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Neue Märchen
Einsendeschluss an Fouqués Geburtstag

Th. Messerschmidt / 10.02.2019, 08:00 Uhr
Brandenburg (MOZ) „Ein alter Fischer lebt auf einer Landzunge hinter einem von anderen Menschen gemiedenen Spukwald. Er selbst durchquert den Wald oft, um in der Stadt seine Fische zu verkaufen. Dabei fühlt er sich durch seine Frömmigkeit geschützt. Ritter Huldbrand kommt aus dem Wald zum Fischer und bittet ihn um ein Nachtlager. Er versteht sich schnell gut mit ihm und seiner Frau. Dann kommt ihre Pflegetochter Undine und will, gar nicht scheu, vom Ritter seine Abenteuer im Wald erzählt haben…“ So beginnt die Urform des Märchens, das heute zumeist als „Die kleine Meerjungfrau“ bekannt ist und von Hans Christian Andersen stammt. Inspiriert aber hat ihn zu seinem Wasserwesen die „Undine“, die Friedrich Heinrich Karl Freiherr de la Motte Fouqué 1811 in Nennhausen gebar.

Es sollte sein berühmtestes Werk werden und ihn unsterblich machen, wenngleich er lange Zeit ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Selbst in seiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel, in der er am 12. Februar des Jahres 1777 das Licht der Welt erblickt hatte. Und zwar auf der Dominsel, mit Friedrich II. von Preußen als Taufpaten. Dennoch blieb in der Stadt Brandenburg die Fouquéstraße, als Verbindung von der Magdeburger zur Karl-Marx-Straße, über Jahrzehnte das einzige Gedenken an den großen Autoren, von dem auch die Zaubernovelle „Galgenmännlein“, die Dramentrilogie „Der Held des Nordens“ (beide 1810) und der Kreuzfahrerroman „Der Zauberring“ (1813) stammen.

Eine entsprechende Würdigung vollbrachte die Kommune erst am 23. Januar 1998, als sie ihrer Stadtbibliothek den Namen „Fouqué-Bibliothek - öffentliche Bibliothek der Stadt Brandenburg an der Havel“ gab. Die wiederum hegte und pflegte fortan ein Fouqué-Archiv, das auch von der Fielmann AG großzügig unterstützt und bestückt wird.

Außerdem kooperiert die Fouqué-Bibliothek mit der Fouqué-Gesellschaft Berlin-Brandenburg, weiß den Verein Freunde der Fouqué-Bibliothek Brandenburg an der Havel e.V. an seiner Seite und hat im Jahr 2005 gemeinsam mit dem Brandenburger Wochenblatt die wohl allerschönste Art gefunden, Dichter Friedrich de la Motte Fouqué zu ehren – mit einem Märchenwettbewerb. Ein Wettbewerb, der UNDINE getauft ist und alle 7- bis 25-Jährigen einlädt, sich neue Märchen auszudenken und sie aufzuschreiben. Im Laufe der Jahre sind dadurch annähernd 3.000 Märchen entstanden und beinah 200 im Rahmen unterhaltsamer Festveranstaltungen im Brandenburger Theater ausgezeichnet worden.

Gegenwärtig ist der 15. UNDINE- Märchenwettbewerb im Gange, und bald ist Einsendeschluss. Der ist stets am Geburtstag des havelländischen Dichters und somit am kommenden Dienstag, 12. Februar. Die (nicht ganz) einfache Aufgabe: Schreibt ein neues Märchen. Gern auch mehr, aber jeweils nicht länger als acht handgeschriebene A4-Seiten oder 15.000 Computerzeichen. Jede/r Teilnehmer/in hat die Chance auf 150 Euro Siegprämie. Bei den Hauptpreisen gesellt sich noch eine von Künstler Jan Beumelburg gestaltete UNDINE-Statuette hinzu.

Wenigstens zwölf Preise wollen wir dank spendabler Unternehmen und Vereinigungen bei unserer Märchen-Matinee am 17. März ab 11.00 Uhr im Großen Haus des Brandenburger Theaters vergeben. Wer zu den besten Autoren zählt, wird in der Jury-Sitzung am 27. Februar entschieden. Um den Juroren Zeit zum Lesen zu geben und an Fouqués Geburtstag zu erinnern, sind alle neuen Märchen bis zum 12. Februar zu senden oder zu bringen: zur Fouqué-Bibliothek am Altstädtischen Markt 8 oder zum Brandenburger Wochenblatt am Neustädtischen Markt 22a.

Übrigens: Nach den Autoren kommen freilich wieder die Illustratoren an die Reihe, denn der UNDINE-Märchenwettbewerb ist stets zweiteilig. Sind die ausgezeichneten Märchen prämiert, gilt es, sie bildkünstlerisch umzusetzen. Ebenso mit ausgezeichneten Aussichten. Dazu später mehr.

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