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Kochbücher
Ein Spiegel veränderter Essgewohnheiten

Kochbücher - ein Spiegel der Esskultur.
Kochbücher - ein Spiegel der Esskultur. © Foto: promo
Heinz-Walter Knackmuß / 19.04.2019, 02:00 Uhr
Rathenow Eine Ausstellung von alten und neuen Kochbüchern zeigt die Sankt-Marien-Andreas-Kirche ab Ostersonntag. Am 21. April wird sie um 14.00 Uhr mit Andacht und Musik eröffnet. "Die gezeigten Kochbücher sind ein Spiegel unser veränderten Essgewohnheiten", sagt Heinz-Walter Knackmuß. "Wurde bis nach dem Zweiten Weltkrieg noch deftig und fett gekocht, hat sich durch die Veränderung der Lebensumstände auch die Esskultur heftig verwandelt." Die schwere körperliche Arbeit ist in fast allen Bereichen weggefallen und ersetzt  durch Sport- und Fitnesseinrichtungen.

Keinen Wandel hat das Essen in der jüdischen Gesellschaft erfahren. Am Freitagabend findet es seinen familiären Höhepunkt. Mit dem Sonnenuntergang beginnt für die Juden der Sabbat, der bis zum Sonnenuntergang am Samstag dauert. Der Vater füllt ein Glas Wein und spricht laut oder leise: "Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken." Der Vater trinkt einen Schluck Wein und gibt dann allen Teilnehmern auch davon. Dann wäscht er sich die Hände, nimmt das Tuch von den Broten und schneidet ein Stück ab, stippt es in Salz, isst davon und gibt auch jedem Teilnehmer ein Stück Brot. Das Brot soll die Israeliten auch an den Auszug aus Ägypten erinnern, wo es kein Fleisch gab. Damit fängt die Mahlzeit aber erst an. Es gibt allerlei Leckerbissen, und es wird gesungen oder vorgelesen. Der Jude Jesus Christus hat mit dem letzten Abendmahl allen Christen geboten, Brot und Wein als sein Leib und sein Blut bei jedem Gottesdienst zu sich zu nehmen, um daran zu erinnern, dass er seinen Leib und sein Blut zur Vergebung der bösen Taten der Menschen gegeben hat.

Neben den Speisevorschriften der Juden haben auch die Christen Speisevorschriften. Zum Beispiel essen fromme Christen am Freitag kein Fleisch, deshalb heißt er bei vielen Christen Fischtag. In Brandenburg haben die Mönchsorden bei der Errichtung ihrer Klöster immer darauf geachtet, dass ein See oder ein Fluss in der Nähe war, damit man am Freitag Fisch essen konnte. "In der Bibel finden wir aber nicht nur die Geschichte vom Sabbatessen oder vom Abendmahl, es sind noch ganz andere Rituale beschrieben, wie zum Beispiel ein erbberechtigter erstgeborener Sohn sein Erbrecht für ein Linsengericht verkauft", so Knackmuß. Wer Lust hat, mehr darüber zu erfahren oder in alten Rezeptbüchern blättern möchte, kann dies am Ostersonntag ab 14.00 Uhr. Die Ausstellung wird bis 31. Mai gezeigt,  samstags, sonntags sowie an Feiertagen ist die Kirche von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

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