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Feuerwehr-Geschichte
Ein Zugunglück und seine Folgen

Gabriele Rataj / 13.07.2018, 06:30 Uhr
Rehfelde (MOZ) Teiche? In Rehfelde-Dorf? Ein Schlauchturm? Der jüngere Rehfelder mag es kaum glauben. Gäbe es nicht das verblichene Klassenfoto, das im Hintergrund das längst abgerissene Bauwerk zeigt.

Dabei befindet sich gerade im Dorf der Ursprung der Freiwilligen Feuerwehr, die an diesem Wochenende 110-jähriges Jubiläum feiert. Schuld daran war nicht etwa ein Brand, sondern das Zugunglück an der Ostbahn bei Herrensee 1907. Für den Einsatz der damals noch Pflichtfeuerwehren aus Rehfelde, Strausberg und Lichtenow zitiert Heimatfreund und Ausstellungsmacher Martin Tesky in der Schriftenreihe der Rehfelder Heimatstube: „unzureichend“. Ein Jahr später gab es die Freiwillige.

Weit mehr noch ist in der kleinen Präsentation der ständigen Ausstellung zu entdecken, die Tesky zu diesem Datum umgestaltet, neu arrangiert, weitere Dokumente und Chroniken herausgeholt, Fotos eingefügt hat. Die etwa 20 Besucher zur Eröffnung am Dienstag samt Bürgermeister Reiner Donath bekamen einen Eindruck davon.

Da liegen Chroniken, von denen manche Feuerwehr nur träumen kann. „Die Frau von Kurt Hillig, Rehfelder Bürgermeister von 1961 bis 1979, hat mir die zwei Bände gebracht“, zeigt Martin Tesky auf „Die Entwicklung der Feuerwehren des Kreises Strausberg seit dem 18. Jahrhundert bis 1953“ oder das persönliche Chronik-Exemplar der Rehfelder Wehr von Hartmut Haube.

Da finden sich Dokumente wie jene gerahmte Urkunde von 1926 für den verdienten Feuerwehrmann Fritz Liebe, seines Zeichens Steiger, der beim Einsatz mit der Leiter keine Höhenangst haben durfte. Von ihm führen Lebenslinien bis in die heutige Wehr, wie das hier häufig über Generationen zu verfolgen ist. Liebe ist der Schwiegervater von Kurt Hundt, dem Ältesten in der Ehrenabteilung.

Und da ist die Foto-Galerie mit teils einmaligen Aufnahmen. Vom Ford der Familie Zobel, der nach dem Krieg die alte Handdruckspritze zog. Oder das Protokoll von 1988, als die Feuerwehr den Ehrennamen „Herbert Elsholz“ erhielt. Am besten aber ist es, selbst einmal zur Heimatstube zu gehen.(rj)

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