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Askanier & Wettiner
Rivalität mündete im 13. Jahrhundert im Teltow-Krieg

Darstellung von Albrecht dem Bären, zu sehen im Museum der Stadt Brandenburg an der Havel.
Darstellung von Albrecht dem Bären, zu sehen im Museum der Stadt Brandenburg an der Havel. © Foto: kühl
René Wernitz / 10.01.2020, 10:00 Uhr
Havelland (MOZ) Im mittelalterlichen Ränkespiel der Mächtigen gehörten die Dynastien der Salier und Staufer zu Hauptakteuren im deutschsprachigen Raum. Gipfelpunkt war jeweils die Erlangung von Königs- oder Kaiserkrone. Auf regionaler Ebene ging es nicht minder intrigant und gewalttätig zu. Im 13. Jahrhundert prallten zwischen Havel und Oder die Interessen zweier mächtiger Herrscherhäuser heftig aneinander.

Im zwischen 1239 und 1245 ausgefochtenen Teltow-Krieg mussten sich die brandenburgischen Askanier gegen die Wettiner behaupten, die in den südlich gelegenen Marken Lausitz und Meißen das Sagen hatten. Beide Parteien wollten expandieren. Dabei kamen sie sich auf dem Teltow ins Gehege, der an der Spree an den Barnim grenzt. Letztlich gingen die Askanier als Sieger aus dem Krieg hervor.

Die Wettiner, die es heute noch gibt, haben eine lange Geschichte, die sich bis ins 10. Jahrhundert zurück verfolgen lässt. Ihr Name leitet sich von der Stammburg Wettin (Saalekreis/Sachsen-Anhalt) ab. Ihre Macht wuchs im Laufe des 11. Jahrhunderts erheblich. Mit Dietrich von Wettin hatte ab 1032 erstmals ein Vertreter des Geschlechts die Herrschaft über die Markgrafschaft Lausitz ausüben können. Die Region entspricht in etwa der heutigen Niederlausitz. Heinrich I. wurde 1089 mit der Mark Meißen belehnt.

Soweit nach Süden drängte es die von der Burg Ballenstedt im Harz stammenden Askanier noch nicht. Wohl aber rivalisierten sie in der Lausitz mit den Wettinern. Lange bevor Albrecht der Bär Markgraf Brandenburgs wurde, hatte er zwischenzeitig die Lausitz für sich erlangt. Das war von 1124 bis 1131. Ihm war die Markgrafschaft durch den Kaiser wieder entzogen worden. Ein anderer übernahm zunächst das Kommando, ehe 1136 erneut die Wettiner in Person von Konrad dem Großen an der Reihe waren.

Zu der Zeit waren die Territorien  zwischen Unterer Havel und Oder, also auch das Havelland, noch slawisch geprägt. Albrecht der Bär hatte sich einen Erbschaftsanspruch auf die Brandenburg und das Stammesgebiet der Heveller sichern können. Als der letzte Hevellerfürst 1150 kinderlos gestorben war, machte Albrecht seinen Anspruch erfolgreich geltend.

Denkbar dass die Wettiner schon zu dieser Zeit von der Lausitz aus in nördliche Richtung erste Fäden gesponnen hatten. Um 1200 setzten sie sich an der Spree in der Burg Köpenick fest. Derweil hatten die Askanier Einfluss und Besitz vom Havelland aus bereits bis zum Barnim ausgedehnt. Dort ließen sie um 1225 eine Burg bauen, aus der die Stadt Strausberg hervor gehen sollte. Während des Teltow-Krieges hatten auch Strausberg und Köpenick zu leiden.

In Anbetracht des vielen vergossen Blutes scheint es geradezu grotesk, wie die Askanier Jahrzehnte später die Macht in der Niederlausitz übernahmen. Sie hatten sie 1303 gekauft. Der Brückenschlag zur Oberlausitz war damit gelungen. Denn die Länder Bautzen und Görlitz gehörten bereits seit längerem zum Machtbereich der brandenburgischen Askanier, die es ab 1320 nicht mehr gab.

SAGENNACHT IN DER NIEDERLAUSITZ

Die jährliche Sagennacht zu Pfingsten in Burg im Spreewald (Niederlausitz) vermengt wendische Sagen mit mittelalterlicher Geschichte. Die  wechselnden Programme wandeln dabei auf dem Zeitstrahl. Diesmal taucht Dietrich von Wettin erstmals als eine Gestalt der Handlung auf. ⇥(rez)

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