände hineingezogen werden und die Fläche aufwerten. Auch von der Möglichkeit, in eines der teilweise denkmalgeschützten Gebäude ein Veranstaltungshalle zu integrieren, wurde gesprochen. Eine möglichst weiterführende Schule, eine Kita und Einrichtungen für Senioren beinhaltet das Konzept.

Ferner wurde über ein möglicherweise für Kuren geeignetes Hotel, eine Marina, Bootsverkauf, Gaststätten und Parkplätze auf der überwiegend verkehrsberuhigten, aber der Öffentlichkeit normal zugänglichen Fläche gesprochen. Natürlich wird das alles große Auswirkungen auf die touristisch beliebte Kleinstadt an der Havel haben. Wie umfangreich diese sind, wie die Infrastruktur anzupassen ist, muss nun im Zusammenhang mit dem zu erarbeitenden Bebauungsplan von der BBSM in Zusammenwirken mit der Stadt, den Stadtplanern und auch der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg beantwortet werden. Dabei möchte die Stadt möglichst viele Einwohner mit ihren Ideen einbeziehen.

Die erste derartige Veranstaltung brachte einige Bedenken, vor allem aber eine große Anzahl von Vorschlägen der rund 70 Einwohner, die sie in den sechs Gruppen zusammentrugen. Hinsichtlich der Mobilität bezogen sich diese Forderungen auf barrierefreie Wohnungen, die Ergänzung des Radwegenetzes und die Aktivierung des Bahnhofes. In den anderen Gruppen wurden Wünsche nach mehr Begegnungsstätten und die Erhaltung des kleinstädtischen Charakters der Havelstadt, insbesondere der Altstadt, geäußert. Die soziale Infrastruktur müsse der Entwicklung standhalten.

Auch wenn bereits Details, wie ein fehlender Drogeriemarkt. geäußert wurden, ist mehrmals betont worden, dass es sich um eine erste Bestandsaufnahme handele. Heike Liebmann von der BBSM lobte die Mitwirkung der Ketziner bei diesem ersten Bürgerdialog. Sie sagte zu, diese Gedanken zusammenzufassen und zu veröffentlichen. Auch auf der Stadtseite werden sie einsehbar sein. Da nicht alle Einwohner über Internet verfügen,sagte Helga Breuninger zu, dass das alles in Ketzins neuer Mitte in der Cantina nachlesbar sein wird. Sowohl der Bürgermeister als auch die BBSM versicherten, den Bürgerdialog fortzusetzen.

Die nächsten Schritte sind nun die Erarbeitung des INSEK und des Bebauungsplanes, in den die Erkenntnisse des INSEK einfließen. Klar ist offensichtlich schon jetzt, dass die Hauptzufahrten von der Brandenburger Chaussee und von der Nauener Straße angelegt werden. Die enge Baustraße mit ihrem Kopfsteinpflaster spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

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