Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de
Logo Brandenburger Wochenblatt

Regionalliga
FSV Optik bei Abwehrschlacht in Lichtenberg mit Fortuna im Bunde

Nico Roesenberger / 11.09.2019, 15:26 Uhr
Berlin Große Jubelszenen gab es am Dienstagabend in der Lichtenberger "Howoge-Arena" trotz des ersten Saisonsiegs nicht. Verhalten und demütig klatschten die Spieler des FSV Optik Rathenow nach der Partie beim SV Lichtenberg 47 untereinander und mit den etwa 15 mitgereisten Optik-Fans ab.

Auch Trainer Ingo Kahlisch wusste natürlich um den schmeichelhaften 1:0-Erfolg und verteilte tröstende Worte an die Lichtenberger um seinen ehemaligen Schützling, den geknickten 47-Trainer Uwe Lehmann. Bereits vor dem Anpfiff hatten sich auch die Gastgeber als echte Sportsmänner erwiesen. Als Ausgleich für die Mehraufwendungen aufgrund der Neuansetzung überreichten sie dem FSV Optik einen Scheck in Höhe von 300 Euro. Eine bemerkenswerte Geste.

Auch die Optik-Spieler zeigten sich ob des gelebten Sportsgeistes ergriffen und bekamen ihre Gefühle für die nächsten 70 Minuten nicht mehr in den Griff. Anders ist die blutleere Vorstellung gegen den Aufsteiger kaum zu erklären. Von Beginn an übernahmen die Lichtenberger die Kontrolle und hätten bereits nach sieben Minuten führen können. Christian Gawes Drehschuss strich nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbei.

Die Gäste aus dem Havelland rannten meist hinterher, hielten aber in der ersten Hälfte zumindest noch dagegen und kamen auch sporadisch vor das SVL-Tor, wobei die Versuche von Süleyman Kapan (24.), Marc Langner (37.) und Caner Özcin (45.) jeweils direkt in den Armen von 47-Schlussmann Niklas Wollert landeten. Die gegnerischen Gelegenheiten von Thomas Brechler, der mit einer Direktabnahme knapp über das Tor zielte (29.), und Gawe, der nur den Innenpfosten traf, waren da schon von einem anderen Kaliber (45.). Der Pausenpfiff kam der Optik-Elf also durchaus gelegen.

Besser wurde es mit Wiederanpfiff allerdings nicht - im Gegenteil! Die Rathenower verloren nun fast jeden Ball, die taktische Ordnung und auch alle wichtigen Zweikämpfe. Die Lichtenberger erspielten sich phasenweise Gelegenheiten im Minutentakt, verfehlten aber entweder knapp den Kasten oder scheiterten am Gebälk, so wie Patrick Jahn per Freistoß in der 59. Minute. Eine Minute später landete der Ball dann doch im Kasten, allerdings hatte Torschütze Jonas Schmidt bei seinem Kopfball im Abseits gestanden.

Und der FSV? Der meldete sich nach der überstandenen Druckphase in der 67. Minute zunächst einmal mit einem Kopfball von Caner Özcin zurück, der direkt in den Armen von Niklas Wollert landete. Zwei Minuten später war es wieder Özcin, der nach Vorarbeit Langners vor Wollerts Kasten auftauchte, diesmal verfehlte er das Tor nur um Zentimeter. In seinem dritten Versuch klappte es dann besser. Nach einem Einwurf kam der Ball in der 80. Minute irgendwie zum Optik-Stürmer, der aus der Drehung die völlig überraschende Führung erzielte.

Die Lichtenberger schienen in dieser Phase sowohl körperlich als auch moralisch platt. Erst in den allerletzten Minuten, inklusive Nachspielzeit, mobilisierten sie noch einmal ihre letzten Reserven und warfen alles nach vorn. Die Gäste kamen mächtig ins Schwimmen, rettete den Sieg aber glücklich über die Zeit.

Auf der Pressekonferenz bewertete der Rathenower Trainer den Auftritt seiner Elf wie folgt: "Ich möchte mich nochmal für den sehr herzlichen Empfang hier bedanken. Mit der Leistung meiner Mannschaft in den letzten Spielen konnte ich überhaupt nicht zufrieden sein. Aber wir haben gegen Hertha, Lok Leipzig und Cottbus gespielt. Man hat heute den Kräfteverschleiß gesehen. Wir sind nicht spritzig gewesen, wir sind nicht nach vorne gekommen und haben schlechten Fußball gespielt. Wir haben hier sehr glücklich gewonnen. Aber trotzdem freuen wir uns darüber. Wir haben uns hinten rangeschoben, der Abstiegskampf ist eröffnet."

Viel Zeit zum Regenerieren und zum Auswerten des Spiels bleibt dem FSV nicht. Schon an diesem Samstag, 14. September, steht die Auswärtspartie beim VfB Auerbach auf dem Programm. Wie Ingo Kahlisch nach dem Abpfiff so schön sagte: "Der Abstiegskampf ist eröffnet".

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG