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Einst und jetzt in Strodehne
Heinrichs kochen noch heute im Gasthof

Peter Wittstock / 14.02.2020, 07:15 Uhr
Strodehne Der Charlottenburger Verlag von Paul Johannes hatte für eine Ansichtskarte aus Strodehne einst den Gasthof "zur Stadt Berlin" gewählt. Ausgehend vom Poststempel (1919) muss das Foto irgendwann in den zehn Jahren zuvor entstanden sein. Denn 1909 hatte Julius Heinrich den Gasthof übernommen. Sein Name prangt mit an der Fassade des Objekts. Er war Urgroßvater des heutigen Betreibers.

Damals, als links vor dem Eingang noch ein Tisch stand, befand sich im selben Gebäudeteil auch eine "Materialwaren Handlung", wie ein weiterer Blick durch die Lupe offenbart. Rechts  unten befand sich der Gastraum mit Küche und im Obergeschoss ein bis zu 100 Personen fassender Tanzsaal. Zwischen Haupt- und Nebengebäude, über der Toreinfahrt zum Hof, war das Schild "Ausspannung" angebracht. Vermutlich die Stelle, wo Pferde versorgt oder gewechselt wurden. In der Nachbarschaft von Heinrichs Gasthof, den die Familie also seit 111 Jahren betreibt, existierten damals weitere Lokalitäten.

Strodehne gehörte einst zu den 15 größten Landgemeinden. Laut Statistik des früheren Kreises Rathenow lebten selbst 1956 noch 580 Menschen in diesem Haveldorf. 30 Jahre später waren es nur noch 318. Strodehne lebte früher überwiegend von der Landwirtschaft, aber auch von Fischfang, Handwerk und Gewerbe. Eine Auswertung des Landkreises von 1962 belegt die stattliche Größe der von der Strodehner LPG Typ III bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfläche, die zusammen 1.516 Hektar betrug. Das Strodehner Milchvieh brachte es damals auf 2.223 Liter pro Kuh und Jahr. Der heutige Durchschnittswert in Deutschland liegt bei mehr als 8.000 Liter.

Im Unterschied zu den meisten anderen Dörfern im Westhavelland ist in Strodehne die einstige Gaststätte weiter in Betrieb, wofür Fred Heinrich in vierter Generation sorgt. Seine Mutter, Martha Heinrich, steht in der Küche und kocht.

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