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Konzert
Leipziger Musiker spielen zugunsten der Orgel

Alexander Pfeifer (Trompete, l.) und Frank Zimpel (Orgel) vor dem Portal der Kirche Neuenhagen-Insel bei Bad Freienwalde.
Alexander Pfeifer (Trompete, l.) und Frank Zimpel (Orgel) vor dem Portal der Kirche Neuenhagen-Insel bei Bad Freienwalde. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 20.08.2018, 07:00 Uhr
Neuenhagen (MOZ) „Obwohl sie eine kleine Orgel ist, kann mit ihr viel gemacht werden“, sagte der Leipziger Organist Frank Zimpel am Freitagabend nach dem Benefizkonzert, das er mit seinem Kollegen, dem Trompeter Alexander Pfeifer bestritt. Trotz der zehn Register sei sie sehr vielseitig. Der Orgel-Förderverein Neuenhagen-Insel hatte zu dem Benefizkonzert in die Kirche eingeladen. Die Orgel war bereits mithilfe des Fördervereins saniert worden. Als 2013 ein Feuer in der Kirche wütete, wurde sie schwer beschädigt und musste erneut saniert werden. Für die Zuschauer war der Eintritt frei, sie waren aber zu Spenden aufgerufen, um die jährliche Wartung der Orgel in Höhe von 450 Euro finanzieren zu können. Besonderheit dieser Orgel ist, dass sie 1902 vom Orgelbauer Paul Bütow (1854-1926) aus Königsberg/Neumark, heute Chojna, errichtet wurde, von dem nur zwei Instrumente erhalten sind. Außer der in Neuenhagen noch eine Orgel in Groß Lindow, berichtete der Bad Freienwalder Orgel-Experte Karl Richter, der auch dem Orgel-Förderverein angehört.

Gerhard Grusenick aus Bralitz, Vorsitzender des Orgel-Fördervereins, der 27 Mitglieder zählt, nahm das Konzert zum Anlass, um auf die vergangenen zehn Jahre zurück zu blicken – so lange gibt es den Verein schon. Er hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Orgeln in den Bad Freienwalder Insel-Ortsteilen Neuenhagen, Bralitz, Altglietzen und Hohensaaten instand zu setzen. „Eigentümer ist natürlich die Kirche, wir können nur unterstützen“, sagte Grusenick. In Neuenhagen und Bralitz habe der Verein sein Ziel erfüllt, in Altglietzen und Hohensaaten noch nicht. Dort seien die Orgeln in einem Zustand, dass sie kaum mehr bespielbar sind.

Der Verein habe 5670 Euro Mitgliedsbeträge, 25 900 Euro Spenden und 5191 Euro durch Konzerte eingenommen, zählte der Vorsitzende auf. „Unser Verdienst ist es, dass wir auf die Orgeln aufmerksam machen und die Menschen davon  überzeugen, für die Erhaltung kultureller Werte Geld zu geben“, so Grusenick.

Welche Orgel als nächstes in Angriff genommen wird, steht noch nicht fest, so Grusenick. Die Orgel in Altglietzen stellt den Verein vor große Probleme, weil der Bedarf auf 130 000 Euro geschätzt wird. Mögliche Lösungen versucht der  Förderverein mit dem Orgel-Sachverständigen des Landeskirche zu finden.

Der Förderverein lade seine Mitglieder zu Tagesausflügen ein, die offen für alle sind. So besuchten sie einen Fachvortrag in Frankfurt (Oder), unternehmen Betriebsführungen beim Orgelbauer Sauer in Müllrose und bei der Firma Alexander Schuke in Werder, die die Neuenhagener Orgel zuletzt restauriert hat. Sie schauten sich die Orgeln im Berliner Dom und Berlin-Karlshorst an.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens organisierte der rührige Förderverein vier Konzerte, nämlich am 21. April in Bralitz, am 14. Juni in Bad Freienwalde, das jetzige sowie ein letztes Konzert mit der Organistin Anja Liske-Moritz aus Libbenichen und der Bassposaunistin Ulrike Göbel aus Podelzig erneut in der Bralitzer Kirche am 9. September. (sg)

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