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Bücherei
Nachgefragte Sachbücher

Leiterin Ulrike Wünsch im erneuerter Sachbuch-Raum der städtischen Bibliothek mit neuen Themenbereichen.
Leiterin Ulrike Wünsch im erneuerter Sachbuch-Raum der städtischen Bibliothek mit neuen Themenbereichen. © Foto: Manuela Bohm
Manuela Bohm / 11.01.2019, 13:04 Uhr - Aktualisiert 12.01.2019, 15:23
Rathenow (MOZ) Der Vergleich mit dem Taubenschlag wäre sicher zu viel - dennoch, die Rathenower Stadtbibliothek war dieser Tage gut besucht, und die Nutzer mussten teils an der Theke zur Ausleihe anstehen. Ob es daran lag, dass geliehene Medien nach der Schließzeit der Einrichtung zurückgegeben werden mussten, oder die Neugierde am neu eingereichten Teil Der Bibliothek überwog, ist nicht zu sagen.

Rund drei Wochen war die Stadtbibliothek am Schleusenplatz im Dezember geschlossen. 30.000 Euro wurden vom Träger, der Kommune, in die Hand genommen, um den größten der Räume zu renovieren und mit neuen Regalen auszustatten. „Wir haben unseren Sachbuchbereich umgestaltet“, so Bibliotheksleiterin Ulrike Wünsch. In den alten am Boden verankerten Regalen standen Bücher teilweise seit 40 Jahren. Viele wurden ausgemustert oder fanden Platz in der oberen Etage. „Einige Exemplare wurden weniger gebraucht. Wir haben nun Themenbereiche aus der oberen Etage nach unten geholt, die an unseren Nutzern teils vorbeigegangen waren“, erklärte Wünsch den Umbau.

In den modernen Regalen finden sich hinter der Ausleihtheke nun Sachbücher unter anderem zu Backen, Kochen, zu Handarbeiten wie beispielsweise Stricken, zu Wohnungseinrichtungen, Gesundheit mit Ernährungsratgebern und auch zu Yoga. „Wir können nun mehr Bücher nach unseren Möglichkeiten präsentieren und den Bestand erhöhen“, sagte die Bibliotheksleiterin, die die veränderte Nutzung des Sachbuchbestands registriert hatte. „Informationen können die Menschen im Internet ziehen. Unsere Leser suchen Ratgeber oder auch Bücher zu aktuellen Themen sowie Biografien. Es geht nicht nur um Infos, sondern auch um Unterhaltung.“

Die neuen Regale passen zum System, das bereits in der Kinderbibliothek Anwendung fand und mit dem der Bereich ausgestattet ist, in dem die Nutzer Romane finden. Zudem sind die Regale auf Rollen gelagert und können beiseite geschoben werden. So gewinnt die städtische Einrichtung am Schleusenplatz einen eigenen größeren Raum für Veranstaltungen. „Zum Vorlesewettbewerb der Sechstklässler reichte der Raum der Kinderbibliothek immer aus. Aber bei Lesungen mit bis zu 50 Zuhörern wurde es sehr eng“, so Wünsch. Den Stresstest, wie viele Zuhörer in den großen Sachbuch-Raum passen, erfolgt wohl am 7. März. An diesem Tag erwartet die Bibliothek den Autoren Robert Rauh. Er liest aus seinem Buch „Fontanes Frauen“, in dem er sich mit den weiblichen Figuren befasst, die den Literaten des 19. Jahrhunderts derart beschäftigten, dass er sie in Figuren seiner Romane widerspiegelte. Diese Lesung wurde von der Friedrich-Naumann-Stiftung zum Jubiläumsjahr „Fontane.200“ angeregt. Weitere Lesungen sollen in diesem Jahr folgen in der Stadtbibliothek.

Mit Veranstaltungen, die, so wünscht es sich die Bibliotheksleiterin, in einem größeren Umfeld angeboten werden können, sollen auch neue Leser/Nutzer ins Haus geholt werden. Der Auftakt der Kooperation mit der Blinden-Bücherei in Leipzig soll ebenso in einem publikumswirksamen Rahmen erfolgen. „Ich wünsche mir auch, dass wir unsere Projekte wie den Sommer-Lese-Club weiter machen können, auch wenn er viel Zeit und Geld bindet. Und ich freue mich immer über den Zuspruch der Schulen und Kitas“, betonte Ulrike Wünsch. Die Nutzer von morgen finden in der Einrichtung nicht nur zahlreiche Bände verschiedenster Reihen zu unterschiedlichsten Themen, Sachbücher zum Vorlesen und Selbstlesen, sondern auch eine gewisse Auswahl an DVDs. Vorlesen sei wichtig, damit Kinder später selbst lesen. Aber auch das Vorleben sei wohl wichtig. Daher regt die Bibliotheksleiterin an, dass Eltern mit ihren Kindern in ihre Einrichtung kommen. „Ein Buch braucht kein Drumherum“, so Wünsch über Ablenkungen unserer digitalisierten Welt.

ÖFFNUNGSZEITEN

Die Stadtbibliothek öffnet ihre Räume am Schleusenplatz 4 montags, dienstags und donnerstags von 10.00 bis 18.00 Uhr sowie freitags von 10.00 bis 14.00 Uhr. Jährlich kann die Einrichtung rund 1.200 neue Bücher hinzukaufen sowie 28 Zeitschriftentitel. Daneben leiht die Bibliothek auch Bestände der Kreisbibliothek. Leser haben die Möglichkeiten Medien über sogenannte  „Onleihe“ zu nutzen.

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