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Friedemann Hanke, Erster Beigeordneter des Landkreises, verhandelt mit Stadt Bad Freienwalde über Schloss

Schlossübergabe: "Wir sind auf einem gutem Weg"

Steffen Göttmann / 15.08.2017, 07:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Die Stadt Bad Freienwalde und der Landkreis Märkisch-Oderland haben Ende vergangener Woche ihre Gespräche über das Schloss Freienwalde wieder aufgenommen. Über die Ergebnisse haben sie jedoch Stillschweigen vereinbart.

"Wir sind auf einem guten Weg, haben aber vereinbart nichts nach draußen zu geben", sagte Friedemann Hanke (CDU), Erster Beigeordneter des Landratsamtes, am Montag auf Anfrage. Hanke betonte jedoch: "Wir versuchen eine gute Lösung für alle Zeiten zu finden." Sicher ist, dass der Landkreis das Schloss Freienwalde nicht weiter betreiben und der Stadt gerne das altehrwürdige Gemäuer aufs Auge drücken möchte.

Es ist jedoch kein Geheimnis, dass sich die Stadt nicht um jeden Preis auf diesen Deal einlassen möchte. Sie fordert daher Sicherheiten in Form von Zuschüssen durch den Landkreis. Über deren Höhe konnten sich Bürgermeister und Landrat bisher nicht einigen. Denn Bad Freienwalde engagiert sich bereits jährlich mit 100 000 Euro beim "Oderbruch-Museum Altranft - Werkstatt für ländliche Kultur". Zudem stehen Investitionen wie in den Bahnhof, die Alte Post und die Auflagen zur Erhaltung des Kurstadtstatus bevor. Ein weiterer Brocken dieser finanziellen Höhe ist für die Stadt zu viel.

Die Gespräch zwischen Stadt und Landkreis sollen Anfang September wieder geführt werden, wenn Bürgermeister Ralf Lehmann (parteilos) aus dem Urlaub zurückkehrt. Der Landkreis wollte zuerst mit der Neuaufnahme der Verhandlungen bis nach der Bürgermeisterwahl warten,entschied sich dann aber anders. "Wozu?", fragte Friedemann Hanke rhetorisch.

Schloss Freienwalde dümpelt währenddessen vor sich hin. Die Ausstellung ist Ende vergangenen Jahres nach Abstimmung des Kreistages beschlossen worden. Wer die Walther-Rathenau-Gedenkstätte besuchen will, kann mit Reinhard Schmook, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Walther-Rathenau Stift gGmbH, einen Termin vereinbaren. Träger der Gesellschaft sind je zur Hälfte die Walther-Rathenau-Gesellschaft und der Landkreis.

Ideen, wie das Schloss genutzt werden könnte, gibt es einige.Doch das Geld fehlt hinten und vorne. Nur mithilfe von Sponsoren aus der Wirtschaft gelang es in den vergangenen Jahren, die Blumenbeete unmittelbar neben dem Schloss mit Eisblumen und Tagetes zu bepflanzen. Doch damit ist jetzt endgültig Schluss. "Wir haben eine Firma gebunden, die nur die notwendigsten Arbeiten erledigt", erklärte der Erste Beigeordnete. Sie räumt die Wege von herunter gefallenen Ästen frei und mäht die Rasenflächen. Mehr sei finanziell nicht möglich.

Anlässlich des 150. Geburtstages von Walther Rathenau überarbeitet Reinhard Schmook derzeit die Rathenau-Ausstellung im ersten Obergeschoss des Schlosses. Sie wird im Oktober eröffnet. Doch Schmooks Honorarvertrags sowie die Verträge der Leute, die Ausstellung offen halten und sichern, enden mit dem Jahresende. Wie es dann weitergeht, weiß niemand.

Dem Freundeskreis Schloss Freienwalde ist es im Juni gelungen, dass das Schloss mit der Rathenau-Gedenkstätte in die neu gegründete Arbeitsgemeinschaft "Orte der Demokratiegeschichte" aufgenommen wurde. Ob sich daraus eine Perspektive ergibt, bleibt nach wie vor offen.

Welche Nutzung dem Schloss unter städtischer Trägerschaft zuteil werden könnte, ist derzeit noch vollkommen unklar.Ein Verkauf an Dritte ist wegen des Vermächtnisses der Familie Rathenau nicht möglich. Sie hatte es dem damaligen Landkreis Oberbarnim mit der Bedingung übergeben, "hier eine Stätte der Erinnerung an die altpreußische Kultur um die Wende des 18. Jahrhunderts und an Walther Rathenau" einzurichten.

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Schloßübergabe Friedemann Hanke Freienwalde Walther Rathenau Landkreis

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