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Konversion 2019
Womöglich Chance für Rathenow

Simone Weber / 07.06.2019, 18:59 Uhr
Rathenow Zu Beginn des diesjährigen Konversionssommers hatte das Forum für Konversion und Stadtentwicklung im Land Brandenburg (Fokus) nach Rathenow eingeladen. In den früheren Kraftfahrerkasernen in der Rudolf-Breitscheid-Straße kamen Vertreter des Netzwerks und dessen Partnern zur Auftaktveranstaltung zusammen. 2019 steht unter einem besonderen Stern: Denn vor 25 Jahren zogen die vormals sowjetischen Truppen auch aus Brandenburg ab. Die Umnutzung (Konversion) leer gezogener Militärkomplexe wie  Kasernen, Truppenübungs-, Flug- und Schießplätze sowie Wohngebiete der Offiziere begann.

Zu den noch nicht umgenutzten Immobilien gehören auch die ehemalige Mot.-Schützenkaserne und die ehemalige Kraftfahrerkaserne in Rathenow-Nord. In diesem Jahr könnte die Chance bestehen, auch diese Flächen zu vermarkten. Die Brandenburgische Boden GmbH (BBG) will voraussichtlich Ende dieses Jahres ein Angebotsverfahren für beide Liegenschaften mit einer Gesamtfläche von 7 bzw.  5 Hektar eröffnen. Das signalisierte BBG-Geschäftsführerin Andrea Magdeburg am vorigen Mittwoch vor Ort. Es ist eine wesentliche Aufgabe des 1994 gegründeten landeseigenen Unternehmens, ehemalige Militärkomlexe (auch von NVA) wieder einer zivilen Nutzung zuzuführen. Da gab es schon reichlich Erfolge.

Insgesamt rund 100.000 Hektar einst von der ehemaligen Westgruppe der sowjetischen Truppen genutzte Flächen hatte Brandenburg auf Grundlage eines Verwaltungsabkommens zwischen Bund und Land übernommen. "In den vergangenen 25 Jahren sei es gelungen, rund 90 Prozent der übernommenen Flächen einer zivilen Nutzung zuzuführen", bilanzierte der für die Landesliegenschaften verantwortliche Finanzminister, Christian Görke (Die Linke).

Bürgermeister Ronald Seeger (CDU) schilderte in einem Vortrag die Konversion der in Rathenow zahlreich vorhandenen ehemaligen Militärflächen der russischen Streitkräfte und hob den daraus resultierenden Beitrag zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt in den letzten 25 Jahren hervor. Aus dem ehemaligen Reparaturstützpunkt Heidefeld mit insgesamt 54 Hektar Fläche wurde ein Gewerbegebiet. Zirka die Hälfte der Fläche sind Grünbereich. Die damaligen Wohnblöcke und Stadtquartiere der Offiziere in Rathenow-Nord sowie die Kasernen im Bereich der Bahnhofstraße wurden in Wohnungen umgewandelt. Die ehemalige GUS-Schule im Friedrich-Ebert-Ring wurde zur Jahn-Grundschule entwickelt. Auf der Fläche eines ehemaligen Tanklagers in Rathenow-Nord entstand eine Photovoltaik-Anlage.

Für ganz Brandenburg gesprochen sagte Finanzminister Görke: "Viele Unternehmen siedelten sich an, rund 1.800 Arbeitsplätze sind entstanden. In den 25 Jahren sind rund 1.100 Wohneinheiten auf den Flächen hergerichtet worden, 455 weitere Hektar Fläche seien entsiegelt und der Renaturierung zugeführt, über 220.000 Tonnen Boden saniert und mehr als 2,5 Millionen Liter Kerosin vom Grundwasser abgesaugt worden."

Weitere Informationen zur weiter andauernden Konversion in Brandenburg findet man online auf www.fokus-net.de und www.bbg-immo.de.

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