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Bildung
Volkshochschule im 100. Jahr

René Wernitz / 10.01.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 10.01.2019, 16:28
Havelland (MOZ) Sehr blickig würde man heute wohl in der hiesigen Sternenpark-Region sagen: Denn mit „Bausteine des Weltalls“ hatte die Volkshochschule einen acht Abende umfassenden Kurs im Angebot. Dieser liegt aber schon lange zurück. Er bildete den Auftakt, nachdem die VHS in Rathenow am 21. Oktober 1919 eröffnet wurde. Ihre Gründung jährt sich im Herbst also zum 100. Mal. Die VHS in Trägerschaft des Ende 1993 aus den Kreisen Rathenow und Nauen geschaffenen Landkreises Havelland widmet sich dem Jubiläum mit einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel: „Lust auf Zukunft?“. Diese startet am 16. Januar mit einem Vortrag am VHS-Standort in Rathenow, in dem das anhaltende Insektensterben thematisiert wird. Da sich die Kreisstadt ebenso im Naturpark Westhavelland befindet, könnte auch das als durchaus blickig bezeichnet werden.

Die Volkshochschule betreibt zwei Standorte, neben dem im Westen des Landkreises auch einen in Falkensee. Laut VHS-Leiter Dr. Frank Dittmer sind inklusive seiner Person insgesamt sieben Festangestellte beschäftigt. Die Zahl der Dozenten bewegt sich pro Halbjahr zwischen 130 und 150. Je nach dem welche Experten in ihren jeweiligen Fachrichtungen gewonnen werden, ist die VHS in der Lage, neue Kurse bieten zu können. So ist beispielsweise ein Arabisch-Grundkurs ins Programm aufgenommen worden. Geleitet werde er von einer Syrerin, die im Havelland angekommen, zunächst Deutsch lernte. In ihrer Heimat sei sie als Lehrerin tätig gewesen, so Dittmer. Auch für die Einführung in die Gebärdensprache stehe ein Dozent zur Verfügung. Der VHS-Chef bezeichnete das vor Journalisten wie ein „Sechser im Lotto“

Das gesamte Programm ist seit 2. Januar online auf //www.vhs-havelland.de:www.vhs-havelland.de. Flyer sind unter anderem in den B:www.vhs-havelland.de. Flyer sind unter anderem in den B|_blank)$ürgerservice-Bereichen der Kreisverwaltung erhältlich. Thematisch unterteilt wird in „Politik - Gesellschaft - Umwelt“, „Kultur - Kreativität“, „Sprachen“, „Beruf und Computer“ sowie „Gesundheit“ und „Lesen, Schreiben, Rechnen“. Gerade Letzteres erfährt durch eine offiziell gültige Zahl immense Bedeutung: rund 14.000 Havelländer im erwerbsfähigen Alter, können nicht richtig lesen. Bundesweit gilt eine repräsentative Quote von 7,5 Prozent, die daher in allen Regionen des Landes Gültigkeit hat. Frank Dittmer und die in Rathenow tätige VHS-Fachbereichsleiterin Ilka Quast verwiesen auf die Möglichkeiten zur Alphabetisierung. Zudem könnten Schulabschlüsse an der VHS nachgeholt werden. Sie betonten ferner, dass  alle Arbeitnehmer Anspruch (binnen zwei Jahre) auf zehn Tage bezahlte Freistellung zum Zwecke der politischen, kulturellen und beruflichen Bildung hätten. Das nennt sich „Bildungsfreistellung“ bzw. „Bildungsurlaub“. An der VHS in Rathenow werden dafür Sprach-, Computer und (erstmals) Gesundheitskurse geboten.

Übrigens ist die im Oktober 1919 erfolgte Gründung der Volkshochschule in Rathenow ein Ergebnis der zuvor erfolgten revolutionären Wandlungen in Deutschland. Im Artikel 148 der Reichsverfassung von 1919 wurde die Förderung des Bildungswesens, einschließlich der Volkshochschulen, erstmalig gesetzlich verankert. VHS schossen in der Folge wie Pilze aus der Erde. Eine gemeinsame Jubiläumsaktion gibt es bereits am 20. September: „Die lange Nacht der Volkshochschulen“. Und „Wir sind 100“ heißt es am 21. Oktober in der havelländischen Kreisstadt. Dr. Dittmer kündigt eine Festveranstaltung für Dozenten an, zudem eine  öffentliche Bildungs-Kultur-Veranstaltung mit gewissem „Augenzwinkern“. Details verriet er nicht. Dass es in dieser wie vor 100 Jahren um die „Bausteine des Weltalls“ gehen könnte, steht vermutlich nicht zu erwarten. Details zur Geschichte der Volkshochschule gibt es  auf www.vhs-havelland.de.

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