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Der Oder-Neiße-Radweg von Zollbrücke in Richtung Hohensaaten bietet jede Menge Natur / Kritik an schlechter Beschilderung

Schnurgerade nach Norden

Rast in Hohenwutzen: Ronny Tschentscher mit Martha (3), Kristin und Lilly Waurig aus Dresden radeln den Oder-Neiße-Radweg von Löcknitz nach Görlitz. Sie lassen sich bis zu zehn Tage Zeit.
Rast in Hohenwutzen: Ronny Tschentscher mit Martha (3), Kristin und Lilly Waurig aus Dresden radeln den Oder-Neiße-Radweg von Löcknitz nach Görlitz. Sie lassen sich bis zu zehn Tage Zeit. © Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 30.07.2015, 07:15 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Der Oder-Neiße-Radweg verbindet zwei Flüsse, drei Länder und jede Menge Landschaft. In einer Serie stellen wir vor allem jenen Teil des Weges vor, der durch das Verbreitungsgebiet unserer Zeitung führt, verbunden mit Tipps für Tagesausflüge ans östliche Ufer in Polen. Heute: Zollbrücke nach Hohensaaten.

Nach einer kurzen Rast im Hofladen der Bio-Gärtnerei Müller in Hohenwutzen machen sich Kristin Waurig mit den Töchtern Lilly (7) und Martha (3) sowie Ronny Tschentscher wieder auf den Weg. Die Familie aus Dresden radelt den Oder-Neiße-Radweg von Löcknitz in Mecklenburg Vorpommern nach Görlitz in Sachsen. Schwer bepackt sind die Sachsen. Der Familienvater zieht einen Anhänger mit einer Aluminiumkiste hinter sich, die Mutter einen Kinderanhänger für Martha.

"Wir sind jetzt den dritten Tag unterwegs und versuchen, draußen zu übernachten", sagt Ronny Tschentscher. Dies habe auch gut geklappt. Besonders hob er den Gutsherren von Lebehn hervor, der den Radler erlaubte, ihr Zelt für eine Nacht im Gutspark auszustellen. Kristin Waurig beklagte die schlechte Beschilderung des Oder-Neiße-Radwegs. Besonders schlecht dabei schneide auf ihren Weg die Stadt Gartz ab. Auf ihrer Gepäcktasche am Lenker hat Kristin Waurig eine Karte befestigt, die den Verlauf des Radwegs zeigt. Die Familie verbucht Erfahrung. Dies sei der dritte Sommer, bei der sie auf dem Fahrrad unterwegs sind.

Die Strecke von Güstebieser Loose bis Hohenwutzen hat die Dresdner Familie noch vor sich. Dort verläuft der Radweg auf dem Oderdeich. Wahlweise kann die Deichkrone oder der Weg darunter genutzt werden. Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. Wer eine Gaststätte oder ein Dach über dem Kopf sucht, muss bis Zollbrücke oder Hohenwutzen durchhalten. Dafür kommen Naturliebhaber auf ihre Kosten. Derzeit lassen Wiesenblumen den Deich in vielen Farben erblühen. Vögel sind zu beobachten.

In Zollbrücke zählt die Deichscharte zu den Attraktionen. Sie gewährt den Landwirte die Zufahrt zu den Oderwiesen, wird aber bei Hochwasser mit Balken verschlossen, Gasthäuser laden zum Verweilen ein. Täglich geöffnet hat jedoch nur der Hofladen vom Ziegenhof Rubin.

Wer von Zollbrücke weiter in Richtung Norden fährt, nähert sich der imposanten 750 Meter langen Bienenwerder Brücke. Sie diente im kalten Krieg militärischen Zwecken. Der Warschauer Pakt hätte Kriegsgerät per Bahn nach Westen verlegt. Heute sollte eigentlich eine Draisine darüberfahren. Doch der Naturschutz machte dem Betreiber einen Strich durch die Rechnung, weil ein Uhu auf den Resten einer alten Brücke daneben brütete.

Weiter geht es auf dem Oderdeich in Richtung Hohenwutzen. Nach einer weiten Rechtskurve tauchen die roten Dächer von Hohenwutzen auf und Brücke über die Oder. Auto an Auto reiht sich auf dem Bauwerk aneinander. Es ist die Route der Berliner, die nach Polen fahren, um ihren Tank aufzufüllen oder billige Zigaretten zu kaufen. In Hohenwutzen bieten sich in Gaststätten oder im Hotel "Zur Fährbuhne" Übernachtungsmöglichkeiten. Gasthäuser laden zur Einkehr ein.

Fast schnurgerade führt der Weg auf dem Deich nach Hohensaaten. Der Asphalt ist von Muschelschalen übersät. Wasservögel lassen Muscheln auf den Radweg fallen, um sie zu knacken. Hohensaaten wechselte vor fünf Jahren aus dem sich auflösenden Amt Oderberg im Barnim zur Stadt Bad Freienwalde in Märkisch-Oderland. Attraktion des Ortes sind die Schleusen. Dort wechselt der Radweg auf den Mitteldeich zwischen der Oder und der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße.

In der Freitagausgabe lesen Sie: die alternative Route auf der polnischen Seite der Oder von Godzowice nach Osinow Dolny ( (Teil 9). Auf der Strecke kann der Reiseführer "Oder & Neiße so gesehen" nützlich sein, den Absolventen der Frankfurter Europa-Universität in ihrem Unternehmen Scotty Scout herausgegeben haben (10,90 Euro); www.scottyscout.com

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Catha 30.07.2015 - 11:33:25

Mehr.Kaffee.für.den.Lektoren!

Möglicherweise war die Uhrzeit schuld (Veröffentlichung des Artikels um 07.15 Uhr), aber die redaktionelle Prüfung des Artikels scheint aufgrund akuten Kaffeemangels des Lektoren nicht besonders gründlich ausgefallen zu sein. Die kleinen Tippfehler sind noch verzeihlich: den RadlerN [wurde] erlaubt..., gewährt den LandwirteN die Zufahrt... Als ein wenig unpassend empfinde ich hingegen den militärischen Schreibstil, der trotz des preußischen Themas dennoch etwas fehl am Platze wirkt. Insbesonders die Absätze Nr. 3,5,6 und 7 erinnern an die Werbung der Bundeswehr (Wir.Dienen.Deutschland.). Vielleicht sollten Sie sich ein wenig eingehender mit Konjunktionen und Kommata beschäftigen. ;-) Mit herzlichen Grüßen, C. P.

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