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Ausstellung im Kulturzentrum
Rathenow: 30 Jahre Mauerfall in der Kunst

Simone Weber / 02.11.2019, 10:30 Uhr
Rathenow Kunst dient oft auch als Spiegel für politische und gesellschaftliche Gegebenheiten. Eine Ausstellung des Kulturzentrum Rathenow widmet sich sich dem Mauerfall vor 30 Jahren. Unter dem Motto "30 Jahre Mauerfall in der Kunst" werden Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Fotos und weitere Kunstobjekte gezeigt, mit denen sich rund ein Dutzend verschiedene bildende Künstler in den zurückliegenden Jahren künstlerisch mit der deutsch-deutschen Grenzöffnung auseinandersetzten. Weitere rund 20 Mitglieder zweier Dresdner Malkreise steuerten ebenfalls ihre Bilder bei. Auch Tonplastiken und Werke von Schülern aus Rathenow und Rhinow sind ausgestellt. Einige der Kunstwerke – und historische Zeitdokumente, wie Gerichtszeichnungen aus Prozessen gegen Mitglieder der SED-Führung sind erstmals öffentlich zu sehen.

"Über den Mauerfall wird, gerade in diesen Tagen wieder viel diskutiert. Ich möchte hier noch einmal klar machen, dass ich beseelt von Glück bin, wenn ich an den Herbst 1989 zurückdenke", so Bürgermeister Ronald Seeger in seinem Grußwort.

Mit jeweils rund zehn Bildern sind in der Ausstellung die Mitglieder zweier Dresdner Malkreise vertreten. Die Mitglieder der Malkurse der aus Zeitz stammenden und seit Ende der 1980er Jahre in Dresden lebenden Künstlerin Anouschka Heydenreich sowie der mit ihr befreundeten Künstlerin Susann Helen beschäftigen sich in ihren Bildern mit ihren ganz privaten Ansichten zum Mauerfall und der Wiedervereinigung. Anouschka Hydenreich leitet den Seniorenmalkurs "SenArt".

So wie mit den gezeigten Kunstwerken wurde den Besuchern auch zur Vernissage ein vielfältig künstlerisches Rahmenprogramm geboten. Mehrere Musiker musizierten. So wie Paul Woolley auf der ungarischen Tárogató. Auf dem Oboe-ähnlichen Instrument spielte der Berliner Musiker die um 1720 entstandene "Fanfare" aus dem Freiheitskrieg sowie die durch den Mauerfall inspirierte "East-West-Hymn" des dänischen Komponisten Bent Clausen. Sich auf Querflöte und Gitarre begleitend sangen die Rathenower Kunsterziehungslehrerin Stephanie Lutz und der Schollener Musiker Christian Koch, das Duo "Double fou" eigen geschriebene Titel. Vier Mitglieder des "Polizei-Historische Schutzleute Berlin e.V" führten ein kurzes Stück Aktionskunst vor. Andreas Preuss, Schauspieler aus Dresden, rezitierte zwei Gedichte von Jugendlichen der Bürgel-Schule.

Einige der gezeigten Kunstwerke entstanden im vergangenen Jahr in mehreren Workshops mit Kindern und Jugendlichen in Rathenow und Rhinow. Sie gingen der Frage nach, wie sie die "Mauern" im eigenen Kopf überwinden können. Zwölf Schüler der 3. bis 5. Klasse der Rhinower Grundschule treffen sich seither Jahr regelmäßig in der AG Wald – und Wiesenkids", erzählt Anuschka von Malotky, selbst Künstlerin aus Gülpe, die die AG gemeinsam mit der Kunsterziehungslehrerin Annette Franz leitet. "Gemeinsam basteln wir sehr viel Naturmaterialen."

Die Ausstellung "30 Jahre Mauerfall in der Kunst" zeigt noch bis zum 24. November im KuZ die sehenswerten vielfältigen Kunstwerke, in denen sich mehrere Künstler mit dem Thema Mauerfall auseinandersetzen.

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