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700 Jahre Stadtwald
Das Erbe Markgrafs Waldemar

Drei Schauspieler des Theaters Lichtblicks stellte als Markgraf, Narr und einem Erzähler die Sage der Schenkung des Stadtwaldes 1319 dar.
Drei Schauspieler des Theaters Lichtblicks stellte als Markgraf, Narr und einem Erzähler die Sage der Schenkung des Stadtwaldes 1319 dar. © Foto: Simone Weber
Simone Weber / 16.05.2019, 15:23 Uhr
Rathenow Genau 1.903,23 Hektar Fläche umfasst der Rathenower Stadtforst heute. Und hat mit 64 Metern seine höchste Erhebung. Der Name des "Berges", Markgrafenberg, weist auf die Geschichte des Waldes hin. Vor 700 Jahren, am 18. Juni 1319, schenkte Markgraf Waldemar, nur zwei Monate vor seinem Tod und ein Jahr bevor das Geschlecht der Askanier in der Mark als Herrscher ausstarb, der Stadt Rathenow das damalige Gut Rodenwalde, mit 7.000 Morgen Wald. Zum Jubiläum hat die Stadt mit Stadtförster Thomas Querfurt verschiedenste Veranstaltungen geplant. Höhepunkt war die Stadtwald-Party am vergangenen Samstag im Saal der Alten Mühle am Schwedendamm.

Bereits im Foyer wurden die Gäste musikalisch durch die Jagdhornbläsergruppe Havelland begrüßt, die auch während der einstündigen Feierstunde noch einmal aufspielte. Als Nachfolger des ersten Stadtförsters 1812, Wilhelm Brandt, schilderte Stadtförster Thomas Querfurt, nach der Begrüßung durch Bürgermeister Ronald Seeger, die wechselvolle Geschichte des Stadtforstes, zunächst als Bürgerheide, über den Verlust der kommunalen Eigenständigkeit ab 1952, die Nutzung als Truppenübungsgebiet durch die Sowjetarmee, bis zur Rückgabe aller Waldgebiete an die Stadt bis 1997.

"In den letzten acht Jahren ereigneten sich Wetterextreme wie überdurchschnittlich hoher Niederschlag, Stürme und extreme Trockenheit", machte Querfurt darauf aufmerksam, dass der Klimawandel auch im Stadtforst angekommen ist und wies darauf hin, dass der Stadtforst, neben seinem ökonomischen Ertrag auch eine vielfältige Bedeutung für die Bevölkerung wie zur Luftreinhaltung, Trinkwassergewinnung und den Erholungswert hat. "Die durch Klimaextreme und Forstschädlingen bedingten Waldschäden zeigen die künftigen Herausforderungen, denen wir auch durch den weiteren Umbau des Stadtforstes zu einem Mischwald  begegnen." Dabei dankte der Stadtförster auch ausdrücklich seinen Mitarbeitern.

Das Team des Restaurants "Zum alten Hafen" bot ein abwechslungsreiches Buffet mit Produkten aus heimischen Wäldern von wild bis vegan, das bei den Gästen ankam. Natürlich gab es auch leckere Desserts wie Waldbeeren-Grütze. Anschließend wurde, bis Mitternacht, zur Musik mit DJ Steve Neumann getanzt und gefeiert.

Seit dem 17. Mai werden drei der beliebten, geführten Wanderungen sowie vier Radtouren angeboten. Eine Anmeldung unter E-Mail an kultur@stadt-rathenow.de oder per Telefon 03385/596 413 ist erforderlich. Für den 18. Juni ist die festliche Enthüllung eines Gedenksteins  mit der Gravur "700 Jahre Rathenower Stadtforst – 1319-2019" auf dem stadtnahen Rauen Berg geplant. Der "Bürgerstein" soll mit der Beteiligung, auch kleiner Spenden, möglichst vieler Rathenower realisiert werden. Spendenkonto: Stadt Rathenow, Verwendungszweck "Spende 700", bei Deutsche Kreditbank AG, IBAN: DE 49 1203 0000 0000 4581 58. Spendenboxen gibt es auch in der Stadtbibliothek und am Forsthaus Ferchesarer Weg.

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