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Festsetzung von Überschwemmungsgebieten
Großer Havelländischer Hauptkanal: wappnen für Jahrhunderthochwasser

Der Große Havelländische Hauptkanal - Überschwemmungsgebiete wurden festgelegt.
Der Große Havelländische Hauptkanal - Überschwemmungsgebiete wurden festgelegt. © Foto: Silvia Passow
Silvia Passow / 12.11.2019, 15:44 Uhr
Havelland Landunter nach Starkregen, das klingt gar nicht gut. In Nauen informierten Vertreter des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) und Vertreter der des Landesamts Umwelt (LFU), über die geplante Festlegung von Überschwemmungsflächen des Großen Havelländischen Hauptkanals.

Das Land Brandenburg ist verpflichtet, solche Gebiete auszuweisen. Genau genommen hätte dies schon längst geschehen sein müssen, 2013 sollte die Festlegung abgeschlossen sein. Geplant wird für ein Ereignis, wie es, rein statistisch, alle hundert Jahre einmal eintritt. Aber, was muss geschehen, damit man von einem Jahrhunderthochwasser ausgehen kann? 2017 war ein sehr regenreiches Jahr. Doch nach Aussage der Experten ist dies, salopp gesagt, Peanuts im Vergleich mit dem, wofür man mit diesen Plänen gewappnet sein möchte. Es geht um Wassermengen, die der Brandenburger so nicht kennt.  Die Verantwortlichen von MLUL und Landesamt konnten dazu auch keine Regenmengen, keine Zahlen benennen - eben weil es so selten ist, dass so viel Regen fällt.

Der zweite Punkt, der für Unruhe sorgt, betrifft die Festlegung besagter Überschwemmungsflächen. Denn hier geht es keinesfalls darum, das anfallende Wasser auf diese Flächen abzuleiten oder diese Flächen mittels Pumpen zu fluten. Es geht darum, wohin das Wasser natürlicherweise voraussichtlich laufen würde. Wasser sucht sich seinen Weg, so heißt es. Und so haben die zuständigen Experten nichts anderes getan als Daten gesammelt und damit einen Computer gefüttert, der am Ende zu einem Ergebnis kam.

Das Wasser aus dem Großen Havelländischen Hauptkanal würde in den Landkreisen Havelland und Ostprignitz-Ruppin für Probleme sorgen. Besonders betroffen wären die Stadt Nauen, die Ämter Friesack und Nennhausen, die Gemeinden Brieselang, Wustermark und Fehrbellin. Damit ist kein komplettes Landunter-Szenario gemeint, sehr wohl aber sind diese Orte in Teilen betroffen. Grunddaten für die Berechnungen sind: Niederschlag, Wasserstand und Abfluss, die Höhen und Senken im Gelände, Deiche, Wehre, Rückhaltebecken und Durchlässe. Es handelt sich um ein insgesamt 75,5 Quadratkilometer umfassendes Areal zwischen Brieselang und der Bundesstraße 188 bei Landin.

Für Grundstücksbesitzer in den Überschwemmungsgebieten ergeben sich daraus Einschränkungen in der Nutzung der Grundstücke. So soll das Wasser ungehindert abfließen können, und es soll nicht durch hier gelagerte Stoffe verunreinigt werden. Dies betrifft eine Vielzahl baulicher Maßnahmen, Grünland darf nicht in Ackerland umgewandelt werden. Es gilt ein Bestandsschutz für vorhandene Anlagen. Auch wenn dies manch Grundstückseigentümer als starke Einschränkung empfindet, es besteht kein Anspruch auf Entschädigungen.

Detaillierte Karten sind im Internet auf www.mlul.brandenburg.de/info/ueberschwemmungsgebiete noch bis 29. November einsehbar. Auf ihnen können Grundstücksgrenzen und die einzelnen Flurstücke anhand ihrer Nummern gut zugeordnet werden. Mehr Infos gibt es auch auf der Auskunftsplattform Wasser APW. Ferner informieren die Broschüren "Überschwemmungsgebiete im Land Brandenburg" und "Überschwemmungsgebiet des Großen Havelländischen Hauptkanals" über die Festlegungen. Bis zu zwei Wochen nach der Auslegungsfrist können Bürger schriftlich Stellungnahmen einreichen. Diese werden dann durch  MLUL und LFU geprüft.

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