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Landkreis und Finanziers sehen Altranfter Kulturstätte auf gutem Weg / kulturpolitische Diskussion im Schloss

Oderbruch
Weichen für Museum neu gestellt

Stellen sich vor: Harriet Völker und  und Samo Darian vom Programm „Trafo - Modelle für Kultur im Wandel“ m Gespräch mit einer Besucherin im Foyer des Schlosses Altranft.
Stellen sich vor: Harriet Völker und  und Samo Darian vom Programm „Trafo - Modelle für Kultur im Wandel“ m Gespräch mit einer Besucherin im Foyer des Schlosses Altranft. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 25.04.2018, 06:45 Uhr
Altranft (MOZ) Das Oderbruch-Museum Altranft befindet sich im Rahmen des Programms „Trafo – Modelle für Kultur im Wandel“ auf einem guten Weg. Zum bis in Abend reichenden kulturpolitischen Nachmittag am Montag fanden sich 80 Gäste ein, die teilweise lebhaft diskutierten.

Die Transformation des Oderbruch-Museums Altranft feiert Bergfest. In zwei Jahren muss die Einrichtung auf eigenen Füßen stehen. Dieser Wandel stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion am Montag im Schloss Altranft. Friedemann Hanke (CDU), Erster Beigeordneter des Landkreises und für Kultur verantwortlicher Dezernent, beschrieb das Spannungsfeld zwischen einem Museum vor der Schließung und der Umwandlung, in der sich die Kulturstätte jetzt befindet. „Uns wird vorgeworfen, warum plötzlich Geld für etwas Neues da ist, was beim Alten fehlte“, sagte Hanke und betonte: „Wir wollten sehen, welche Möglichkeiten es gibt, Kunst und Kultur neu zu gestalten.“ Der Landkreis sei für neue Formen offen, zumal künftig das Geld breiter verteilt werden solle.

Seit 2016 nimmt das Oderbruch-Museum am Programm „Trafo – Modelle für Kultur im Wandel“  teil, das von der Kulturstiftung des Bundes initiiert wurde. Seitdem strukturierte das Museum die Sammlung um, baut ein Netzwerk aus Heimatstuben, Vereinen und Kommunen zum Kulturerbe Oderbruch auf und bearbeitet jährlich wechselnde Themen zur Region und seiner Geschichte: zuerst Handwerk, dann Wasser und aktuell Landwirtschaft. Daraus ergeben sich Fragen nach der Bedeutung von Kulturorten für ländliche Regionen, nach der Rolle von Museen und deren Zukunft.

Das Oderbruch-Museum sei keineswegs aus dem Nichts entstanden, betonte Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin Kulturland Brandenburg. Es habe zuvor schon Überlegungen gegeben, den Blick mehr auf die kleinen Einrichtungen im Land zu richten.

Museen dienten der Selbstdarstellung einer Gemeinschaft, die sich erzählt. Es schaffe eine Form der Identifikation, merkte Kurt Winkler, Leiter des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, an. Seiner Auffassung nach sei es ein Bürgermuseum oder könne eines werden. Friedemann Hanke wollte dies nicht so sehen. Heimatstuben seien indes Orte des Erinnerns mit Exponaten, die die Leute vor Ort zusammentragen. Anders als bei einem Personalmuseum wie der Rathenau-Gedenkstätte in Bad Freienwalde oder dem Brecht-Weigel-Haus in Buckow. entstehen Heimatstuben, weil Menschen sich an ihre Kindheit erinnern wollen.

Die Frage nach der Zukunft des Museums schwingt immer wieder mit. Die Fördermittelgeber legen Wert darauf, dem Museum keine Zielvorgaben über Besucherzahlen vorzuschreiben. „Es soll sich ausprobieren können“, sagte Samo Darian von der Trafo-Programmleitung.  Insgesamt sei er mit der Transformation des Museum sehr zufrieden. Die Verantwortlichen hätten es geschafft, Menschen, Vereinen und Institutionen einzubinden. Er lobte, dass so viele Bürgermeister, Stadtverordnete und Kreistagsabgeorndete an der Veranstaltung teilnahmen. Dies zeige, dass sich die Politik mit den Wandel identifiziert und sich dafür interessiert, betonte Samo Darian. Dennoch setzt sich das Museum das Ziel, sie zu steuern.

Den Wandel von bundesweit sechs Kulturprojekten begleiten die Verantwortlichen derzeit. Sie treffen sich zweimal im Jahr jeweils an einem anderen Ort. Jetzt trafen sie sich in Altranft.

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