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Belgische Pfadfinder erleben das Halbfinale der Fußball-WM im Haselberger Feuerwehrgerätehaus

Pfadfinder
Die Enttäuschung ist schnell verflogen

Nach dem ersten Schock: Im Halbfinale der Fußball-WM ist das 1:0 für Frankreich gefallen. Belgische Pfadfinder verfolgten in Haselberg das Spiel.
Nach dem ersten Schock: Im Halbfinale der Fußball-WM ist das 1:0 für Frankreich gefallen. Belgische Pfadfinder verfolgten in Haselberg das Spiel. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 12.07.2018, 06:00 Uhr
Haselberg (MOZ) Haselberg. Die Augen der belgischen Pfadfinder, die am Dienstag am Gemeindehaus in Haselberg eintrafen, wurden immer größer. Nicht nur, dass sie dort duschen konnten, am Abend wartete im Feuerwehrgerätehaus eine viel größere Überraschung auf sie.

Die Idee war Haselbergs Ortsvorsteherin Corina Woite am Montagvormittag nach ihrem Besuch im Lager der belgischen Pfadfinder in Rädikow gekommen. Schließlich war vereinbart worden, dass sich die Gruppen in den nächsten Tagen auch nach Haselberg aufmachen und dort eine Nacht verbringen. So hatte Christine Kohllöffel, Vorsitzende des Ortsvereins Haselberg, bereits am Montagabend die ersten Jugendlichen im Gemeindehaus begrüßt, die nach dem heißen Tag ziemlich geschafft von ihrer Wanderung waren. Doch am Dienstagabend stand das Halbfinalspiel Frankreich gegen Belgien bei der Fußball-WM in Russland an. Und die jungen Belgier in Rädikow hatten erklärt, dass sie bis auf die Ergebnisse davon leider nicht viel mitbekommen würden. Im Lager selbst, so hieß es, werde zwar auf moderne Technik weitgehend verzichtet, sie sei aber nicht verboten, auch nicht das Fernsehgucken.

Also musste Corina Woite dafür nur eine Möglichkeit in Haselberg finden. Das wiederum ging letztlich sogar schneller als gedacht. Schließlich war ihr eingefallen, dass die freiwillige Feuerwehr vor einigen Jahren schon einmal gemeinsam Fußball geschaut hatte. Und da konnte sie einen kurzen Dienstweg nutzen – zu ihrem Ehemann Guido Konitzer, der stellvertretender Ortswehrführer in Haselberg ist. Sein „Vorgesetzter“ Robert Masche zeigte sich genauso aufgeschlossen. So wurden Beamer und Leinwand dann mit Sebastian Kastner im Gerätehaus aufgebaut. Es befindet sich direkt neben dem Gemeindehaus.

Die Gastgeber staunten am Abend allerdings auch nicht schlecht. Einer der Jungen trug tatsächlich ein T-Shirt der „Belgian Red Devils“. Und so, wie die roten Teufel, also die belgische Nationalmannschaft, in der ersten Halbzeit auf dem Spielfeld agierten, gingen auch die 14 Pfadfinder in Haselberg mit. Das dunkelgrüne T-Shirt eines anderen Jungen fiel aber ebenfalls auf. Darauf waren die Namen aller Teilnehmer des Pfadfinderlagers und natürlich auch der Ortsname von Rädikow zu lesen. In der Halbzeitpause gab es Eis und nur glückliche Gesichter. Schließlich war in St. Petersburg noch kein Tor gefallen. Auch Getränke, Chips und andere Nervennahrung standen bereit. Nach dem Wiederanpfiff wurde es in den Reihen immer ruhiger. Schließlich hatte Samuel Umtiti die Franzosen schon in der 51. Minute in Führung gebracht. Während die Jungen Spielszenen meist noch kommentierten und bei der Einwechslung von Dries Mertens für Mousa Dembele (60.) applaudierten, lenkten sich die Mädchen mit dem Flechten von Zöpfen ab. Bei den teils kniffligen Szenen in den letzten zehn Minuten der regulären Spielzeit wurden auch die Jugendlichen wieder munterer und schöpften noch einmal Hoffnung, als sechs Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden.

Die Enttäuschung über die Niederlage war ihnen danach deutlich anzusehen. Und verflog doch schnell. Die Jungen griffen unaufgefordert zu den Stühlen, die sie vor Beginn des Spiels vom Gemeindehaus herübergetragen hatten. Mit „Danke für den schönen Abend“ und „Das war eine Superidee“ verabschiedeten sie sich zum Teil sogar auf Deutsch. Als die Tür nach dem letzten Gute Nacht-Gruß ins Schloss fiel, wurde auch das dreifache Willkommen der Haselberger sichtbar. Auf Deutsch, Französisch und Niederländisch. Dass sind alles Amtssprachen in Belgien. In der Region Brüssel-Hauptstadt und Flandern, dessen Verwaltungssitz in Brüssel liegt, wird eine belgische Niederländisch-Variante, umgangssprachlich auch Flämisch genannt, gesprochen.

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