Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ehrung in Falkensee
Goldener Meisterbrief für Paul-Georg Wiedemann

Egbert Neubauer / 21.05.2020, 07:02 Uhr
Falkensee In der Falkenhagener Straße 17 in Falkensee sitzt die Firma Wiedemann Sanitär- und Heizungstechnik. Der Inhaber dieser Firma, Daniel Schrumpf, erwartete am 19. Mai den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, Ralph Bührig, zur Übergabe des Goldenen Meisterbriefs an den Firmengründer Paul-Georg Wiedemann.

Für diesen wurde dieser Dienstag zu einen ganz besonderer Tag. Er wusste wohl, dass es eine Überraschung für ihn geben soll, nur nicht, welcher Art diese sein würde. Für Eingeweihte lag der Überraschungsgrund auf der Hand. Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 19. Mai 1970, hatte Paul-Georg Wiedemann seine Meisterprüfung im Schlosserhandwerk abgelegt. Dieses Jubiläum wurde von Daniel Schrumpf zum Anlass genommen, um Meister Wiedemann in feierlicher Form den Goldenen Meisterbrief überreichen zu lassen.

Im Firmenbüro trafen sich am Dienstagmorgen Vertreter der Handwerkerschaft, der Presse und der Familie. Gemeinsam mit Ehefrau Jutta gingen der Jubilar und seine Gäste in die nahe gelegene Falkenhagener Kirche. In dieser steht seit fünfzig Jahren das Meisterstück von Schlossermeister Wiedeman: ein großer Kerzenleuchter aus geschmiedetem Stahl mit einer Kupferschale.

Vor diesem Leuchter positionierte sich der Jubilar zusammen mit Ralph Bühring, Rainer Deutschmann, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Havelland und Heinz Ziesecke, dem bekannten Falkenseer Schlossermeister. Mit lobenden Worten dankte Ralph Bühring dem Meister Wiedemann für sein langjähriges handwerkliches Engagement und überreichte dem Jubilar den Goldenen Meisterbrief. Dazu gab es als Präsent ein Buch über das Handwerk in Westbrandenburg und einen Blumenstrauß von Rainer Deutschmann.

Wiedemann bedankte sich für die Würdigung und erzählte dem fachkundigen Publikum, wie es zu seinem Meisterstück kam. Als Mitglied des kirchlichen Posaunenchors hatte er damals mit Pfarrer Bolze den Gedanken einen großen Leuchter für die Kirche zu schmieden, der als Osterleuchter genutzt werden sollte. "Das Meisterstück zu fertigen, war eine richtige Herausforderung", erklärte der Jubilar. "Das Eisen musste im weiß-glühenden Zustand exakt nach meiner vorher gefertigten Zeichnung geschmiedet und dabei immer genau auf Temperatur gehalten werden. Hinzu kam ein weiteres Problem beim Treiben der Kupferschale. Die Spannung im Metall erschwerte es, einen gleichmäßigen, gerundeten Rand zu meistern", erinnerte sich Wiedemann. Schlossermeister Heinz Ziesecke war der damalige Schaumeister für das Meisterstück von Wiedemann und hat dieses praktisch von der Vorlage bis zur Verwirklichung begleitet.

Im Dezember 1976 erwarb Wiedemann einen weiteren Meisterbrief , den für das Installateurhandwerk und baute sich sein Unternehmen in der Falkenseer Bahnhofstraße auf. Nach der Wende musste er diesen Standort aufgeben und fand einen Neuanfang in der Falkenhagener Straße. Dort führte er mit viel Elan und Engagement die Firma Wiedemann Sanitär- und Heizungstechnik weiter zum Erfolg. 2007 übergab Meister Wiedemann die Firma in die Hände von Daniel Schrumpf.

Im Büro klang die feierliche Übergabe bei einem Gläschen Sekt in lockerer Atmosphäre aus. Beim gemeinsamen Schwelgen in Erinnerungen erfuhren die Anwesenden noch vielerlei Höhepunkte aus dem Handwerkerleben. So auch den, dass Meister Wiedemann sein Wissen gern und fachkundig an Auszubildende weitergab. Allein drei seiner einstigen Gesellen sind heutzutage selbst wieder als Meister tätig.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG