Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de
Logo Brandenburger Wochenblatt

Wahlkampf
Echte Agrarwende gefordert

Simone Weber / 08.08.2019, 18:49 Uhr
Rathenow So viel Interesse deutschlandweiter Medien erregte der Auftritt eines Politikers in Rathenow schon lange nicht mehr. Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck, hatte mit der Brandenburger Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, der Falkenseerin Ursula Nonnemacher, am Mittwoch den Stand der Vor-Ort-Wahlkämpfer auf dem Märkischen Platz besucht. Es war wöchentlicher Regionalmarkttag.

"Frag Robert Habeck", so stand es auf dem Plakataufsteller. Und davon machten Marktbesucher reichlich Gebrauch. "Mein Mann hat 45 Jahre lang hart gearbeitet. Jetzt ist seine Rente nicht viel höher als Sozialhilfe. Das ist ungerecht", beschwerte sich eine ältere Dame. "Und viele junge Menschen in Hartz-IV-Haushalten finden das durch ihre Eltern vorgelebte Leben auch für sich attraktiv genug, um keinen Beruf zu erlernen. Da muss sich etwas ändern!"

"Die Sozialgesetzgebung stellt schon entsprechende Anforderungen an arbeitslose Jugendliche. Aber das noch unterschiedliche Rentensystem in Ost und West mit seinen Ungerechtigkeiten muss geändert werden", entgegnete Habeck. "Sie sind mir ja sympathisch. Aber was würden Sie politisch tun?", so die Frau weiter. "Die Grünen würden die Grundrente auf 900 Euro erhöhen. Und bei den Jugendlichen muss man früh in der Schule anfangen und sie besser fördern", gab der Bundespolitiker ihr zur Antwort: "Wir werden daran arbeiten."

Bei der Beantwortung der Fragen war Robert Habeck immer von drei Presseagenturfotografen, zwei Fernsehteams, zwei Radioreporterinnen und einem Reporter einer bundesweiten Tageszeitung dicht umringt. So kam - vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte, dass Kinder erst Deutsch lernen sollten, bevor sie eingeschult werden - eine Frage einer Reporterin zum Thema Schule. Hier würden die Grünen, laut Habeck, mehr Qualität in der Kinderbetreuung schon in der Kita fordern, ganz nach skandinavischem Vorbild, mit individuellen Entwicklungsplänen für jedes Kind. "Es kommt darauf an, wie gut die Schulen, auch personell, ausgestattet sind", so Habeck. Bezüglich des Klimawandels fordert der Bündnisgrüne die Umsetzung des Kohleausstiegs und eine andere Agrarpolitik.

Auch der Direktkandidat im Wahlkreis 4 (mit den Städten Rathenow und Premnitz, den Gemeinden Milower Land und Wusterhausen/Dosse sowie den Ämtern Rhinow und Neustadt/Dosse), Stefan Behrens, musste sich nicht nur den Fragen der Bürger stellen, sondern auch die der Journalisten beantworten. Die Landwirtschaft ist für ihn ebenso ein wichtiges Thema. Der zentrale Slogan "Hallo Zukunft - Tschüss Stillstand" treffe es auf den Punkt, meinte er. In den letzten Jahren sei im Land politisch nichts passiert. "Auf dem Gebiet Landwirtschaft brauchen wir eine echte Agrarwende, die kleine Bauern besser unterstützt. Die SPD stellt sich auf die Seite von Agrargroßinvestoren - so veröden unsere Dörfer nur weiter", sagte Behrens weiter.

Ein Autofahrer aus Rathenow erklärte dem Wahlkämpfer, wie er davon betroffen sei, dass zum Jahresbeginn 2020 die Erdgastankstelle in Premnitz, auf Grund hoher Kosten für eine technische Wartung und Sanierung, schließen wird und er dann zum Tanken nach Brandenburg/Havel fahren müsste. Das will Behrens, der im Mai als erster Bündnisgrüner in die Premnitzer Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde, in die Lokalpolitik mitnehmen.

Unterstützt wurde der Wahlkampfstand auch durch den gebürtigen Friesacker Martin Wandrey, der auf Platz 14 der Landesliste zur Landtagswahl steht. Nach den 90 Minuten auf dem Märkischen Platz besichtigten Habeck und Parteifreunde noch das Stadtgartenprojekt auf dem Weinberg. Danach ging es weiter zum Wahlkampf in Schönwalde und Brieselang.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG