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Zum achten Mal startet das OderKurz-Filmspektakel im Theater am Rand in Zollbrücke

Kultur
Horror versteckt in der Nische

Versteckte Nische entdeckt: Zwei Besucher des achten OderKurz-Filmspektakels finden sich im Kino Abart wieder und scheinen vom Horror angesteckt. Foto vom 1. Juni 2018
Versteckte Nische entdeckt: Zwei Besucher des achten OderKurz-Filmspektakels finden sich im Kino Abart wieder und scheinen vom Horror angesteckt. Foto vom 1. Juni 2018 © Foto: Tim Benesch
Tim Benesch / 05.06.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 05.06.2018, 09:22
Zollbrücke (Freier Autor) Der französische Kurzfilm „Five Years After the War“ gewinnt den internationalen Wettbewerb des achten OderKurz-Filmspektakels. Die Besucher des Filmfestivals im Theater am Rand wählen zwischen neun kleinen Meisterwerken der Filmkunst aus.

„Wir schauen uns alle zehn Minuten an“, sagt Laura Undisz, Projektorganisatorin des OderKurz-Filmspektakels und zugleich Jurymitglied des internationalen Films. Im November letzten Jahres erreichten sie die ersten Einsendungen. Von insgesamt 550 Kurzfilmen waren zirka 320 Einsendungen im Bereich internationaler Film, der Rest in der Kategorie nationaler Film und Kinderfilm.

Eine Menge Holz für die Jury, die neben Laura Undisz aus Matilde Scholz und Daniel Spiering besteht. Nach langen Diskussionen hatten sie im April endlich eine Entscheidung getroffen: „Das letzte Treffen hat zehn Stunden gedauert. Bei manchen Filmen waren wir uns sofort einig, bei anderen nicht“, verrät die 28-jährige Studentin aus Wien.

Das Wetter an diesem Abend ist angenehm, kühler als an den Vortagen. Im Außenbereich des Theaters gibt es Bänke, Stehtische, einen Grill und böhmisches Bier. Die Gäste lauschen der Musik von Dennis B. Markheim. Der Oderbruchkünstler aus Wriezen eröffnet das Festival. Der eine oder andere entdeckt dabei das Kino Abart und die versteckte Nische, in der in Dauerschleife Horror-Trash läuft. Vorsicht ist geboten, der Eintritt ab 21.

„Wir sind heute angekommen und bleiben bis Sonntag“, sagt Benjamin Hohnheiser, der mit einer Freundin, die ebenfalls eine Filmemacherin ist, auf der Wiese hinter dem Theater zeltet. „Wir freuen uns total drauf, allein wegen der Umgebung schon“, erzählt er weiter. Und weder ein ausgefallener Zug noch eine Reifenpanne konnten den beiden Berlinern die Freude verderben.

Kurz vor 19 Uhr läutet die Glocke am Einlass. Es geht los. Die Gäste strömen in das Theater, nehmen auf dem Sitzgradin aus Pappelholz Platz. Die Begrüßung findet durch Almut Undisz, der Mutter von Laura Undisz, statt. Sie ist Geschäftsführerin des Theaters und Jurymitglied des nationalen Films, dessen Beiträge neben den Kinderfilmen am Samstag vorgestellt werden. „Das Theater am Rand freut sich wieder mal, Austragungsort dieses wunderbaren Filmfestivals zu sein“, beginnt sie. Kurz darauf übernehmen Laura Undisz und Matilde Scholz die Moderation der einzelnen Vorstellungen. In kurzen Worten geben sie Auskunft über Inhalt und Hintergrund der Kurzfilme.

Los geht es mit „NEGATIVE SPACE“, einem Animationsfilm von Max Porter und Ru Kuwahata, der die Nähe zwischen einem Vater und seinem Sohn über die Kunst des Kofferpackens herauszuarbeiten versucht. Die weiteren Filme, aufgeteilt in zwei Blöcken mit Pause dazwischen, erzählen von Unterschiedlichem: von der Innenwelt eines Teenagers beispielsweise, der im Begriff ist, ein Amoklauf zu begehen, und damit auf die Dringlichkeit der Verschärfung US-amerikanischer Waffengesetze in den USA aufmerksam macht.

Bei dem Dokumentarfilm „THE EUROPEAN DREAM: SERBIA“ wird es ganz still im Publikum. Der Regisseur Jaime Alekos berichtet darin von dem traurigen Schicksal afghanischer Flüchtlinge, die in Serbien gestrandet und der Folter der ungarischen Polizei an der Grenze ausgesetzt sind. Dabei handelt es sich um zum Teil elternlose Kinder, die sich fragen, ob ihr Leben es wert ist, gelebt zu werden.

Am Ende ist es „Five Years After the War“, den das Publikum vor „The European Dream: Serbia“ (Platz 2) und „Negative Space“ (Platz 3) auf den ersten Platz wählt. In dem 17-minütigen Animationsfilm geht es um einen jungen Mann, auf der Suche nach der eigenen Identität. Seine Selbstfindung ist durch eine jüdische Mutter und einem abwesenden muslimischen Vater erschwert.

Die Regisseure der drei Gewinnerfilme, die nicht vor Ort sind, erhalten jeweils ein Preisgeld von 100 Euro. Darüber hinaus werden ihre Werke im Rahmen des „Wanderkino“ in sechs verschiedenen deutschen Kinos gezeigt.

Den nationalen Wettbewerb gewinnt die Berlinerin Anne Breymann mit ihrem Animationsfilm „Nachtstück.“

Informationen: www.oderkurz-filmspektakel.de/wanderkino/haltestellen

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