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See mit Erholungswert
Mangelnde Polizeipräsenz angemahnt

An den Sommerwochenenden geht es auf dem Hohennauener See wohl selten so ruhig zu.
An den Sommerwochenenden geht es auf dem Hohennauener See wohl selten so ruhig zu. © Foto: Manuela Bohm
Manuela Bohm / 11.07.2019, 17:23 Uhr
Hohennauen (MOZ) Die Wasserschutzpolizei des Landes Brandenburg ist zuständig für mehr als 2.600 Kilometer schiffbare Wasserstraßen. In ihre Zuständigkeit fallen auch  Uferstrecken, Häfen, Liegeplätze, Schleusen, Umschlagplätze und öffentliche Badestellen. Ebenfalls dazu gehört auch der Abschnitt zwischen der Bahnitzer Kahnschleuse bei Flusskilometer 82 und Strodehne, etwa bei Flusskilometer 131, sowie die Rathenower Havelarme, die Gülper Havel und der Hohennauener-Ferchesarer See. Flussanrainer spüren spätestens seit dem BUGA-Jahr 2015 steigenden touristischen Bootsverkehr auf diesem Abschnitt - ein entsprechendes Mehr an Polizeipräsenz wird aber vermisst.

"Seit zwei Jahren habe ich die Wasserschutzpolizei nicht mehr bei uns gesehen, und doch wiedererkannt", kommentierte Seeblicks Gemeindebürgermeister Ulf Gottwald die staatliche Präsenz auf dem Hohennauener-Ferchesarer See bei einem Vorort-Termin am Donnerstag mit Martin Gorholt (SPD), Chef der Staatskanzlei des Landes Brandenburg. Allerdings handelte es sich dabei um ein ausgemustertes Einsatzboot. Zwei Themen brennen den Vertretern der Gemeinde mit ihren Ortsteilen Hohennauen, Wassersuppe und Witzke bezüglich des Sees unter den Nägeln - die Sicherheit und die Entwicklung des Tourismus. Dabei wird nicht einfach nur geschimpft, kritisiert und Verantwortung weiter delegiert. Vielmehr warten die Seeblicker auch mit Lösungsmöglichkeiten auf - auch in Form von Forderungen. Wassermotorräder wie beispielsweise Jetskis sind in ihrem eigentlichen Gebrauch als Spaß-Vehikel auf den Gewässern der Region verboten. Sie sind aber leicht zu transportieren und ins Wasser einzusetzen. "Bei Verstoß-Meldungen muss die Wasserschutzpolizei erst von Brandenburg aus nach Rathenow auf der Straße fahren und eine Stunde noch auf dem Wasser. Bis sie da ist, ist der Jetski längst wieder aufgeladen. Kontrollen wären effektiver, würden sie von Land aus durchgeführt werden", meinte Gemeindevertreter Hagen Roßmann und gab den Tipp, auch abends an den Wochenenden nach dem Rechten zu sehen. Bürgermeister Gottwald sieht in den zu hohen Geschwindigkeiten, die von manchen Nutzern gefahren werden, ein Sicherheitsrisiko. "Wir sind auch mal bis zur Mitte des Sees geschwommen. Das sollte man heute nicht mehr machen", riet er. Zudem seien jene Wassersportler arg durch rücksichtslose Motorbootfahrer behindert, die per Muskelkraft im Kanu oder Ruderboot den See nutzen.

Gorholt notierte sich zu diesem Punkt, im Innenministerium anzuregen, dass der Hohennauener-Ferchesarer See "im besonderen Maße kontrolliert werde".  Zum Direktionsbereich im westlichen Brandenburg gehören rund 300 Kilometer Gewässern, auf denen neben Wassertouristen und Anrainern teils auch Berufsschifffahrt unterwegs ist.

Leiter der Wasserschutzpolizei in der Polizeidirektion West ist Joachim Pötschke. Zwölf Kollegen, in Brandenburg/Havel stationiert, sind für die Gewässer unterhalb und oberhalb ihres Stützpunkts verantwortlich. Wie Pötschke auf BRAWO-Anfrage hin erläuterte, bedarf es zweier Beamter, damit das Boot, welches in Rathenow liegt, losfahren kann. Im vergangenen Jahr unternahm die Wasserschutzpolizei insgesamt fünf Streiffahrten, ebenso viele wie in diesem Jahr (Stand: Dienstag).

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