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Oderbruch-Museum Altranft erklärt Oderlandmuseum Freienwalde zu Kulturerbe-Ort / Stadt erhält drittes Siegel

Kulturerbe
Ofenröhrenklappe für Schaukasten

Im Kulturerbe-Ort: Kenneth Anders, Veronika Nawin, Bürgermeister Ralf Lehmann und Reinhard Schmook (v. l.)
Im Kulturerbe-Ort: Kenneth Anders, Veronika Nawin, Bürgermeister Ralf Lehmann und Reinhard Schmook (v. l.) © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 01.09.2018, 10:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Das Oderlandmuseum ist seit Freitag Kulturerbe-Ort. Kenneth Anders, Leiter des Programmbüros des Oderbruch-Museums Altranft, überreichte Museumsleiter Reinhard Schmook das Emaille-Siegel und bekam im Gegenzug ein typisches Exponat aus dem Oderbruch.

„Wir sind schon immer Kulturerbe-Ort, heute wird uns das bescheinigt“, sagte Reinhard Schmook bei der Feierstunde am Foyer des Oderlandmuseums. „Hier sind über 130 Jahre lang Zeugnisse des Alltags der Menschen in Freienwalde und der weiteren Umgebung bewahrt worden, die sonst für immer verloren wären.“

Im Rahmen der Kulturerbe-Orte ist das Museum nach dem Fontane-Haus in Schiffmühle und dem Heimatmuseum in Hohensaaten der dritte Kulturerbe-Ort in Bad Freienwalde. Etwa 17 Kulturerbe-Orte gibt es bereits im Oderbruch. Das Oderlandmuseum beschäftige sich schon lange mit dem Oderbruch und liefere den fachlich-wissenschaftlichen Hintergrund, bestätigte Kenneth Anders vom Oderbruch-Museum.

Ziel sei es, das Europäische Kulturerbe-Siegel für das Oderbruch zu beantragen, fügte er hinzu. „Wir wollen den Antrag nächstes Jahr in Potsdam abgeben“, kündigte Anders an. Kommt er dort durch, dann beschäftige sich die Kulturministerkonferenz in Bonn damit. Er rechne damit, dass der Antrag nicht vor 2021 Brüssel erreicht und das Siegel vielleicht 2022 verliehen werden könnte. Wichtig sei, das Oderbruch als künstliche Landschaft hervorzuheben, dass die Trockenlegung zu ihrer Zeit etwas technisch ganz Neues war und das es von Kolonisten aus Europa besiedelt wurde.

Bei den Kulturerbe-Orten gehe es dem Oderbruch-Museum nicht um eine fachliche Bewertung, erklärte Anders. In Altranft werde nicht entschieden, ob Kulturerbe-Orte diese Definition verdienen. Vielmehr gehe es um das Gemeinwesen, das Netzwerk aller Akteure. Das Oderbruch sei eine Kleinlandschaft im Osten Deutschlands, zitierte Anders Jürgen Hartung, den früheren Chef des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch (Gedo). Treffender könne man die Landschaft nicht beschreiben. Sie sei in zwei bis drei Tagen gut zu erschließen. Touristen können künftig ihre Route so wählen, dass die von Kulturerbe-Ort zu Kulturerbe-Ort fahren und etwas über das Oderbruch erfahren

Reinhard Schmnook ließ kurz die Geschichte des Hauses Revue passieren. Demnach gründete Landrat Theobald von Bethmann-Hollweg, der spätere Reichskanzler, das damalige „Kreismuseum Oberbarnim“. Er habe verhindern wollen, dass die heimischen Bodenfunde und die sogenannten vaterländischen Altertümer ins Märkische Provinzialmuseum Berlin abwandern. Schmook hob zudem den Arzt Günther Fiddecke hervor, der beispielsweise Ausgrabungen in den 1930er-Jahren in Altranft leitete, ins Oderbruch fuhr und mit den Leuten ins Gespräch kam. Er bewahrte eine Ofenröhrenklappe mit eingestanzten Seerosen davor, auf dem Müll zu landen. Fiddecke fand sie in Wriezen. Sie ist aus Kupfermessing, fast 250 Jahre alt und symbolisiert nun das Oderlandmuseum im „Schaukasten Oderbruch“ im Schloss Altranft. Jeder Kulturerbe-Ort präsentiert sich dort in einem Wandschränkchen mit typischen Exponaten.

Schmook sprach sich dafür aus, ein Markenzeichen für Kulturerbe-Orte zu entwickeln, das alle auf den ersten Blick erkennen. Er schlug die Odernixe vor. Sie habe einen hohen Wiedererkennungswert.

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