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Einst und jetzt in Premnitz
Einst kahle Ufer am Premnitzer See

Peter Wittstock / 31.07.2020, 06:45 Uhr
Premnitz Unmittelbar nachdem die Vereinigten Köln-Rottweiler Pulverfabriken 1915 in Premnitz mit dem Bau einer Produktionsstätte begannen, entwickelte sich parallel der kommunale Sektor des damaligen Haveldorfs  rasant. Als Johann Lindenberg die Aufnahme am Premnitzer See gelang, war das Gelände ringsum noch eher kahl.   Erst wenige Jahre zuvor war der See entstanden, indem Grundwasser die dortige Tongrube flutete. Von "den neuen Anlagen" spricht Lindenberg bei den Bauten. Von jener Landzunge am Westufer schweifte der Blick zu den Villen. Diese dienten der Unterbringung leitender Angestellter der Fabrik, die durch den kurzen Weg zum Werk und diesen herrlichen Seeblick optimale Arbeits- und Lebensbedingungen hatten. Der Premnitzer See ist heute von dichtem Grün umzogen,  bietet Idylle pur und ist ein Blickfang der Stadt.

Chronist Jürgen Mai beschreibt im Buch "Premnitz-Döberitz-Mögelin/Ein historischer Streifzug" das Wachsen des Schiesswollbetriebs und die vielschichtigen anderen Bauvorhaben detailliert.  Was hier einst in Premnitz regelrecht aus dem Boden gestampft wurde, ist mehr als bemerkenswert. So entstand zwischen 1915/16 beispielsweise der markante Wasserturm auf dem Werksgelände (jetzt im Besitz der Baufirma Rampf),  im südlichen- und östlichen Ortsterrain wurden Wohnhäuser und Versorgungseinrichtungen gebaut. Im Zuge weniger Jahre errichtete die Firma neben speziellen betrieblichen Anlagen auch das imposante Verwaltungsgebäude und eine Werkskantine. Inmitten der soganannten Arbeiterkolonie entstand sogar ein Kaufhaus, in dem ab 1974  die Stadtverwaltung für viele Jahre ihren Sitz hatte. Premnitz platzte damals aus allen Nähten, weil  bereits bis Mitte 1918 mehr als 5.100 Beschäftigte dort in Lohn und Brot standen.

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