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Corona im Havelland
Große Hilfsbereitschaft in der Krise

Das Aufeinander hocken in der Wohnung kann zu Konflikten in den Familien führen. Uta Lauer steht mit ihrem Sorgentelefon für solche Fälle zur Verfügung.
Das Aufeinander hocken in der Wohnung kann zu Konflikten in den Familien führen. Uta Lauer steht mit ihrem Sorgentelefon für solche Fälle zur Verfügung. © Foto: Uta Lauer
Silvia Passow / 04.04.2020, 07:30 Uhr - Aktualisiert 04.04.2020, 07:59
Havelland (BRAWO) In der Corona-Krise ist gerade eine Welle der Solidarität zu erleben. Alltagshelden gehen einkaufen, holen Rezepte vom Arzt ab, lösen sie in der Apotheke ein und bringen sie wildfremden Menschen, Menschen, die zur sogenannten Corona-Risikogruppe gehören. Damit diese ihr Zuhause nicht verlassen müssen und nicht Gefahr laufen, sich anzustecken.

Es wurden Sorgentelefone eingerichtet. Denn Sorgen gibt es viele: um die Gesundheit, die Eigene und die der Herzmenschen. Das Zuhause bleiben kann sich für manche wie ein Gefängnis anfühlen. Was wenn die Emotionen überkochen, wenn aus Verzweiflung Wut, aus aufgestauter Angst, freigelassene Gewalt wird? Auch hier gibt es Rat und Hilfe, bieten Menschen eine Telefonnummer und einen Gesprächspartner, der zuhört. Viele Menschen bieten ihre Dienste in Zeiten der Krise kostenfrei und vorbehaltslos an Hier ist eine kleine Zusammenstellung:

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Angebote in Falkensee

Ein Angebot der ersten Stunde kam vom Jugendforum, gemeinsam mit dem Netzwerk "Fahrradfreundliches Falkensee" und dem interkulturellen Begegnungszentrum "B 84". Wer Hilfe beim Einkaufen benötigt, kann sich von Montags bis Samstags von 10 bis 14 Uhr unter 03322/2938901 melden.

Das Beratungs- und Begegnungszentrum Falkensee e.V. hat von Montags bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr ein Sorgentelefon eingerichtet. Unter der 03322/3265 oder der 03322/214657 können sich Bürger mit allen Anliegen melden.

Anfragen zu konkreten Hilfeleistungen nimmt man am Sorgentelefon der Ev. Heilig Geist Kirchengemeinde unter der Rufnummer 03322/235443 entgegen.

Die ergänzende unabhängige Beratungsstelle (EUTB) ist auch weiterhin besetzt und für alle Fragen rund um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung ansprechbar. Uta Lauer von der EUTB wendet sich mit dem Beratungsschwerpunkt "Persönlichen Krisen" an Menschen, die aufgrund der Maßnahmen zum Infektionsschutz besonders unter Druck stehen. "Wenn Familien jetzt, ohne die Möglichkeit raus zu kommen, in der Wohnung bleiben, dann kann Druck entstehen. Bitte, bevor Sie etwas tun, was sie später bereuen, ihnen die Hand ausrutscht, rufen sie mich an", bittet Lauer. Sie möchte mit ihrem Sorgentelefon besonders die Kinder vor mit der Situation überforderten Eltern schützen. Das Angebot der Beratung von Familien, in denen ein oder mehrere Menschen mit Behinderung leben, bleibt bestehen, ist zur Zeit allerdings nur telefonisch, via E-Mail oder Fax, besonders wichtig für hörgeschädigte Menschen, möglich. Kontakt: 03322/4227167 oder: 0176/76657133 oder per Fax: 03322/4227168 oder E-Mail an: uta.lauer@behinderte-eltern.de Das Angebot setzt in der Osterwoche aus, danach ist Uta Lauer wieder erreichbar.

Auch das Team der Kontaktstelle Demenz des ASB steht telefonisch weiter mit Rat und Tat zur Verfügung. Hilfesuchende können sich an die 03322/284437 oder die 0176/10036611 wenden.

Nachbarschaftliche Hilfe bietet der Ortsverband der SPD an. Unterstützung beim Einkaufen und Erledigen von Besorgungen für Angehörige der Risikogruppen gibt es unter: 0172/8078381 oder Mail an: coronahilfe@spd-falkensee.de

Einen ähnlichen Service bietet Die Linke an. Die Telefon-Hotline ist Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 9 bis 12 Uhr am Dienstag von 16 bis 18 Uhr geschaltet: 03322/423139.

Einkaufen für Menschen aus Risikogruppen, abholen von Rezepten, einlösen in der Apotheke und Medikament abgeben, das übernimmt auch der ASB Falkensee in Zusammenarbeit mit dem Bündnis für Familie und der Kontaktstelle Demenz. Das Angebot richtet sich vorerst an die Falkenseer. Individuelle Absprachen sind möglich. Kontakt: Montag-Freitag von 9 bis 12 Uhrunter 03322/284438 oder wirhelfen@asb-falkensee.de

Angebote in Nauen:

In der Funkstadt bietet der Behindertenverband Osthavelland einen kostenlosen Einkaufsservice für ältere und körperlich eingeschränkte Menschen an. Kontakt: 03321/48092, Fax: 03321/460917 oder E-Mail an: Behindertenverband.OHV@jannaschinfo.de

Das Angebot der Johanniter richtet sich an Kinder und Jugendliche, denen bei der Abschottung die Decke auf den Kopf zu fallen droht. Am Telefon, über WhatsApp und andere Kanäle werden hier Ideen zum Zeitvertreib angeboten. Telefon: 03381/701017, Fax: 03381/701270, oder E-Mail an: rahel.mertin@johanniter.de. Weitere Infos: www.johanniter.de/rv-brbnw

Stefan Woye hat in seinem REWE Markt in Nauen extra Einkaufszeiten für Senioren eingerichtet - jeweils montags und freitags von 6 bis 7 Uhr morgens.

Angebote aus Dallgow-Döberitz:

Auch der Dallgower Bürgerbus hat sich den neuen Bedingungen angepasst. Statt Personen werden nun vorbestellte Lebensmittel transportiert. Das Angebot richtet sich an Menschen, denen es gesundheitlich nicht gut geht und Menschen mit eingeschränkter Mobilität, mit Wohnort in der Gemeinde und die keine Angehörigen haben, die diese Aufgabe übernehmen könnten. Erledigt werden Einkäufe, Rezepte beim Arzt abholen und in der Apotheke einlösen, dringende Erledigungen bei der Post. Von Sonntag bis Freitag kann der Bedarf in der Zeit von 17 bis 18.30 Uhr angemeldet werden. Rufnummer: 03322/241545.

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Angebote in Schönwalde-Glien:

Brigitte Römer vom Seniorenbeirat bietet für die Senioren der Gemeinde einen Einkaufsservice und einen Begleitservice bei Arztbesuchen. Kontakt: 0176/81312771.

Brieselang:

In Brieselang vermittelt Manuela Wolke, die Vorsitzende des Seniorenbeirates, Unterstützung bei Einkäufen und Besorgungen. Kontakt: 0157/74746924.

Wustermark:

Hier hat die Gemeinde auf Initiative des Ortsvorsteher aus Elstal, Oliver Kreuels, ein Hilfsangebot geschnürt. Senioren, Menschen, die der Risikogruppe angehören und/oder in Quarantäne sind,können sich bei den Einkäufen unterstützen lassen. Kontakt: Telefon: 033234/73444 oder via E-Mail an: einkaufsvermittlung@wustermark.de

Der Humanistische Freidenkerbund Havelland hat ein Sorgentelefon für Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde geschaltet. Da alle Treffpunkte für Kinder und Jugendliche geschlossen sind, will der Freidenkerbund hier eine Möglichkeit zum Austausch schaffen. Bei Langeweile, Sorgen, Problemen oder Redebedarf steht das Kinder- und Jugendhilfeteam telefonisch zur Verfügung unter der Rufnummer: 033234/89248. Das Sorgentelefon ist Montags bis Freitags (Osterfeiertage sind ausgenommen) von 13 bis 17 Uhr erreichbar.

Die Städte und Gemeinden beantworten viele Fragen auf ihren Internet-Auftritten. Auch hier gibt es Hinweise für Hilfsangebote und Sorgentelefone sind geschaltet.

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