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Dolgeliner kritisiert Forderung nach neuen, höheren Weideschutzzäunen / Problemwölfe müssen für Abschuss mindestens zweimal zugeschlagen haben

Problemwölfe
Schäfermeister Vogel: Neue Verordnung ist uns keine Hilfe

© Foto: Michael Märker
Ines Weber-Rath / 09.01.2018, 19:44 Uhr
Dolgelin (MOZ) Zum Jahresbeginn ist die Brandenburger Wolfsverordnung in Kraft getreten. Für den Vorsitzenden des Schäfervereins Kurmark, den Dolgeliner Schäfermeister Wilfried Vogel, ist sie eine Enttäuschung. "Für uns hat sich damit nichts verbessert", sagt Vogel. Im Gegenteil: Die neuen Anforderungen zum Herdenschutz, deren Erfüllung Voraussetzung für die Regulierung von Schäden nach einem Wolfsangriff sind, treffen die Schäfer und anderen Weidetierhalter hart. So müssen Weidezäune jetzt 1,20 Meter hoch sein.

Erst vor fast genau drei Jahren hat Wilfried Vogel neue Elektrozäune für seinen Betrieb gekauft. "Damals sollten Wolfsschutzzäune 1,05 Meter hoch sein. Bis dahin hatten wir 90 Zentimeter", erklärt der Schäfermeister und fragt: "Soll ich meine Weidezäune jetzt schon wieder alle wegschmeißen und neue kaufen?" Die Anschaffungskosten bekäme er zwar gefördert, aber nur zum Teil. Und im Falle eines Schadens würde ihm das Fördergeld von der Höchstsumme abgezogen, die einem Tierhalter zustehe - 15 000 Euro binnen drei Jahren, so der Schäfer. Für seinen Betrieb mit durchschnittlich 1500 Schafen, die in drei Herden weiden, geht es immerhin um 70 der jeweils 50 Meter langen Weideschutzzaun-Netze.

Dass die immer höheren Netze auch immer schwerer für die Schäfer sind, die sie aufbauen müssen, interessiere die Politiker offenbar nicht, klagt Wilfried Vogel. Er hält übrigens auch 1,20 Meter hohe Elektrozäune für kein unüberwindliches Hindernis für Wölfe.

Der Dolgeliner macht kein Hehl daraus, dass er das schwedische Quotenmodell favorisiert. Nach dem werden alle über eine festgelegte Quote hinaus gehenden Wölfe erlegt. Doch das kommt für die Brandenburger Verantwortlichen nicht infrage. Stattdessen legt die Wolfsverordnung fest, dass Problemwölfe nur dann getötet werden dürfen, wenn sie mindestens zweimal in denselben Weidebestand eingedrungen sind: "Wie will man denn feststellen, dass es sich um ein und denselben Wolf gehandelt hat?", fragt sich Wilfried Vogel.

Aus seiner Sicht wäre ein Problemwolf schon einer, der sich Weidetieren nachweislich nähert. Dann sollte geschossen werden, meint der Dolgeliner Schäfer. Doch das ist laut Wolfsverordnung per se nicht einmal erlaubt, wenn sich die Raubtiere Menschen oder Siedlungen wiederholt nähern. Dann dürfen mit Erlaubnis des Landesumweltamtes Jagdberechtigte zunächst nur Maßnahmen zur Vergrämung ergreifen.

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