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Kosmischer Newsletter aus dem Sternenpark Westhavelland
Dezember 2018:  Viele Sternschnuppen und ein heller Komet

So sichtbar wie der Komet 21P-Giacobini-Zinner im Sommer dieses Jahres (im Bild) kann auch der Komet 46P/Wirtanen am 16. Dezember am Nachthimmel erscheinen.
So sichtbar wie der Komet 21P-Giacobini-Zinner im Sommer dieses Jahres (im Bild) kann auch der Komet 46P/Wirtanen am 16. Dezember am Nachthimmel erscheinen. © Foto: Thomas Becker
Thomas Becker / 01.12.2018, 06:15 Uhr
Parey Während die Sternschnuppen der Geminiden alljährlich Mitte Dezember einen astronomischen Höhepunkt darstellen, gibt es 2018 höchstwahrscheinlich ein zusätzliches Bonbon am Nachthimmel zu sehen. Der Komet 46P/Wirtanen wird am 16. Dezember im Abstand von nur 11,6 Millionen Kilometern an der Erde vorbeifliegen. Da er nur wenige Tage vorher seinen geringsten Abstand zur Sonne erreicht, sind die Beobachtungsbedingungen für diesen Schweifstern 2018 sehr günstig.

Wenn er sich an die Vorhersagen hält, sollte er unter dem dunklen Himmel des Sternenparks Westhavelland außerhalb von größeren Ortschaften mit bloßem Auge zu sehen sein. Da er eine recht große Ausdehnung haben wird, bleibt jedoch seine Flächenhelligkeit eher gering. Das bedeutet, er wird nicht als strahlend helles Objekt, sondern wahrscheinlich eher als diffuses Nebelwölkchen in Erscheinung treten.

Allerdings sind Kometen immer für eine Überraschung gut. Zum einen könnte er deutlich heller werden als berechnet, zum anderen könnte er auch so schwach bleiben, dass er nur mit einem Feldstecher zu finden sein wird. Im Moment hält er sich jedoch an die Vorhersage. Bald wissen wir mehr. Eine Aufsuchkarte ist auf der Sternenpark-Webseite unter „Beobachtungstipps“ zu finden.

Die bereits erwähnten Sternschnuppen der Geminiden erreichen ihr Maximum am 14. Dezember während der frühen Nachmittagsstunden. Das bedeutet, dass die Nächte 13./14. und 14./15. Dezember mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde aufwarten können. Der Mond geht noch vor Mitternacht unter, so dass die Beobachtungsbedingungen in diesem Jahr perfekt sind. Die beste Zeit sind die frühen Morgenstunden des 14. Dezember kurz vor Beginn der Dämmerung.

Da sich die Erde im Laufe der Nacht sozusagen in die Flugrichtung dreht, sind bei fast allen Sternschnuppenströmen in den Morgenstunden deutlich mehr Sternschnuppen zu sehen als am Abend. Das Besondere an den Geminiden ist ihre relativ langsame Geschwindigkeit von ca. 35 Kilometer pro Sekunde. Sie erscheinen daher fast wie fallende Sterne, während die doppelt so schnellen Perseiden im August eher wie Leuchtspuren wirken.

Zudem möchte ich noch auf den Sternschuppenstrom der Quadrantiden hinweisen. Er erreicht sein Maximum jedes Jahr am 4. Januar mit ebenfalls mehr als 100 Sternschnuppen pro Stunde. Da die Zeit seines Maximums jedoch nur wenige Stunden andauert, kommt es für einen bestimmten Ort auf der Erde nur selten vor, dass die Bedingungen ideal sind. Das bedeutet, dass das Maximum in den Stunden vor Sonnenaufgang stattfindet und kein Mond am Himmel steht. 2019 passt für Mitteleuropa alles perfekt zusammen.

Die höchste Aktivität wird gegen 4:00 Uhr am 4. Januar erwartet, und der Mond taucht als schmale Sichel erst in der Dämmerung auf. Bleibt nur noch das Wetter als möglicher Spielverderber. Also Daumen drücken für alle kälteresistenten sternenbegeisterten Frühaufsteher!

Wenn Sie gelungene Fotos dieser Himmelsereignisse gewinnen sollten, senden Sie sie gerne an thomas.becker@LfU.brandenburg.de. Nicht alle, aber die schönsten davon können auf den Fotogalerien der Sternenpark-Webseite veröffentlicht werden.

Mondphasen:

Neumond - 07.12. / Erstes Viertel - 15.12. / Vollmond - 22.12./ Letztes Viertel - 29.12.

Veranstaltungen: Informationen auf www.sternenpark-westhavelland.de

Donnerstag, 13. Dezember, 20.00 Uhr - „EinBlick ins Universum“ -  Vortrag „Kometen und Sternschnuppen“ mit Beobachtung im Sternenblick Parey, Pareyer Dorfstraße 5, 14715 Havelaue OT Parey. Spende erbeten.

Freitag, 14. Dezember, 19.00 Uhr - „Sternenabend mit kleiner Wanderung“,  Vortrag und Nachtwanderung mit Marion Werner in Strohdehne (8 Euro). Infos dazu auf www.marion-werner.de, Anmeldung per E-Mail an marion.werner@freenet.de oder telefonisch unter 033875/90192.

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