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Europameisterschaften in Dänemark

Obstacle Course Racing/Schlammlauf
Medaillensatz für Kraftakt

Hochdekoriert:  Drei Medaillen heimste Felix Neumann für sein Durchkommen ein.
Hochdekoriert:  Drei Medaillen heimste Felix Neumann für sein Durchkommen ein. © Foto: Jörg Neumann
Jörg Neumann / 11.07.2018, 05:00 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Gleich drei Medaillen für seine Zieleinläufe sammelte Felix Neumann mit einem Kraftakt im dänischen Esbjerg. Der Bad Freienwalder startete bei den Europameisterschaften im Obstacle Course Racing (OCR) in allen Einzelkonkurrenzen: Short Course, Open Race und Standard Course. Mit dabei war auch der Strausberger Tim Rechenbach.

OCR, die Kurzform für Obstacle Course Racing, ist eine aufstrebende Extrem-Sportart, in der Einzelstarter oder Mannschaften verschiedenartige Hindernisse absolvieren und der sich Felix Neumann seit geraumer Zeit verschrieben hat. Im Volksmund auch als Schlammlauf bekannt, ist ein OCR weitaus anspruchsvoller, als der Begriff Schlammlauf vermuten lässt. Diese Sportart kombiniert Kraft, Ausdauer, Technik, Beweglichkeit, Balance und Geschicklichkeit miteinander. Das bedeutet für den ambitionierten Aktiven täglich intensive Trainingseinheiten in den verschiedensten Sportarten.

Am Wochenende war es für zwei Sportler aus dem Landkreis Märkisch-Oderland soweit und ihr Weg führte sie zu den Europameisterschaften nach Dänemark. Das erste sportliche Jahreshighlight stand für den Strausberger Tim Rechenbach (Team MuddyFox) und Kurstädter Felix Neumann (Muddis) an.

Qualifiziert hatten sich beide Athleten über ihre Altersklassen beim Spartan Race in Finowfurt und Mac Tuff in Schottland. Ähnlich wie zahlreiche andere deutsche Athleten aus der gesamten Bundesrepublik folgten auch sie dem Ruf der Europameisterschaft und nahmen die drei Veranstaltungskurse dann auch in Angriff. Rechenbach startete beim Standard Course (15 Kilometer), während Neumann sogar in allen drei Wettbewerben die Schuhe schnürte – also beim Short Course (sechs Kilometer), Standard Course (15) und Open Race (10) – und auch beendete. Blieb auch ein Platz auf den vorderen Rängen noch unerreichbar, so ist der jeweilige Zieleinlauf schon ein Sieg über den inneren Schweinehund und dafür gab es auch jeweils eine Finisher-Medaille.  Die Streckenverläufe waren durchweg anspruchsvoll. Dabei wurden etliche Sehenswürdigkeiten in Esbjerg angelaufen, wie das Fußballstadion von EfB Esbjerg, ging es vorbei an der berühmten Strandfigurengruppe „Der Mensch am Meer“, Bunkerresten sowie durch einen Teil vom Hafen bei Ebbe. Natürlich durften auch die beachtlichen Hindernisse nicht fehlen, sodass die Akteure über zahlreiche Wände kletterten, durch Wasserbecken tauchten, sich an Seilen und Metallstangen entlanghangelten und schwingen mussten oder mit geschulterten Sandsäcken über Streckenabschnitte liefen. Zurück beim Startareal ging es in den Technikstreckenabschnitt, bei dem den OCR-Athleten alles abverlangt wurde. Die Hindernisse erinnerten schon an einen Ninja Warrior Parcours und verfehlten merklich die sportliche Zielstellung des OCR-Sports. Die Verletzungen, die sich zahlreiche Starter zuzogen, grenzten an ein körperliches Massaker. Nachdem bereits am ersten Tag zahlreiche Teams ihren Unmut äußerten, wurde die Strecke „etwas entschärft“. Was blieb, waren die Wunden der Athleten vom ersten Tag.

Diese Veranstaltung war auch für die beiden-OCR Athleten der Region eine riesige Herausforderung und ein großartiges Erlebnis. Aber bei all dem Lob für diese wahnsinnig gute Organisation rund um die Blue Water Arena in Esbjerg kamen auch Zweifel an der Entwicklung dieser jungen Sportart auf. Denn aufgrund der mangelnden Trainingsmöglichkeiten in Bad Freienwalde oder Strausberg steht das Duo aus Märkisch-Oderland vor dem Problem, mit der schnellen Entwicklung dieser jungen Sportart nicht wirklich Schritt halten zu können. Denn ähnlich wie Rechenbach und Neumann ging es auch zahlreichen anderen Athleten, die auf Grund mangelnder Trainingsmöglichkeiten nicht alle anspruchsvollen Kurselemente absolvieren konnten. Die versteckte Hoffnung der beiden MOL-Akteure, vielleicht aber nur eine unerfüllbare Träumerei ist es, einen Trainingsort in Märkisch-Oderland zu finden, um sich für die kommenden Europameisterschaften in Polen (Gdynia) besser vorbereiten zu können und weitere Sportler für diese Sportart zu begeistern.

In der laufenden Saison starten beide noch bei einigen Hindernisläufen, wie dem Spartan Race in Finowfurt am 29. September oder dem härtesten Hindernislauf Deutschlands, am 8. Dezember in Rudolstadt, dem GettingTough – The Race VII.

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