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Segeltour
Omas mit Teppichklopfern auf der Havel

Der Alte Hafen in Rathenow: Von hier aus machen sich am Sonntag zwei "Omas gegen Rechts" auf den Weg nach Potsdam.
Der Alte Hafen in Rathenow: Von hier aus machen sich am Sonntag zwei "Omas gegen Rechts" auf den Weg nach Potsdam. © Foto: Simone Weber
René Wernitz / 12.07.2019, 09:09 Uhr
Rathenow (MOZ) Almut Heilmann und Hildegard Rugenstein gehören der Ü55 an.  An diesem Sonntag gehen die beiden Seniorinnen auf große Reise. Sie legen um 19.00 Uhr am Alten Hafen im westhavelländischen Rathenow ab und wollen in ihrem Ixylon-Segelboot bis Donnerstag die Landeshauptstadt Potsdam erreichen. Touristisches Vergnügen ist hier eher Nebeneffekt. Die Havel-Tour  trägt politische Züge. Die gestandenen Potsdamerinnen gehören der Bewegung "Omas gegen Rechts" an.

In der Landeshauptstadt besteht bereits eine Regionalgruppe, auch in der benachbarten Bundeshauptstadt Berlin. In Weimar und Erfurt fanden sich ebenso schon "Omas gegen Rechts". Ansonsten ist der Osten Deutschlands noch unterrepräsentiert, wie sich auf der Webseite www.omasgegenrechts.de zeigt.

Im November 2017 bildete sich die Bewegung zunächst in Österreich. Im Januar 2018 erreichte sie Deutschland. Den politisch bewegten Omas wie Almut Heilmann und Hildegard Rugenstein geht es "um die Erhaltung der parlamentarischen Demokratie in einem gemeinsamen Europa, um den Einsatz für die gleichen Rechte aller in Deutschland lebenden Frauen, Männer und Kinder, um die sozialen Standards, die von Eltern und Großeltern zum Teil bitter erkämpft wurden, um den Respekt und die Achtung gegenüber anderen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unabhängig von ihrer Religion und ethnischer Zugehörigkeit u.v.m." So zu lesen auf der Omas-gegen-Rechts-Webseite.

Auch steht dort: "Mit augenfälliger Symbolik erheben ältere Frauen, sogenannte Omas, ihre Stimme zu den gefährlichen Problemen und Fragestellungen der heutigen Zeit." Heilmann und Rugenstein  haben den Teppichklopfer als Zeichen entdeckt: "Klopfen wir die alten braunen Teppiche unserer deutschen Geschichte aus".

Die Frauen, beide parteilos und echte Großmütter, suchen die Öffentlichkeit. Zunächst am Alten Hafen, wo sie an diesem Sonntag ab 17.30 Uhr mit interessierten Leuten über das Land, die Demokratie und neue Herausforderungen plaudern wollen. Fragen, Stimmungen und Botschaften wollen sie sammeln und, so der Plan, am Donnerstag im Landtag abliefern. Womöglich wird beim Ablegen in Rathenow das bekannte Lied "Donna nobis pacem" gesungen. Denn dieses haben sich die Omas als Tour-Lied gewählt.

Am Montag, 17.30 bis 19.00 Uhr, machen Almut Heilmann und Hildegard Rugenstein am Salzhofufer in Brandenburg an der Havel fest, am Dienstag, 12.00 bis 13.30 Uhr, an der Fähre in Ketzin und von 18.30 bis 20.00 Uhr an der Fischerinsel in Werder (Uferpromenade).

Sollten sich in der Folge neue Regionalgruppen von "Omas gegen Rechts" bilden, wäre das für Heilmann und Rugenstein eine angenehme Begleiterscheinung. Wer über die Bewegung mehr erfahren will, sollte mit den segelnden Omas reden.

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