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Sehhilfen
Dank Braille lesen können

Zum Tag der Sehbehinderung organisierten die Ortsgruppen Rathenow und Premnitz des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Brandenburg eine Ausstellung.
Zum Tag der Sehbehinderung organisierten die Ortsgruppen Rathenow und Premnitz des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Brandenburg eine Ausstellung. © Foto: Manuela Bohm
Manuela Bohm / 11.06.2018, 16:38 Uhr
Rathenow Der Franzose Louis Braille (1809-1852), als Kleinkind erblindet, entwickelte 1825 die Blindenschrift mit sechs Punkten. Sie wird von Betroffenen mit den Fingerspitzen ertastet. Der 78-jährige Heinz Bräsicke gehört zu den Menschen, die die Braille-Schrift lesen können. Er weiß viel zu berichten über die Schrift, ihre Eigenarten und verschiedene Formen.

Der inzwischen nach Rathenow umgezogene Premnitzer ist nach und nach erblindet und lernte als zirka 40-Jähriger die Schrift kennen. So konnte er seinen Beruf im Chemiefaserwerk weiter ausüben. Heute ist Bräsicke ein engagierter Rentner. Viele Jahre leitete er die Premnitzer Ortsgruppe des Blinden- und Sehbehindertenverbands (BSBV). Sie war ebenso an der Organisation einer Ausstellung beteiligt wie die Ortsgruppe aus Rathenow, die beide im BSVB Brandenburg organisiert sind. Während der Ausstellung im Kulturzentrum in der havelländischen Kreisstadt zeigte Heinz Bräsicke herkömmliche Möglichkeiten, die Braille-Schrift zu tippen. Daneben waren Hilfsmittel zu erleben, die blinden und sehbehinderten  Menschen das Leben erleichtern bzw. erst ermöglichen. Dazu zählen Lesegeräte.

Lupen sind praktisch allen ein Begriff. Es gibt sie allerdings auch in digitaler Machart. Ein solches Lesegerät sieht wie ein gekippter Bildschirm auf einem Ständer aus. Auf dem Bildschirm erscheint ein um ein vielfaches vergrößertes Bild der Vorlage, die darunter gelegt wird.  Die Firma Optikservice Rathenow zeigte einen Querschnitt ihres Angebots: „Von der einfachsten Anklipp-Lupe für die Brille über Kantenfilter-Gläser, um die Kontrastwellen zu stärken, bis hin zum Bildschirmlesegerät halten wir verschiedenste Hilfsmittel vor“, so Inhaber André Schwolow. Die Bildschirmgeräte unterstützen zu Hause das Lesen von Schriftstücken, das Schreiben und auch einfache Handarbeiten. Geräte dieser Art werden von Sehbehinderten genutzt, deren Sehkraft weniger als 30 Prozent beträgt. Auch Software kann als Hilfsmittel eingesetzt werden, zur Vergrößerung des Computerarbeitsplatzes.

Die Berliner Blindenhörbücherei kümmert sich um ein spezielles Freizeitangebot. Aus 18.000 Titeln können die bislang rund 1.000 Nutzer dieser Leihbücherei wählen. Die Hörbücher kommen als CD zu den Blinden und Sehbehinderten, die zur Wiedergabe ein entsprechendes Gerät benötigen. Die Titel sind kostenfrei verfügbar. Für diese durch Zuwendungen gestützte Dienstleistung sind Spenden immer wieder gern gesehen.

„Mir ist heute der Gedanke der Prävention wichtig“, erklärte Anja Bergmann. Sie weiß, dass Rohkost dem Augenlicht gut tut wie auch verschiedene Kräuter. „Beim Grauen Star kann man auch mit Schüßler-Salzen arbeiten, so dass sich nach der Diagnose der Graue Star nicht zu sehr verschlechtert“, so die Sehtrainerin. Auch erklärte sie Sehübungen, die für jeden - egal ob mit oder ohne Brille - von Interesse sein könnten. „Sehübungen gibt es schon über 100 Jahre“, sagte Bergmann. Eine dieser Übungen sei das Palmieren. Das sei leicht in den Alltag zu integrieren.

Wer überwiegend am Bildschirm arbeitet, kann durch Palmieren seinen Augen drei Minuten Ruhe geben. Dazu werden die Handflächen durch Reiben erwärmt und die Augen damit zugehalten. „Durch den Dunkelzustand reproduzieren sich Botenstoffe in der Netzhaut, Energie wird in den Sehzellen wieder bereitgestellt“, so Anja Bergmann.

Mit der Ausstellung zum Tag der Sehbehinderung wollten die Ortsgruppen des Blinden- und Sehbehindertenverbands auf sich aufmerksam machen. Im Westhavelland gibt es zwei BSVB-Betreuungsgruppen. Sie treffen sich einmal im Monat in Rathenow und Premnitz. Die Premnitzer Gruppe kommt am 19. Juni, 14.00 Uhr, in den Räumen der AWO in der Liebigstraße in Premnitz zusammen. Bürgermeister Ralf Tebling hält bei diesem Termin einen Vortrag zum Thema „Die Stadt Premnitz heute und morgen“.

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