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Ohne Tore
Fußballerische kam zu kurz

„Mister Zuverlässig“ Murat Turhan setzte in der 42. Minute den Ball über das Lichtenberger Tor.
„Mister Zuverlässig“ Murat Turhan setzte in der 42. Minute den Ball über das Lichtenberger Tor. © Foto: MZV
Yasmine Nießner / 16.04.2018, 15:44 Uhr
Rathenow (MOZ) 0:0 war das falscheste mögliche Ergebnis. Das entspricht wohl nicht korrekter Grammatik, aber dem Spielverlauf des Oberligaspitzenspiels. Die Fußballer des FSV Optik Rathenow und SV Lichtenberg 47 zeigten über die kompletten 90 Minuten einen offenen Schlagabtausch.

Ohne jegliche Abtastphase legten beide Reihen los, nach fünf Minuten hätte es 1:1 stehen können. Es ging anschließend nicht ständig auf und ab, eher hatte jedes Team immer wieder eine Phase, in der es gefährlicher war.

Für die Zuschauer wurde es so ein ungemein unterhaltsamer Nachmittag. Erst klärte Bjarne Rogall gegen Christian Gawe, Thomas Brechler und Philipp Grüneberg, dann kam Rathenow durch Jerome Leroy (Freistoß auf`s Netz), Suguru Watanabe, dessen scharfe Hereingabe niemand verwerten konnte und erneut Leroy, seine misslungene Flanke senkte sich beinahe ins lange Eck, zu Möglichkeiten.

Nachdem Nils Fiegen noch einmal für die Gäste vergab, kam nach 42 Minuten die größte Chance des Spiels. Über Watanabe und Benny Wilcke wurde Murat Turhan komplett freigespielt, schoss dann aber vorbei. Selbst Gäste-Coach Uwe Lehmann wunderte sich: " Murat ist sonst kalt wie Hundeschnauze..."

Auch in der zweiten Hälfte blieb es spannend, ein Treffer lag jederzeit im Bereich des Möglichen. Während bei den Gästen, die mit einer prima Raumaufteilung beeindruckten, nun einige Male nach feinen Kombinationen der letzte Pass knapp an Tor oder Mitspieler vorbeiflog, zeigten sich beim FSV erst Süleyman Kapan, dann die eingewechselten Burak Tasar und Cüneyt Top im Abschluss zu umständlich. Pech hatte Jerome Leroy, dessen wohl unhaltbarer 25-Meter-Volley das Ziel um Zentimeter verfehlte. Die letzte Chance in einem sehr spannenden Match hatte wieder Top, dessen Direktabnahme Niklas Wollert um den Pfosten drehte.

Zwei positive Aspekte aus Sicht des Berichterstatters: So oft und schnell die Emotionen bei vielen harten Zweikämpfen auch hochkochten, so schnell beruhigten sich die Gemüter auch wieder. Der gute Schiedsrichter Daniel Kresin aus Leipzig (der Vorbericht hatte doch recht, wieder gab es unter seiner Leitung ein Remis) musste nur einmal Gelb ziehen.

Und nach dem Schlusspfiff bewiesen die Fans ein feines Gespür dafür, das die Truppe alles gegeben hat. Trotz des 0:0 wurde die Mannschaft mit viel Applaus und aufmunternden Sprechchören verabschiedet. Was sie an positivem mitnahmen, darüber waren die Trainer hinterher allerdings unterschiedlicher Ansicht.

Uwe Lehmann: "Da war ganz schön Druck auf dem Kessel. Für beide war der Sieg möglich. Mit der Spielanlage meiner Mannschaft war ich zufrieden. Beide hatten Chancen, die größte natürlich Optik. Murat ist sonst kalt wie Hundeschnauze. Aber auch wir hatten ein paar Möglichkeiten, wir müssen und können mit dem Punkt leben."

Ingo Kahlisch sah es kritischer: "Mit Einsatz und Laufbereitschaft war ich zufrieden, fußballerisch nicht. Zu viele Fehler, wir halten den Ball zu lange, spielen nicht den einfachen Pass. Aber zu vorige Woche haben wir uns gesteigert, das ist okay. Druck auf dem Kessel ist doch in jedem Spiel. Du willst noch aufsteigen und wir wollen aufsteigen, da ist das doch klar.

Ich habe damals nach dem Sieg bei TeBe gewarnt, wie lang der Weg noch wird. Trotzdem werden wir alles versuchen, da oben zu bleiben. Jetzt werden einige anfangen zu rechnen. Wir haben noch vier Heimspiele, die wollen wir alle gewinnen. Wenn es dann auswärts auch noch klappt, können alle weiterrechnen..."

Das erste der vier angesprochenen Heimspiele gibt es bereits am kommenden Samstag (21. April). Da trifft der FSV Optik um 14 Uhr auf den FC Anker Wismar.

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