Wahlkampf
Forderung: stärker regieren anstatt reagieren

Jetzt mal zuhören: Dietmar Woidke (li.) im Gespräch mit einem Westhavelländer.
Jetzt mal zuhören: Dietmar Woidke (li.) im Gespräch mit einem Westhavelländer. © Foto: Weber
Simone Weber / 18.07.2019, 17:58 Uhr
Rathenow "Landespolitiker könnten öfter durch das Land reisen, sich die Probleme der Menschen vor Ort anhören, und nicht nur im Wahlkampf", meinte die Rathenowerin Gabriele Scharein. "Die Menschen nehmen solche Termine gern an, wie der heutige Abend zeigt." Vergangene Woche hatten Katja Poschmann, SPD-Direktkandidatin für die Landtagswahl am 1. September im Wahlkreis 4, und ihr Parteichef, SPD-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Dietmar Woidke, in das Havelrestaurant Schwedendamm eingeladen.

"Die diesjährige Landtagswahl ist ganz ganz wichtig für Brandenburg, mit Auswirkungen auf den Zusammenhalt im Land", so Woidke hinsichtlich einer möglichen weiteren Spaltung der Gesellschaft im Falle eines hohen Wahlsiegs der AfD. "Die Menschen haben das Land in den letzten 29 Jahren vorangebracht, und wir können die kommenden Herausforderungen auch nur gemeinsam anpacken."

In seiner kurzen Rede vor etwa 75 Zuhörern blickte der Wahlkämpfer auf einige Schwerpunkte der letzten 30 Jahre zurück und sprach mit den Themen Infrastruktur, medizinische Versorgung, Klimaschutz und Ehrenamt wichtige Themen der Zukunft an. So forderte er den schnellen 30-Minuten-Bahntakt zwischen Rathenow und Berlin und einen generell besseren Ausbau des ÖPNV, auch als Klimaschutz-Maßnahme. Er verwies auf die in den letzten Wochen durch die Landesregierung eingebrachten und im Landtag beschlossenen Gesetze zur Förderung der Ansiedlung junger Ärzte auf dem Land und der besseren Anerkennung des Ehrenamtes in der Freiwilligen Feuerwehr.

Anschließend hörte sich der Gast an den Tischen die persönlichen Fragen von Westhavelländern an. Dabei sprach sich Woidke für eine Grundrente ohne Bedarfsprüfung aus, von der rund 240.000 Brandenburger profitieren würden, für den bundesweit stärkeren Ausbau von Stromleitungen, um beispielsweise den in Brandenburg erzeugten Windstrom besser zu nutzen, sowie für eine weitere Verbesserung der Qualität der Kinderbetreuung im Zusammenhang mit weiterer Befreiung von Kita- und Hort-Gebühren.

"Politiker müssen wieder stärker regieren anstatt zu reagieren. Sie sollten wieder erkennbar für Überzeugungen stehen und dafür kämpfen. Politiker lassen sich zu sehr treiben. Politiker sollten bezüglich politischer und gesellschaftlicher Probleme stärker die Wahrheit sagen", so Jürgen Scharein nach dem Besuch Woidkes. Viele Menschen fühlten sich von Politikern zu wenig verstanden und hätten oft das Gefühl, dass Politiker über Probleme "hinwegreden" würden.

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