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Zuckerfabrik
Kontroverse Diskussion um Bebauungsplan in Ketzin/Havel

Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der ehemaligen Zuckerfabrik in Ketzin/Havel sollen saniert und neu genutzt werden.
Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude der ehemaligen Zuckerfabrik in Ketzin/Havel sollen saniert und neu genutzt werden. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 11.09.2019, 17:30 Uhr
Ketzin/Havel Die Bebauungsplanung für das 18 Hektar große Gelände der ehemaligen Ketziner Zuckerfabrik mit Wohnungen für rund 1.200 Einwohner, nicht störendem Gewerbe, Bildungs-, Freizeit- und touristischen Einrichtungen kann beginnen. Das beschlossen die Ketziner Stadtverordneten am Montag mehrheitlich. Zuvor hatten sie nach ausführlicher Diskussion einen Antrag der Fraktion Grüne/Bürger/Piraten mit elf zu drei Stimmen abgelehnt, diese Bebauungsplanung um ein Jahr zu verschieben.

"Es gibt kein Argument dafür, dass wir schon jetzt diesen Bebauungsplan brauchen", argumentierte Bert Tschirner für die Fraktion und warnte vor der Illusion, dass man mit dem gleichzeitigen Beschluss zur "Aufstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK)" und der Bebauungsplanung das gesamte Verfahren beschleunigen könne. "Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit", betonte er. Außerdem habe der jetzige Nutzer, die BayWa AG, die Option zur Verlängerung der Nutzung ab 2021 für weitere fünf Jahre. Die Nutzungsverlängerung werde von der BayWa nicht ausgeschlossen.

Bürgermeister Bernd Lück (FDP) kann, wie er sagte, dem Antrag nicht folgen. Ohne den Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes (B-Plan) könne weder der Investor noch die Stadt in irgendeiner Form aktiv werden. Details für das gesamte Gelände würden erst später mit dem eigentlichen B-Plan geregelt. Nach Meinung des Landesumweltamtes, so Lück, wird es keine Nutzungsverlängerung geben, wenn nicht noch Millionen in den Immissionsschutz investiert werden. Dazu gehören unter anderem überdachte Förderbänder vom Kahn zum Getreidesilo zur Staubvermeidung.

Fraktionsvorsitzender Tschirner argumentierte, dass mit dem beabsichtigten Aufstellungsbeschluss der B-Plan von 1995 "Wasserstadt Ketzin" für dieses Gebiet nicht aufgehoben werde. Erfolge das, könne er die jetzige Notwendigkeit des neuen B-Plans nachvollziehen. Wie Lück auf Nachfrage sagte, gehe das nicht einfach mit einem formellen Beschluss der Stadtverordneten. Es müsse dafür ein Aufhebungsverfahren in Gang gesetzt werden, was erheblich Zeit und die Stadt viel Geld kosten würde.

Mit dem formellen Beschluss zur Aufstellung des B-Planes wurde auch die partielle Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen. Ziel ist insgesamt die Neuordnung und Neuausrichtung des Gebietes hinsichtlich des Städtebaus und verschiedener Formen der Nutzung. Im Weiteren beschlossen die Stadtverordneten einstimmig, ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (INSEK) zu erarbeiten.

Das Gebiet "Zuckerfabrik" mit 18,2 Hektar Fläche ist immerhin annähernd so groß wie zwei Drittel des Ketziner Altstadtbereiches und bedarf bei den geplanten Nutzungen, insbesondere für den Einwohnerzuwachs und die Touristik, schon jetzt fundierte Empfehlungen für die Bereiche Kitas, Schulen und Verkehrsführung, aber auch für die medizinische Versorgung, Sport, Kultur öffentlicher Personennahverkehr sowie Einkaufsmöglichkeiten. Nach den Beschlüssen vom Montag wird nun gleichzeitig das Stadtentwicklungskonzept erarbeitet und mit dem Bauleitverfahren begonnen.

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