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Kinderbetreuung in Frauenhäusern nötig

Catrin Seeger (mi.) mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Ehefrau Elke Büdenbender.
Catrin Seeger (mi.) mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Ehefrau Elke Büdenbender. © Foto: weber
Simone Weber / 12.01.2018, 10:16 Uhr
Berlin/Rathenow (BRAWO) "Ich war ganz aufgeregt und hatte mir lange überlegt, was ich Frank-Walter Steinmeier in den wenigen Sekunden neben ihm stehend sagen wolle und welches kleine Geschenk ich ihm mitbringe", so Catrin Seeger darüber, wie sie sich am Dienstag fühlte. Als eine von zwei Westhavelländerinnen war die Rathenowerin zu Gast im Berliner Schloss Bellevue. Eine Ehrung! Der Bundespräsident hatte an seinem Amtssitz zum Neujahrsempfang eingeladen.

Aber warum so aufgeregt? Schließlich hat Catrin Seeger im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Landessprecherin des 1995 gegründeten Netzwerks brandenburgischer Frauenhäuser schon so manchen Spitzenpolitiker und -repräsentanten getroffen. So 2016 den damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck.

Im September 1992 begann die gelernte Krippenerzieherin mit dem Aufbau des am 28. Januar 1993 eröffneten Frauenhauses in Rathenow, das sie seitdem leitet. Es ist eines von heute 21 Frauenhäusern in Brandenburg. Träger der Einrichtung in der Kreisstadt ist der Unabhängige Frauenverein, den Catrin Seeger 1993 gründete und dem sie seither vorsteht.

"Mich motiviert, dass die Frauen für sich und ihre Kinder die Chance auf ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben erhalten und auch, dass durch so eine Ehrung auch die Arbeit der vielen ehrenamtlich Tätigen auf diesem Gebiet gesehen und gewürdigt wird", sagte sie vor Ort gegenüber BRAWO und machte auf ein dringendes Problem aufmerksam: "Das schwächste Glied sind die betroffenen Kinder. Die Frauen, die bei uns Zuflucht suchen, haben keinen Anspruch auf Betreuung ihrer Kinder in der Kita. Auch mit passenden Schulplätzen ist es manchmal schwierig. So habe ich Elke Büdenbender beim Essen auch erzählt, dass die Frauenhäuser für die Kinder der Zuflucht suchenden Frauen eine Betreuungskraft benötigen. Für unser Frauenhaus werden lediglich zwei Vollzeitarbeitsstellen bezahlt."

Bei der Gesprächspartnerin handelt es sich um die Ehefrau des Bundespräsidenten. Gemeinsam haben sie, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mit den rund 70 geladenen Gästen gespeist. Bei der Gelegenheit hatte sich das Gespräch zwischen den Frauen entwickelt. "Elke Büdenbender interessierte sich sehr für das Thema Frauenhäuser. Ich konnte ihr viel über meine berufliche und damit verbundene ehrenamtliche Tätigkeit erzählen", so Catrin Seeger, die durch ihre Mitarbeiterin Jana Reinhardt nach Berlin begleitet wurde.

Nach Studium in Leipzig hatte sich die Diplom-Sozialarbeiterin und Diplom-Sozialpädagogin im Jahr 2006 auf die bundesweit ausgeschriebene Stelle hin in Rathenow beworben. Seither ist sie im Frauenhaus tätig, bei dem es sich, korrekt ausgedrückt, um ein Beratungs- und Krisenzentrum für Frauen aus der Region handelt. Beratung bietet es montags bis freitags, 9.00 bis 17.00 Uhr, unter 03385/503615 in Rathenow sowie jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat, 9.30 bis 15.30 Uhr, im Falkenseer Bürgeramt und jeden ersten Montag im Monat, 10.00 bis 16.00 Uhr, im Nauener Mehrgenerationenhaus. Notrufhotline: 0179/6699809.

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