Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kita-Leiterin Sabine Heymann erläutert die Kriterien zur Vergabe der Plätze in den Einrichtungen

Kita
„Wir haben keine Wartelisten“

Haben Spaß an der Holzeisenbahn: Michelle, Marc und Jason (vorn v. l.) besuchen die Awo-Kita „Marie Juchacz“ in Wriezen. Auch diese ist meist voll ausgelastet.
Haben Spaß an der Holzeisenbahn: Michelle, Marc und Jason (vorn v. l.) besuchen die Awo-Kita „Marie Juchacz“ in Wriezen. Auch diese ist meist voll ausgelastet. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 13.07.2018, 07:00 Uhr
Wriezen (MOZ) Nach welchen Kriterien werden Kita-Plätze in der Stadt Wriezen vergeben? Das ist eine der Fragen, mit der sich eine junge Mutter an die Redaktion wandte.

Die Frau* ist sichtlich froh. Wenige Tage vor ihrer Rückkehr in den Beruf hat sie doch noch einen Kita-Platz für ihre Tochter gefunden. Allerdings nicht in ihrer Wunsch-Einrichtung. Und auch nicht in ihrem Wohnort Wriezen, sondern im benachbarten Bad Freienwalde.

Weil sie in der Kurstadt arbeitet, ist das für sie selbst jetzt erst einmal kein großes Problem. Doch es ist deutlich herauszuhören, dass sie sich Sorgen darum gemacht hat, überhaupt einen Kita-Platz in Wriezen zu bekommen. Dabei findet sie es wichtig, dass Kindern unnötige Wechsel erspart bleiben und sie gemeinsam aufwachsen, von der Kita später vielleicht sogar auf dieselbe Schule wechseln.

Der Kita-Platz in Bad Freienwalde sei, so erzählt die Frau weiter, an die Bedingung geknüpft, dass ihre Tochter als sogenanntes Gastkind nur für kurze Zeit in der Einrichtung bleibt. Durch ihre Kontakte in Wriezen weiß sie, dass einer anderen Mutter ein Kita-Platz in der Stadt für Januar in Aussicht gestellt worden war, während man sie noch vertröstet hatte. Glücklicherweise habe sie inzwischen aber einen Platz ab September in der Awo-Kita „Marie Juchacz“ gefunden.

Was sie allerdings wundert, ist, dass Sabine Heymann, Leiterin der DRK-Kita „Freundschaft“, davon offenbar schon wusste, als der Vertrag noch nicht einmal unterschrieben war. Und: Man hatte – so habe sie es verstanden – den Namen ihres Kindes bereits von der Warteliste genommen. „Dabei habe ich doch ein Wahlrecht“, gibt die Frau zu bedenken und fügt hinzu, dass sie vor einem Jahr bereits eine für sie nicht nachvollziehbare Entscheidung habe hinnehmen müssen.

Dabei sei es um einen Hortplatz für ihren Sohn gegangen. „Kurz vor den Sommerferien kam die Info, dass kein Platz zur Verfügung steht“, berichtet die Wriezenerin. Damals habe sie das Gespräch mit Sabine Heymann gesucht, die ihr erklärt habe, dass sie – damals hochschwanger – demnächst doch länger zu Hause sei.

Zwischendurch oder kurzfristig den Wunsch-Kita-Platz zu finden – das sei nicht nur in Wriezen schwierig, heißt es auf Anfrage dieser Zeitung bei beiden Trägern. Wenn Eltern Zweifel an der Sozialauswahl hätten, so sollten sie das Gespräch mit der jeweiligen Kita-Leiterin suchen, sagt die Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbands Märkisch-Oderland-Ost Cordula Töpfer. Einen Kita-Leiter wie beim Bezirksverband Brandenburg Ost der Arbeiterwohlfahrt (Awo) habe man bedauerlicherweise nicht in den Reihen. Auch gebe es nur drei Erzieher. Eltern könnten sich bei Fragen und Problemen auch an den Träger der Einrichtung oder an die Kommune wenden. Die Kita „Freundschaft“ sei seit Jahren gut angenommen, erinnert Cordula Töpfer und fügt hinzu: „Wir versuchen immer, berufstätige Eltern zu unterstützen, aber wenn die Kita ausgelastet ist, können wir leider keinen Platz zur Verfügung stellen.“ Die Kinder könnten jedoch angemeldet bleiben. „Dann geben wir Bescheid, sobald ein Platz frei ist.“ Aus ihrer Sicht handelt es sich bei der jungen Mutter um einen Einzelfall.

„Wir haben keine Wartelisten“, betont Sabine Heymann. „Die Einrichtungen tauschen sich auch nicht untereinander aus“, sagt sie und erinnert an den Datenschutz. Berücksichtigt würden als Erstes Familien, die bereits Geschwisterkinder in der Einrichtung haben und Eltern, die berufstätig sind. Beim Wechsel von der Kita an eine Schule bestehe kein automatischer Anspruch auf einen Hortplatz. (*Name ist der Redaktion bekannt)

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG