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Bürger beschweren sich über abgeschnittene Wege / Katasteramt steckt bis Ende Februar Eigentumsgrenze an der Schlossstraße ab

Zaun in Harnekoper Schlosssee illegal

Nadja Voigt / 12.01.2018, 06:45 Uhr
Harnekop (MOZ) Die für die Bürger im Dorf drängenste Frage scheint geklärt: Der um das Grundstück am Harnekoper See gezogene Zaun hätte nicht bis in den See gezogen werden dürfen. So groß ist das Grundstück nämlich nicht.

Wie groß es jedoch genau ist, geht aus keiner Karte hervor. Mit historischen Dokumenten unter dem Arm nahm Jürgen Proft vom Katasteramt des Landkreises Märkisch-Oderland an einem Beratungstermin mit allen Beteiligten, dem Amtsdirektor Karsten Birkholz und sogar dem Landrat Gernot Schmidt, Anfang Dezember in Harnekop teil. Qualifiziert vermessen worden sei die Grundstückgrenze bisher nie, so Jürgen Proft. Das wird sich jedoch ändern: "Wir werden die Eigentumsgrenze abstecken." Bis Ende Februar soll das passieren. Zehn Punkte werden markiert. Übrig bleibt dann ein zwei bis drei Meter breiter Uferstreifen, der dem Besitzer des Sees - Fischer Hannes Böhm - gehört. Allerdings muss der Rückbau des Zauns wohl privatrechtlich durch eben diesen durchgesetzt werden, heißt es aus den beteiligten Verwaltungen.

Das Grundstück, das früher ein Arbeits- und Erholungslager beherbergte, erregt seit einiger Zeit Unmut im Dorf. Spätestens aber, als der Besitzer Tatsachen geschaffen hat, in dem er den Zaun bis in den Schlosssee ziehen ließ und somit das ganze Grundstück für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich machte, war für einige Bürger das Maß voll. So zum Beispiel für die beiden Rentner Gerda und Gerhard Manthei.

In einem Brief hatten sie sich schon im Frühjahr 2017 an den Landrat von Märkisch-Oderland gewandt. Bis Mitte März war es den Harnekoper Bürgern möglich, den See zu umrunden, heißt es darin. "Seit genanntem Zeitpunkt verhindert ein über Nacht errichteter Zaun diese Begehung." Aus ihrem Schreiben geht zudem hervor, wie hilflos sie sich fühlen und das sie nicht wüssten, wer zuständig sei. Das hatte sich auch bis zum Ende des vergangenen Jahres nicht geändert. Traurig zeigten sich die beiden Rentner darüber, das sich niemand ihrer Sorgen annehme, wie sie sagten. "Ich bin enttäuscht", gab Gerda Manthei im Gespräch mit dieser Zeitung zu. Viele Telefonate hätte es gegeben, viele Gesprächstermine. Aber kein Ergebnis. "Dabei wollen wir nur, das die Grundstückgrenze eingehalten wird", sagten die beiden.

Zwischenzeitlich gab es die Idee, das Tor zum Grundstück offen zu lassen, um den Seezugang zu ermöglichen. Doch das halten die beiden nicht für praktikabel. "Wollen sie jedes Mal über ein fremdes Grundstück gehen?", fragte Gerd Manthei beim Vororttermin mit dem Oderland Echo. Ihn ärgert, dass der Besitzer des an den Schlosssee grenzenden Grundstücks den Zaun einfach bis in den See hinein gezogen hat. Weder vor dem Grundstück noch hinter dem Grundstück ist es so möglich, am Ufer entlang oder zur Badestelle zu kommen. "Dort haben schon unsere Kinder und Enkel schwimmen gelernt", so Familie Manthei.

Ein Schreiben am Zaun selbst informiert "Liebe Nachbarn, liebe Angler, auch uns gefällt der Zaun nicht." Dort schreibt Paul Ingenbleek, das, als er vor Jahren das Grundstück an der Seestraße erworben habe, er bewusst auf eine Einfriedung verzichtet habe. Dann gab es jedoch unangenehme Ereignisse, wie er schreibt. Das Grundstück sei vermüllt worden, Camper hätten es belagert. Auch seien Beleidigungen ausgetauscht worden. Und: "An unserer Hauswand wurde mahnend ein toter Fuchs aufgehangen", ist dem Schreiben am Zaun zu entnehmen. Deshalb habe Ingenbleek auf Anraten der Polizei das Grundstück eingefriedet.

Dass dieser, bis in den See gezogene, Zaun illegal ist, bestätigt Landrat Gernot Schmidt auf telefonische Nachfrage. Damit es nicht Jahre dauere, sei nun die sogenannte Grobabsteckung durch das Katasteramt beauftragt worden. Man könne nicht einfach einen Zaun ziehen, so der Seelower Verwaltungschef, wenn nicht genau geklärt sei, wo die Grundstückgrenze verlaufe.

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