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Herrentag
"Mit Abstand" um den Hohennauner See

Auf dem Rad mit Zylinder auf dem Kopf - diese beiden Herren verlebten den Herrtag radelnd rund um den Hohennauener See.
Auf dem Rad mit Zylinder auf dem Kopf - diese beiden Herren verlebten den Herrtag radelnd rund um den Hohennauener See. © Foto: Simnoe Weber
Simone Weber / 22.05.2020, 12:27 Uhr
Ferchesar/Semlin Der Herrentag in diesem Jahr war auf Grund der Corona-Pandemie "mit Abstand" der außergewöhnlichste. Die Gaststätten hatten bereits eine Woche zuvor wieder öffnen dürfen. Aber die Kontaktbeschränkungen gelten weiterhin.

Die traditionell mit Bollerwagen umherziehenden Männer sah man in diesem Jahr nicht. Aber das sommerlich-sonnige Wetter lud viele Westhavelländer zu einem Ausflug mit dem Fahrrad, oft gemeinsam mit der Familie, ein. Auch Gäste aus Berlin reisten mit dem Auto an, die Fahrräder auf dem Gepäckträger. Um den Hohennauen-Ferchesarer See begegnete man den Rad-Ausflüglern immer wieder – in kleinen oder auch größeren Gruppen. Hin und wieder fuhren auch Herren mit Zylinder und Flieder geschmücktem Rad vorbei.

Manch Gastronom war verunsichert, die Situation zum Herrentag ob angetrunkener Ausflügler "im Griff" zu behalten. So hatte das Café in der Dranseschlucht an Herrentag geschlossen. Zu einer ersten Pause lud das "Café am Brunnen" in Ferchesar ein. Hier gab es unter anderem Bratwurst vom Grill und Softeis. Café und Hof boten genügend Platz und die Gäste hielten sich an die Abstandsregeln. "Wir haben mit uns gerungen, ob wir öffnen und ob sich die Menschen wieder raus trauen. Aber wir sind sehr zufrieden. Es ist viel los", so Café-Betreiberin Grit Graf, die mit ihrer Schwester Gabriele Berckholtz Ostern 2019 das Café mit Pension unweit der Dorfkirche neu eröffnete. "Während der Corona-Schließzeiten haben wir zu unseren Öffnungszeiten am Wochenende Außer-Haus-Verkauf angeboten. Das wurde ganz gut angenommen." Zu den Ausflüglern, die hier Pause machten gehörten auch vier Freunde aus Fehrbellin. Sie verbindet ihre Leidenschaft für Simson-Zweiräder. "An Herrentag sind wir immer irgendwo in der Region mit unseren Simsons unterwegs. Einige fahren seit 20 Jahren, andere erste seit einem Jahr", erzählt Sandro Kotke. "Hier um den Hohennauener See sind wir das erste Mal unterwegs." Mit zwei Schwalben, einer alten RT und einer S51, Baujahr 1989.

Während ihrer Fahrt um den See machten viele im Campingpark "Buntspecht" am Nordufer des Sees Station. Hier lädt seit dieser Saison das italienische Restaurant, die Pizzeria "Don Carlo" die Camper und Gäste, unter anderem zu Pizza, ein. Der Campingpark durfte am vergangenen Freitag wieder öffnen. An der Badestelle planschten die Kinder der Campinggäste und Tagesausflügler. Auch hier hielten sich die Gäste an die Hygieneregeln. Kritischer sah es auf dem Rückweg in Semlin aus. Das Touristendorf mit seinen Cafés und Restaurants zog sehr viele Ausflügler an. Auf den Wiesen am Seeufer lagerten vor allem größere Gruppen Jugendlicher, die mit dem Rad unterwegs waren – nicht immer mit dem gebotenen Abstand.

Alles in allem war der Herrentag ein friedlicher Tag, den viele Westhavelländer in diesem Jahr vor allem in Familie genossen.

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