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Götz Schubert gastiert gemeinsam mit Manuel Munzlinger im Theater am Rand in Zollbrücke

Interview
„Unsere Geschichten passen hier hin“

Rollen den Klangteppich aus: Götz Schubert schlüpft am Sonnabend im Theater am Rand in „Geschichten von der allgemeinen Undurchschaubarkeit“ in verschiedene Rollen. Für den passenden Soundtrack sorgt Manuel Munzlinger – mit Oboe, Keyboard und Computer.
Rollen den Klangteppich aus: Götz Schubert schlüpft am Sonnabend im Theater am Rand in „Geschichten von der allgemeinen Undurchschaubarkeit“ in verschiedene Rollen. Für den passenden Soundtrack sorgt Manuel Munzlinger – mit Oboe, Keyboard und Computer. © Foto: Guido Werner
Nadja Voigt / 13.06.2018, 06:30 Uhr
Zollbrücke (MOZ) Einen außergewöhnlichen Theaterabend verspricht der Schauspieler Götz Schubert, an dem Schauspiel, Text, Musik und Soundtrack zu einer humorvollen Performance verschmelzen. Über seinen ersten Auftritt im Theater am Rand und seine Erwartungen sprachmit ihm Nadja Voigt.

Herr Schubert, drehen derzeit mit Yvonne Catterfeld in Görlitz. Und kommen nun ins Oderbruch nach Zollbrücke. Reizt Sie die Nähe zu Polen oder ist das Zufall?

Das ist natürlich Zufall, wenngleich die Grenznähe in unseren Wolfsland-Filmen im übertragenen Sinne eine große Rolle spielt. „Bis an die Grenze gehen“ ist u.a. eine wichtige Triebkraft der Kommissare Butsch und Delbrück in Görlitz. In gewissem Sinn befinden sich aber auch die Ich-Erzähler in den „Geschichten von der allgemeinen Undurchschaubarkeit“ in einem grenzwertigen Zustand oder man könnte auch sagen am Rand eines Nervenzusammenbruchs. Das ist vielleicht dann doch alles kein Zufall.

Kennen Sie das Theater am Rand von Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern und wie kam es zum Gastspiel?

Das Theater kenne ich noch nicht, aber ich habe viel von diesem zauberhaften Ort gehört. Vor allem aber sind mir die Erfinder und Gründer dieses schönen Ortes keine Unbekannten. Mit Thomas Rühmann beispielsweise war ich Ende der 80er Jahre gemeinsam am Maxim Gorki Theater engagiert. Seit Manuel Munzlinger und ich mit unserem Programm unterwegs sind, suchen wir genau solche Orte, weil wir glauben, unsere Geschichten passen dahin. Offensichtlich teilen die Macher vom „Theater am Rand“ diese Auffassung.

„Geschichten von der allgemeinen Undurchschaubarkeit“ heißt das Programm. Worum geht es in dem Musik-Hör-Spiel?

Es geht um drei Menschen, die in eine für sie persönlich sehr prekäre Situation geraten sind, allerdings selbst verschuldet. Das ist nicht leicht sich einzugestehen, leichter ist es, andere dafür verantwortlich zu machen. Aber letztlich gibt es keinen anderen Ausweg. Dieses Eingeständnis ist ein erster Schritt, wenn Rettung nahen soll. Als Außenstehende sind wir natürlich klüger und haben teilweise eine diebische Freude an den gedanklichen Verirrungen und Verwirrungen der Protagonisten, weil diese sich in ihrer Not zu den aberwitzigsten Schlussfolgerungen hinreißen lassen.

An welchen weiteren Projekten arbeiten Sie derzeit?

Wie gesagt, Wolfsland, Folge 5 entsteht gerade in Görlitz. Ab September stehen neue Dreharbeiten für eine sechsteilige Serie für das ZDF an. Und Manuel und ich, wir haben ein paar Ideen für einen „Nachfolger“ für die „allgemeinen undurchschaubaren Geschichten“. Wir haben unsere  Zusammenarbeit sehr genossen und wollen diese unbedingt fortsetzen.

Sie stehen vor allem und seit vielen Jahren sehr erfolgreich vor der Filmkamera. Worin liegt der Reiz, vor Theaterpublikum aufzutreten?

Zu meinem Glück stehe ich auch immer wieder auf der Bühne. Zur Zeit ist meine „Bühnenheimat“ in erster Linie das Schauspielhaus in Hamburg. Theaterspielen hat für mich viel mit dem Ursprung meines Berufes, der Schauspielerei, zu tun. Einer stellt sich vorne hin und macht Faxen. Andere hören gespannt zu oder laufen weg, lachen, weinen, werfen mit Tomaten oder applaudieren. Es ist der direkte Kontakt mit dem Publikum, der Live-Charakter, der besondere, einmalige Moment, der so beglückend sein kann, wenn er entsteht. Ein Auftritt vor Publikum ist die Hoffnung, einen solchen glücklichen Moment zusammen zu erleben.

„Geschichten von der allgemeinen Undurchschaubarkeit“ – ein Musik-Hör-Spiel mit Götz Schubert und Manuel Munzlinger, Sonnabend, 16. Juni,  20 Uhr, Theater am Rand in Zollbrücke. Kartentelefon: 033457 66521

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