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Widerstand
Gegen die Umwandlung in Bauland

Kerstin und Ralf Kadoch sowie Margitta Dinse (re.) vor dem Premnitzer Waldstück an der Makarenko-Straße, um dessen Erhalt sie kämpfen wollen.
Kerstin und Ralf Kadoch sowie Margitta Dinse (re.) vor dem Premnitzer Waldstück an der Makarenko-Straße, um dessen Erhalt sie kämpfen wollen. © Foto: Weber
Simone Weber / 25.06.2019, 15:50 Uhr
Premnitz In den kommenden zwei Jahren möchte die Stadt Premnitz ihren Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2012 überarbeiten. Dazu sind Änderungen für 17 Flächen mit einer Fläche von insgesamt zwölf Hektar vorgesehen. Eine von drei umfangreichen Maßnahmen betrifft das Waldstück an der Makarenkostraße in der Dachsberg-Siedlung. Die Stadt wünscht zu den Änderungen eine frühzeitige und breite Beteiligung ihrer Bürger. Drei Anwohner in der Schollstraße wollen ihre Nachbarn und die Premnitzer jetzt mobilisieren, um die 7.000 Quadratmeter große Waldfläche zu erhalten.

"Das Wäldchen an der Makarenkostraße ist ein innerstädtisches Waldgebiet, ein Rückzugsgebiet für viele Tierarten und Pflanzen und eine Oase für die Menschen, die dort wohnen", heißt es in der jetzt gestarteten Unterschriftensammlung "Hände weg von der Umwandlung von Waldfläche in Bauland im Premnitzer Stadtgebiet". Es gebe genug bebaubare Flächen in der Stadt Premnitz. Waldflächen abzuholzen sei der falsche Weg.

Initiiert haben die Unterschriftensammlung Kerstin Kadoch mit ihrem Ehemann Ralf und deren Nachbarin Margitta Dinse in der Friedensstraße. "In den letzten Jahren sind in Premnitz rund 500 Bäume gefällt worden. Nicht nur zur Beseitigung von Sturmschäden. Viele alte, auch Laubbäume, mussten beispielsweise im Rahmen der Modernisierung der Wohnblöcke in der Dachsberg-Siedlung fallen", so Kerstin Kadoch, die 2003 aus dem Stadtgebiet in die Siedlung zog. Ihr 1964 geborener Ehemann ist dort aufgewachsen.

"Viele Premnitzer sind in den letzten Jahren bewusst in diese Siedlung gezogen, weil ihnen das Waldstück ein Stück Lebensqualität bietet. Hier finden Tiere ein Rückzugsgebiet, die man direkt vom Fenster der Wohnung aus beobachten kann. Der Wald ist auch ein Luftfilter für die Chemie- und Industriebetriebe im Industriegebiet", ergänzt Margitta Dinse, die vor 57 Jahren in der Dachsberg-Siedlung aufwuchs. "Der Wald bietet Artenvielfalt, und wir fühlen uns hier wohl!"

In den ersten Tagen haben Kerstin Kadoch und Margitta Dinse schon mehr als 150 Unterschriften gesammelt. "Wir lassen nicht locker und wollen darum erfolgreich kämpfen, das Waldstück zu erhalten", versichern die Initiatoren der Unterschriftensammlung. "Mit der Unterstützung durch noch mehr Bürger werden wir uns mit unser Forderung an die Stadt wenden. Wir möchten auch politikverdrossene Bürger aufrütteln und ihnen zeigen, dass man etwas erreichen kann, wenn man sich dafür einsetzt."

Unterstützung haben die Anwohner bereits jetzt durch Stefan Behrens, der als erster Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen gerade in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde. "Wir haben in Premnitz Bauland für wohl die nächsten zehn Jahre", so Behrens. "Die Grundstücke am alten Sportplatz und in der Bunsenstraße sind beispielsweise erst teilweise vermarktet. Das Waldstück in der Dachsberg-Siedlung in Bauland umzuwandeln ist nicht nötig, um die Stadt weiter zu entwickeln."

Behrens möchte die im Rahmen der Pläne zur Erweiterung der Müllverbrennungsanlage im letzten Jahr gegründete BI "Leben und Arbeiten im Havelland", auch zur Unterstützung von Initiativen wie die zur Erhaltung des Waldstückes am Dachsberg, in einen eingetragenen Verein umwandeln.

"Die Überarbeitung des Flächennutzungsplans ist nötig, um die Stadt auch künftig weiter zu entwickeln", sagt Bürgermeister Ralf Tebling (SPD). "Ob beispielsweise das Waldstück in der Dachsberg-Siedlung auch gefällt wird, ist damit noch nicht entschieden."

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