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Einst und Jetzt
Die Neubauten in Premnitzer Straße des Friedens

Peter Wittstock / 08.12.2019, 09:15 Uhr
Premnitz Vor mehr als 50 Jahren entstand die Aufnahme  aus dem damaligen Premnitzer Neubaugebiet am Dachsberg. Auf der Rückseite der Karte aus dem Verlag  VEB Bild und Heimat Reichenbach im Vogtland steht: "Premnitz (Havel) Straße des Friedens". Stellt sich die Frage, ob die Stadt den geografischen Zusatznamen nicht längst zur Eigenwerbung hätte nützen sollen, wie es etwa die Städte Brandenburg, Ketzin und Werder tun. Denn Wassernähe stellt nicht nur touristisches Gold dar.

Beim Einst-und-Jetzt-Bildvergleich fällt eines ganz erheblich auf. Am  Dachsberg gab es keinen Wohnungsrückbau, wie im  Premnitzer Zentrum oder in der Bunsenstraße geschehen. Hier, im Norden der heutigen "Stadt voller Energie",  wurden Wohnblöcke, die 1957/58 errichtet worden sind, umfassend modernisiert. Attraktive Fassaden inklusive ansehnlicher Balkone zieren mittlerweile auch das dortige Straßenbild. Hinter den Blöcken sind solide Parkflächen geschaffen worden. Grundschule und Kaufhalle  blieben den Anwohnern erhalten. Zur Ansiedlung von Arbeitskräften war das Wohngebiet am Dachsberg einst vorrangig geschaffen worden, aber einige Gebäude dienten auch als Wohnheime für Lehrlinge. So hauptsächlich in der Straße des Friedens und in der Makarenko-Straße.

Dort pulsierte das Jugendleben. Feiern, fröhliche Partys und flirten prägten die Szenerie fast täglich und diese Atmosphäre trug zweifelsohne zur "Sesshaftwerdung" vieler Lehrlinge in und um Premnitz bei. Wohl ganz im Sinne von Anton Semjonowitsch Makarenko, dem bedeutendesten Pädagogen der Sowjetunion. Als die Premnitzer Ansichtskarte 1965 geschrieben wurde, kostete sie übrigens MDN -.15, also satte 15 Pfennige plus 10 Pfennig für eine grüne Ulbricht-Marke.   MDN, Mark der Deutschen Notenbank, war von August 1964 bis Dezember 1967 der offizielle Name der DDR-Währung. Davor, seit 24. Juni 1948, war Deutsche Mark der Name, ab 1968 wurde die Bezeichnung Mark der DDR verwendet.

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