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BUNDjugend veranstaltet erstes politisches Fahrradcamp in Wriezen

Fahrrad
Erst strampeln, dann Film schauen

Selbsterzeuger: Teilnehmer des Fahrradcamps in Wriezen treten ordentlich in die Pedale, um Strom für die Kinofilmvorstellung am Freitagabend zu erzeugen. Mit dabei Björn Obmann von der BUNDjugend Berlin (2. v. r.).
Selbsterzeuger: Teilnehmer des Fahrradcamps in Wriezen treten ordentlich in die Pedale, um Strom für die Kinofilmvorstellung am Freitagabend zu erzeugen. Mit dabei Björn Obmann von der BUNDjugend Berlin (2. v. r.). © Foto: Heike Jänicke
Heike Jänicke / 27.08.2018, 21:45 Uhr
Wriezen (MOZ) Musik dringt aus Richtung Geflügelhof. Auf der freien Wiese davor sind Zelte aufgebaut. Junge Leute begrüßen sich. Andere treten in die Pedale und verschwinden hinter Hecken und Bäumen. An der Homburgshöhe 1 in Wriezen ist Campingzeit – für das deutschlandweit erste politische Vernetzungscamp für Fahrradbegeisterte „Fre!Lauf Diy Bike Camp“ – organisiert am vergangenen Wochenende von der BUNDjugend Berlin.

Florian Keiper von der Initiative „FahrradBande“ ist an diesem Freitagabend besonders gefragt. Genau wie Björn Obmann von der BUNDJugend. Beide haben das Camp auf die Beine gestellt. Und zwar auf dem Gelände von Kurt Rama. Der 73-Jährige habe als Erzieher schon immer mit Kindern und Jugendlichen zusammengearbeitet und unterstütze solche Initiativen sehr gern. Während vor seiner Haustür die Freiluftküche vom Team der „Fläming Kitchen“ aufgebaut und Essen für etwa 250 Personen, darunter 100 Kilogramm Brot, rangeschleppt wird, jodelt auf der anderen Seite an der Bühne zwischen Obstbäumen das „Jodel-Duo“ zu antifaschistischen Texten. Dem folgen Workshops, Gespräche und Freiluftkino.

Dafür müssen gleichzeitig zehn Teilnehmer in die Pedale der eigens dafür präparierten Fahrräder treten, um den für das Abspielen der Filme benötigten Strom zu erzeugen. Björn Obmann schwingt sich auf einen der Drahtesel und gesteht schmunzelnd: „Den ganzen Film halte ich aber nicht durch.“

Die Teilnehmer, die Mehrheit kommt aus Berlin, wollen angesichts verpesteter Stadtluft, verstopfter Straßen und Klimawandel das Fahrrad wieder stärker in den Mittelpunkt der Verkehrspolitik rücken. „Berlin hat gerade das erste Mobilitätsgesetz beschlossen. Angestoßen wurde es durch den Volksentscheid Fahrrad“, sagt Björn Obmann. „Auch in anderen Städten bilden sich Initiativen mit dem Ziel, die Verkehrswende einzuleiten. Aber auch unabhängig von der Politik bilden sich zahllose Fahrradinitiativen, die Lust auf Fahrrad machen.“ Diese miteinander zu vernetzen und sich zu speziellen Themen auszutauschen, ist das Ziel des dreitägigen Camps. Dabei geht es um Vorträge wie „Automachos“ oder „Radstreifen freiräumen“. Ausgediente Materialien werden zu Fahrradmützen umgebaut. Und in der Freiluftwerkstatt wird geschraubt, zum Beispiel an einem Fahrrad, das eigentlich aus zweien besteht.

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