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Fontane.200
Eugen Gliege illustrierte das Havelland-Gedicht

Eugen Gliege mit seiner neuesten Veröffentlichung, die im Selbst-Verlag erschien und im Buchhandel erhältlich ist.
Eugen Gliege mit seiner neuesten Veröffentlichung, die im Selbst-Verlag erschien und im Buchhandel erhältlich ist. © Foto: Weber
Simone Weber / 19.09.2019, 10:04 Uhr
Rathenow "Grüß Gott Dich, Heimath! ... / Nimm, heimische Havel, mich wieder auf." So beginnt Theodor Fontanes Gedicht "Havelland", dass er im Mai 1872 schrieb.

Als Kriegsberichterstatter kam der bedeutendste Dichter und Schriftsteller der Mark aus Frankreich zurück in die Heimat. Sein Weg führte ihn von Nauen nach Ketzin und auch nach Paretz, wo auf einem Hügel noch das Belvedere der Königin Luise stand. Von dort aus folgte Fontanes Blick dem Lauf der Havel durch sein "geliebtes Havelland" und regte ihn zu seinem Gedicht an, das 1873 als Vorwort des dritten Bandes seiner "Wanderungen durch die Mark Brandenburg: Havelland" erschien.

Im derzeitigen Fontane-Jahr zu seinem 200. Geburtstag griff nun der heimatgeschichtlich interessierte Semliner Eugen Gliege das "Havelland"-Gedicht auf, bebilderte Fontanes Zeilen mit alten Postkarten und Gemälden der Orte und Landschaften und fügte interessante Informationen zu deren Historie zu.

In 76 Zeilen schwärmt der märkische Dichter Theodor Fontane von der Landschaft des Havellands, seinen Naturschönheiten, den geschichtsträchtigen Örtlichkeiten und den Ortschaften. So beginnt Fontane mit dem Juliusturm in Spandau und zählt weitere Sehenswürdigkeiten auf, wie das Plauer Schloss, in dem Markgraf Friedrich I. 1414 den aufrührerischen Raubritter Quitzow gefangen nahm. Am Berliner Schildhorn soll Slawenfürst Jaczo von Köpenick auf der Flucht vor Markgraf Albrecht dem Bären die Havel durchschwommen haben.

"Jetzt Wasser, drauf Elsenbüsche schwanken, Lücher, Brücher, Horste, Lanke" – ab 1718 ließ König Friedrich Wilhelm I. das Havelländische Luch trocken legen. Mit den Zeilen "Tausendschönchen, gelbe Ranunkel, Zittergräser" beschreibt Fontane die Schönheit der havelländischen Natur. Im weiteren zählt der Dichter 28 "lachende Dörfer" im Havelland auf; von Lünow bei Weseram über Glindow, als mittelalterliches Zentrum der Ziegelindustrie, Bamme, Damme, bis zum 1186 erstmals urkundlichen erwähnten Marzahne, dessen Name von der wendischen Todesgöttin "Morzana" abgeleitet sein soll, und endet bei Vehlefanz.

"Was, stille Havel, sahst all du geschehn?!" Mit der Erstürmung der slawischen Brandenburg durch Heinrich I. (Winter 928/929) und deren endgültigen Eroberung im Juni 1157 durch Albrecht den Bären beginnt die Geschichte der Mark Brandenburg. Nach dem Aussterben der Askanier in der Mark beginnen "wilde" Zeiten in der Mark. 1675 jagt Derfflinger die Schweden aus dem Havelland.

Mit der Stadt Brandenburg/Havel, "Grüß Gott Dich Tag, Du Preußen-Wiege, ..., Geliebte Heimath, Havelland!", endet Fontanes Gedicht. Und Eugen Gliege erweist mit seinem letzten Bild, einer historischen Postkarte Rathenows, dem "Eingang ins Havelland" von Westen die Ehre.

"Bei Lesungen habe ich das Havelland-Gedicht immer wieder rezitiert", so Eugen Gliege. "Dabei stellte ich fest, dass viele historische Begebenheiten nicht mehr so bekannt sind. So soll dieses Büchlein eine Anregung sein, sich wieder einmal damit zu beschäftigen." Es erschien im Selbst-Verlag und ist im Buchhandel erhältlich.

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