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Diskussion im Hauptausschuss
Falkensee soll ehrenamtlichen Kinderbeauftragten bekommen

Kinderbeauftragte würden als Experten, zum Beispiel beim Bau für sie bestimmter Anlagen, wie hier dem Bolzplatz in Finkenkrug, mitreden.
Kinderbeauftragte würden als Experten, zum Beispiel beim Bau für sie bestimmter Anlagen, wie hier dem Bolzplatz in Finkenkrug, mitreden. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 14.02.2020, 07:02 Uhr
Falkensee Potsdam hat einen, Frankfurt/Oder, Nauen und die Kreisstadt Rathenow, sie alle haben einen Kinderbeauftragten. Am Mittwoch wurde im Hauptausschuss diskutiert, ob es in Falkensee einen hauptamtlichen oder ehrenamtlichen Kinderbeauftragten geben soll. Dabei zogen einige Ausschussmitglieder die Notwendigkeit eines Kinderbeauftragten an sich in Zweifel.

Vielleicht war auch nicht ganz klar, was genau die Aufgaben eines Kinderbeauftragten sein sollten. So äußerten sich einige der Ausschussmitglieder sehr enttäuscht, dass der Jugendbeirat die Aufgabe nicht übernehmen wolle. Und auch nicht könne, wie Toni Kissing, Mitglied im Beirat versicherte. Nicht nur weil Kindheit und Jugend zwei verschiedene Paar Schuhe sind, auch vom Aufwand könne das nicht gestemmt werden, erklärte er.

Andrè Graf (AfD) sieht in einem Kinderbeauftragten eine Einmischung in familiäre Aufgaben, sieht die Gefahr, dass die Familie von der Verwaltung geschwächt wird. Er beschreibt Falkensee als kinderfreundlich und die Kinderrechte würden durch das Grundgesetz ausreichend gestärkt, sagt er. Sein Parteikollege Ulrich Storm sieht, "wie sich die Beiräte geschwulstartig ausbreiten" und plädiert für einen Beirat, der die Interessen der Erwachsenen Männer zwischen 20 und 60 Jahren vertritt.

Julia Concu (Grüne/Jugendliste) spricht sich für den Kinderbeauftragten aus und würde sich hier eine hauptamtliche Stelle in Teilzeit wünschen.

Ein Kinderbeauftragter soll die Interessen der Kinder vertreten, bei allen Planungen der Stadt und prüfen, ob deren Belange berücksichtigt wurden. Sie planen, koordinieren und kontrollieren städtische Aktivitäten und schauen, ob diese zur Erhöhung der Kinder- und Familienfreundlichkeit beitragen.

Bürgermeister Heiko Müller (SPD) warnte, man müsse aufpassen, dass der Kinderbeauftragte nicht in fremde Kompetenzen eingreife. Amid Jabbour (FDP) sagte: "Es geht um die Belange der Kinder, im Verkehr zum Beispiel oder beim Bauen von Spielplätzen." Da könne die Stadt noch einiges besser machen.

Gerhard Thürling (Linke) hielt sich in seiner Aussage knapp und sagte, der hauptamtliche Kindebeauftragte wäre aus seiner Sicht notwendig. Peter Kissing (SPD) meinte, die Stadt habe bereits gezeigt, sie setzte sich für die Belange der Kinder und Jugendlichen ein. Er plädierte für eine ehrenamtlich ausgeführte Tätigkeit. Das sieht seine Parteigenossin Catharina Bockelmann ebenso und erklärt noch einmal, dass sie bei der Wahrnehmung der Kinderbelange auf die Jugend gesetzt hatte. Ähnlich äußert sich auch Daniela Zießnitz (CDU). Sie sieht viele der beschriebenen Aufgaben beim Landkreis, würde aber für einen ehrenamtlichen Kinderbeauftragten stimmen. Ulf Hoffmeyer-Zlotnik vom Seniorenbeirat glaubt nicht, dass man diese Aufgabe vernünftig im Ehrenamt erledigen könnr.

Am Ende ließ der Ausschussvorsitzende Hans-Peter Pohl (CDU) für ein Stimmungsbild abstimmen. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder stimmte für einen ehrenamtlichen Kinderbeauftragten.

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