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Verein hat das Haus 2006 geschenkt bekommen und in Eigeninitiative ausgebaut

Heimatstube
Hohensaatener Geschichte hinter 180 Jahre alten Feldsteinmauern

Heike Jänicke / 30.07.2018, 20:50 Uhr
Hohensaaten (MOZ) Die Heimatstube in Hohensaaten ist seit Sonnabend Kulturerbe-Ort. Der zehnte bisher. Die Ausweisung kommt nicht von ungefähr. „Hohensaaten ist ein großes und kulturgeschichtlich sehr reiches Dorf an der Schnittstelle des Oderbruchs zu den angrenzenden eiszeitlichen Höhenlagen“, finden die Initiatoren vom Projekt Kulturerbe-Ort, das vom Oderbruch Museum Altranft begleitet wird.

In der Tat hat das Dorf viel zu erzählen. Davon konnten sich die Besucher des Sommerfestes am Sonnabend überzeugen. Denen wurde mit Sängerin Angela Weidner aus Frankfurt (Oder) nicht nur beste musikalische Unterhaltung geboten, wie unter anderem Willi Engelke fand. Auch die Heimatstube hatte für interessierte Gäste geöffnet. Wobei Heimatstube zu klein gefasst ist. Schließlich wird in einem kompletten Haus, auf zwei Etagen Geschichte präsentiert.

2006 hat der Heimatverein das etwa 180 Jahre alte Feldsteingebäude von den Nachfahren der früheren Besitzer, Familie Klempin, geschenkt bekommen. Nach und nach bauten die 124 Vereinsmitglieder das Haus an der Hohensaatener Dorfstraße 18a um, in Eigenleistung, wie Arno Heinrich gegenüber der MOZ betont. Der 53-Jährige hat 2016 den Vereinsvorsitz von Detlev Wieland übernommen.

Gern führt Arno Heinrich die Besucher durch die Heimatstube, zeigt und berichtet darüber, was in Hohensaaten Geschichte gemacht hat. Und das ist nicht nur der Mammutknochen, der einst in Hohensaaten gefunden wurde und in einer Vitrine im ersten Zimmer der Heimatstube zu sehen ist. Hohensaaten sei hauptsächlich ein Dorf der Schifffahrt und der Fischerei gewesen, erzählt Heinrich weiter und zeigt auf Fotos an den Wänden, die unter anderem die zwei Schleusen in Hohensaaten zeigen und Schiffsbriefe. Und natürlich Schiffsmodelle. „Die Familie Höhne hat bis in die 30er-Jahre Schiffe gebaut“, weiß er. Seine Vorfahren hätten Dampfschiffe gebaut, schiebt er hinterher. In dem Moment mischt sich Karl-Heinz Koch ein. Der Hohensaatener lebt in Eberswalde, ist dem Verein aber treu geblieben. Und hat jede Menge zu erzählen. Wie etwa die von Horst Niebisch, der Hohensaatener und mehrfacher Deutscher Meister im Hammerwerfen war. Mehrere Bilder zeigen ihn.

Ein Zimmer weiter gibt es Fischereiutensilien zu sehen – von der Reuse bis zum Kahn. Im Obergeschoss erinnert sich der Besucher angesichts alter Küchenmöbel, Betten, Tische, Schränke an Omas Zeiten. Und auch die Einschulungsbilder, fast lückenlos von 1905 zu sehen, laden zum Abtauchen in die Vergangenheit ein.

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