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Jobcenter
Rathenower profitiert vom Teilhabechancen-Gesetz

Marco Herm (M.) ist jetzt bei der ZG Zerspanung GmbH in Rathenow festangestellt. Hier ist der neue Mitarbeiter mit Adrian Zirk, Christina Lyss-Busch, David Giese und Ina Fritzsche (v.l.) zu sehen.
Marco Herm (M.) ist jetzt bei der ZG Zerspanung GmbH in Rathenow festangestellt. Hier ist der neue Mitarbeiter mit Adrian Zirk, Christina Lyss-Busch, David Giese und Ina Fritzsche (v.l.) zu sehen. © Foto: René Wernitz
René Wernitz / 21.02.2019, 06:00 Uhr - Aktualisiert 21.02.2019, 08:52
Rathenow/Havelland (MOZ) Das neue „Gesetz zur Schaffung von Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt“, kurz Teilhabechancengesetz, geht auf eine Initiative des SPD-geführten Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zurück. Es wurde im Dezember 2018 beschlossen und trat zum Januar in Kraft. Einige Landkreise sind bereits in der Umsetzung. Im Havelland ist Marco Herm jetzt der erste vormals Langzeitarbeitslose im ALG-II-Bezug, der durch das neue Gesetz in eine Festanstellung gebracht wurde. Der Rathenower arbeitet fortan bei der ZG Zerspanung GmbH im Heimatort. Die Geschäftsführer sowie der neue Arbeitnehmer selbst haben am Mittwoch Besuch aus dem Jobcenter erhalten.

Zur Premiere überreichten Amtsleiterin Christina Lyss-Busch und Sacharbeiterin Ina Fritzsche entsprechende Bewilligungsbescheide an Marco Herm und seine beiden neuen Chefs, Adrian Zirk und David Giese. Das Jobcenter übernimmt die entstehenden Lohnkosten in den ersten beiden Jahren  des Arbeitsverhältnisses zu 100 Prozent, im dritten Jahr zu 90 Prozent, im vierten zu 80 Prozent und im fünften Jahr zu 70 Prozent. Jobcenterchef Dennis Granzow erklärte vor anwesenden Journalisten, dass sich die Beträge zu etwa 40 Prozent  aus dem speisen, was Marco Herm im ALG-II-Bezug ohnehin erhalten hätte. Die anderen 60 Prozent würden aus dem Bundeshaushalt stammen. Hier werde nicht Arbeitslosigkeit, sondern Arbeit finanziert, so Granzow. Das neue Instrument lobten auch die beiden Start-Up-Unternehmer vom Viertellandsweg.

Über das Zustandekommen dieser Kooperation zwischen der Firma und dem Jobcenter sagten Adrian Zirk und David Giese, dass ihr neuer Mitarbeiter durch die Akademie Seehof zu einem Praktikum bei ihnen ermuntert wurde. Da sie recht früh von den Plänen des Jobcenters zur Umsetzung des Teilhabechancengesetzes erfahren hatten, standen sie weit oben auf der  Warteliste, die noch recht kurz sein dürfte. Sie hatten Marco Herm in ihrem Antrag genannt. Laut Granzow könne die Beantragung mit oder ohne Wunschkandidaten erfolgen. Das Jobcenter prüft gründlich, wählt für jeweilige Tätigkeiten in Frage kommende Leute aus und lädt diese und die Arbeitgeber zu Bewerbungsgesprächen ein. Der Jobcenterchef geht davon aus, dass kreisweit wohl 300 bis 400, vielleicht sogar mehr oder auch erheblich weniger Arbeitsverhältnisse auf diese Weise zustande kommen werden. Theoretisch ist es möglich, dass eine Firma gleich mehrere Arbeitnehmer einstellen kann, deren Lohnkosten zunächst durch das Jobcenter finanziert werden. Auch Vereine könnten eine Beantragung vornehmen. Da es sich bei der ZG Zerspanung GmbH um ein leicht zu erlernende Tätigkeit handelt, die keine Fachkraft erfordert, wird dort Mindestlohn gezahlt. Sofern in anderen Firmen tarifliche oder andere Vereinbarungen bestehen, überweist das Jobcenter mehr an die Unternehmen. Die Lohnzahlung erfolgt derweil direkt durch die Arbeitgeber.

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