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Landpartie
Landwirtschaft erleben

Gudrun Klinner vom Jugendhof Brandenburg in Berge, Helga Klein vom Kolonistenhof Großderschau, Katrin Kruse vom Hofladen Falkensee sowie Politiker Udo Folgart  und Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, laden stellvertretend für 20 Betriebe und Höfe zur Landpartie im Havelland ein.
Gudrun Klinner vom Jugendhof Brandenburg in Berge, Helga Klein vom Kolonistenhof Großderschau, Katrin Kruse vom Hofladen Falkensee sowie Politiker Udo Folgart  und Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, laden stellvertretend für 20 Betriebe und Höfe zur Landpartie im Havelland ein. © Foto: Manuela Bohm
Manuela Bohm / 11.06.2019, 04:45 Uhr
Havelland (MOZ) Hähne krähen und Rinder weiden  genüsslich: Draußen auf dem Lande lädt man seit 25 Jahren zur Landpartie ein - so auch am kommenden Wochenende, 15. und 16. Juni. Einige Betriebe und Höfe sind beinahe ebenso lang dabei.

Gut angekommen war zur Landpartie 2018 eine neue Aktion: die Radtour von Hof zu Hof. Auch in diesem Jahr ist wieder ein Rundkurs organisiert und verbindet sechs Höfe und Betriebe in Nauens Westen. "Drei der 20 Landpartie-Teilnehmer im Havelland sind klassische Landwirtschaftsbetriebe", sagt Udo Folgart, Landwirt und Politiker im Havelland. Sie befinden sich auf der Radroute. Dazu gehört der Havellandhof in Ribbeck, die Agrofarm in Nauen und die Brandenburger Vermarktungs- und Dienstleistungsgesellschaft in Lietzow.

Doch, "zur Landwirtschaft gehören mehr als die Produzenten von Lebensmitteln. Wir haben zahlreiche soziale Einrichtungen, die mit landwirtschaftlichem Arbeiten kombiniert agieren", so Johannes Funke, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Havelland. Dazu zu zählen ist der Jugendhof Brandenburg in Berge. 1991 gegründet, könnte der Hof bereits 1994 an der ersten Landpartie beteiligt gewesen sein. Die Geschäftsführerin, Gudrun Klinner, erinnert sich: "Die Neugierde war anfangs sehr groß an ökologischer Landwirtschaft in Kombination mit der Jugendhilfe." Der Jugendhof präsentiert sich nun mit seinen drei Säulen - der Landwirtschaft, Jugendhilfe und Energie. Eine neue Solaranlage soll aufgebaut und der gewonnene Strom in Batterien gespeichert werden. Künftig sollen Elektroautos "getankt" und betrieben werden können. Über die Vielfalt auf dem Hof können sich Besucher am Samstag, 15. Juni, von 10.00 bis 17.00 Uhr informieren.

Weniger klassische Landwirtschaft, aber dafür viel Historie können Besucher des Kolonistenhofs Großderschau im Westen des Havellandes  erleben. Der Hof eröffnet am Samstag um 11.00 Uhr anlässlich der Landpartie seinen Plattdeutschen Tag mit Musik vom Premnitzer Blasorchester. Im Mittelpunkt steht im Fontane-Jahr der märkische Dichter. Dazu wurde unter anderem Fontanes Ribbeck-Ballade komplett ins Plattdeutsche übertragen. In der Kirche finden weitere Vorträge auf Plattdeutsch statt. "Das Plattdeutsche ist passend zur Landpartie. Es ist ein Kleinod, das gepflegt werden muss, bevor es verloren geht", sagt Helga Klein vom Kolonistenhof. Dort wird auch historisches Handwerk vorgeführt: Spinner mit ihren Spinnrädern zeigen, wie aus Rohwolle ein Faden entstehen kann. Wer den geschickten Händen nicht folgen kann, schaut dem Seiler über die Schulter. Ähnlich dem Spinnen  von Fäden dreht er stabile Seile aus seinem Grundmaterial zusammen. Auch ein Besenbinder zeigt sein Können. Zudem werden Brot und Kuchen im eigenen Lehmbackofen gebacken und angeboten.

Großderschau entstand nach der Trockenlegung der Wiesen in Rhin- und Dosse-Luch, was Anfang des 18. Jahrhunderts durch Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. veranlasst wurde. Die Siedlungspolitik geht auf seinen Nachfolger, Friedrich II., zurück.  "Das Museum des Kolonistenhofs gibt Besuchern einen tiefen Einblick in die Geschichte der Nutzbarmachung und Besiedlung des Rhinluchs und des Dossebruchs unter Friedrich II., lässt bäuerliches und handwerkliches Gewerk vergangener Jahrhunderte erleben und informiert umfassend über die Entwicklung des dörflichen Lebens der Kolonistensiedlungen um das heutige Großderschau bis ins 21. Jahrhundert", heißt es auf der Homepage des Museums.

Es zeigt in diesem Zusammenhang mehr als historische Landwirtschaftsgeräte. Am Sonntag steht auf dem Kolonistenhof ab 13.00 Uhr weniger auf dem Programm - Besucher können sich so mit mehr Ruhe im Museum umschauen.

An beiden Tagen erwartet der Hofladen Falkensee Gäste im Rahmen der Landpartie zum eigenen Erdbeerfest. Von 10.00 bis 17.00 Uhr können sie sich nicht nur mit Erdbeeren in verschiedensten Formen verwöhnen, sondern auch Brot verkosten und Live-Musik von Axel Szihat und Band genießen. Kindern stehen eine Strohburg, ein Bungee-Trampolin und eine Rutsche zur Verfügung. Ponyreiten, Kremser mit Pferd und Traktor sowie ein Blick hinter die Kulissen werden geboten.

Alle havelländischen Teilnehmer sind mit ihren jeweiligen Öffnungszeiten online auf  www.brandenburger-landpartie.de aufgeführt.

Höfe im Westhaveland

Der Kolonistenhof Großderschau öffnet am Samstag von 11.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag von 13.00 bis 17.00 Uhr, die Grundstücksgemeinschaft Brandstelle, Friesack/Briesener Zootzen (0,5 km außerhalb der Ortschaft) lädt Samstag/Sonntag ab 10.00 Uhr zum Besuch ein, Artland Wolsier, Hauptstraße 23, öffnet Samstag/Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr, der Imkerverein Friesack und Umgebung präsentiert sich am Samstag von 10.00 bis 18.00 Uhr in Görne neben der Dorfkirche, die Imkerei Wendt - Honigpiraten in Buschow, Buschower Dorfstraße 22 B, ist am Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, und auf dem Lucke-Hof Premnitz, Alte Hauptstraße 35, wird am Samstag und Sonntag, jeweils von 11.00 bis 18.00 Uhr, Backofenfest gefeiert.

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