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BER
Rathenower Unternehmer auf der Baustelle

Simone Weber / 08.08.2019, 14:26 Uhr
Schönefeld/Havelland Das Image des im Bau befindlichen Flughafens Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld (Landkreis Dahme-Spreewald) ist durch negative Meldungen beschädigt. Die am Bau beteiligten Länder sowie der Bund mussten sich einige Häme gefallen lassen. Seit dem ersten geplatzten Eröffnungstermin (Juni 2012) wurde die Inbetriebnahme  immer wieder verschoben. Aktuell soll es  am BER im Oktober 2020 losgehen. Aus ursprünglich veranschlagten rund zwei Milliarden Euro stiegen die Baukosten auf bis dato 6,5 Milliarden Euro.

"Wir halten an der Eröffnung des BER im Oktober 2020 fest", sagte kürzlich Finanzminister und Vizeministerpräsident Christian Görke (DIE LINKE) seinen Gästen aus dem Westhavelland. "Alles andere wäre politisch und finanziell nicht mehr tragbar. Eine nochmalige Verschiebung des Termins wird keine Regierung überstehen." Görke, in seiner Funktion als Gesellschaftervertreter des Landes Brandenburg, hatte Mitglieder des Rathenower Unternehmervereins zu einer Baustellenführung nach Berlin-Schönefeld eingeladen.  13 Unternehmer nahmen daran teil.

Nach kurzem einführenden Vortrag durch Prof. Engelbert Lütke-Daldrup, seit März 2017 tätig und der mittlerweile vierte Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), startete eine 150-minütige Führung durch das 220 Meter breite, 180 Meter lange und 32 Meter hohe Hauptterminal T1  mit Abflughalle, 118 Check-In-Schaltern und Wartebereichen der Fluggäste, sodann ging es über die Besucherterrasse mit Blick auf die alte Start- und Landebahn Süd, die neue 3.600 Meter lange Start- und Landebahn Nord sowie den neu gebauten 72 Meter hohen Tower.  Der weitere Weg führte durch einige der insgesamt 1.639 Sicherheitstüren und bis in die unterste Etage, den Bahnhof für Nah- und Fernverkehr sowie für die S-Bahn. Über den Außenbereich liefen die Besucher an den 16 neuen Fluggastbrücken des Hauptpiers entlang. Auch das Herz des Flughafens, die Gepäckabfertigung, wurde besichtigt.

Der trotz aller Pannen in Ausmaß, Technik und Logistik imposante Bau beeindruckte die Unternehmer. "Ist schon ein ganz schöner Hammer. Auch alles vor Ort zu sehen und die Informationen dazu aus Erster Hand zu bekommen", so Ulrich Optitz, selbst Bauunternehmer. "Die Führung war kurzweilig und interessant. Wir haben einen positiven Einblick bekommen."

Im Zusammenhang mit den erwarteten Fluggastzahlen von jährlich 28 Millionen allein durch den neuen BER stellten die Rathenower Unternehmer auch die Frage nach den Arbeitskräften. Allein die beiden Flughäfen Schönefeld und Tegel zählen derzeit insgesamt 21.000 Beschäftigte. "Ohne Einwanderung werden wir das Fachkräfteproblem nicht lösen", antwortete Görke. Bürokratische Hemmnisse bezüglich der Beschäftigung von ins Havelland gekommenen Flüchtlingen müssten entschärft werden, meinte er.

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